Titel Logo
Amtsblatt Beckingen
Ausgabe 22/2024
Tourismus und Kultur
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Kriminalitätsstatistik und Unfallgeschehen in der Gemeinde Beckingen 2023

Rückgang von Verkehrsunfällen, Zunahme von Straftaten

Bürgermeister Thomas Collmann nahm im Beisein von Manuel Beck, stellvertretender Leiter der Ortspolizeibehörde bei der Gemeinde Beckingen, aus der Hand des Leiters der Polizeiinspektion Merzig, Polizeirat Peter Groß, den Bericht über die Kriminalitätsstatistik und das Unfallgeschehen im Jahr 2023 in der Gemeinde Beckingen entgegen. Diese polizeilichen Sicherheitsgespräche finden einmal im Jahr statt.

Im Jahr 2023 wurden im Saarland 72.155 Straftaten registriert. Im Jahr davor waren es 68.139, was einem Anstieg von 5,9 Prozent (4.016 Fällen) entspricht. Wie das Innenministerium erklärt, spiegele diese Entwicklung des erneuten Fallzahlenanstiegs die Rückkehr ins alltägliche gesellschaftliche Leben und den hieraus resultierenden Tatgelegenheitsstrukturen nach Ende der pandemiebedingten Einschränkungen wieder. Wie das Innenministerium konstatiert, bewegt sich die Kriminalitätsentwicklung unter dem Niveau, welches vor der Corona-Pandemie festzustellen war (2019: 74.720 Fälle). Erfreulich sei zudem, dass sich die Aufklärungsquote (AQ) saarlandweit erneut um 0,6 Prozent auf 60,4 Prozent auf ein Zehnjahreshoch (2022: 59,8 Prozent) erhöht habe.

Aber wie sieht es in der Gemeinde Beckingen aus?

In der Gemeinde Beckingen gab es im Bereich der Straftaten zwar eine Zunahme von 4,3 Prozent, man liegt damit aber unter dem Landeswert von 5,9 Prozent. In der Gemeinde Beckingen wurden 2023 507 Straftaten (unter anderem gegen das Leben, die sexuelle Selbstbestimmung, die persönliche Freiheit, Rohheitsdelikte, Diebstähle, Vermögens- und Fälschungsdelikte und sonstige) registriert. Im Vergleichsjahr 2022 waren es 486 Fälle. 21 Fälle mehr wurden somit 2023 verzeichnet. Wie Polizeirat Groß darlegte, sei Beckingen besonders auffällig im Bereich Sachbeschädigung und hier vor allem Graffiti. 25 Fälle gab es 2023 zu verzeichnen, im Vorjahr waren es lediglich 7 Fälle, jetzt also 18 Fälle mehr. Besonders in den Bereichen Beckinger Park mit Parkstraße und Reihersberg, Saaraue und der Gemeindebezirk Reimsbach seien Brennpunkte. Generell seien die Gemeindebezirke Erbringen und Oppen mit weit weniger Vorfällen ruhiger geworden. Hier sei ein starker Rückgang zu verzeichnen, so Groß. Auch die Rauschgiftszene sei in der Gemeinde Beckingen bis auf eine Ausnahme im Gemeindebezirk Reimsbach unauffällig. Ebenso wie der Bereich häusliche Gewalt unauffällig. Bei den Roheitsdelikten sei ein Rückgang zu verzeichnen.

Wie die sogenannten Häufigkeitszahlen belegen, lebt man in der Gemeinde Beckingen im Vergleich zu Merzig, Perl und Mettlach mit einem guten Mittelwert relativ sehr sicher, hielt Polizeirat Groß fest.

Die sogenannte Häufigkeitszahl (diese gibt die Zahl der Straftaten in Relation zur Zahl der Einwohner wieder) lag 2023 bei 3396 (im Vorjahr bei 3257, was eine Veränderung von 4,3 Prozent bedeutet. Die Häufigkeitszahl errechnet sich wie folgt: Zahl der erfassten Straftaten multipliziert mit 100.000 und dann geteilt durch die tatsächliche Einwohnerzahl. In der landesweiten Rangliste der Häufigkeitszahlen liegt Beckingen mit einem Wert von 3396 von insgesamt 52 saarländischen Gemeinden inzwischen auf Platz 43 (im Vorjahr auf Platz 46) und hat sich im Vergleich zu Merzig, Perl und Mettlach verbessert.

Eine sehr erfreuliche Entwicklung kann im Bereich der Verkehrsunfälle festgestellt werden. Hier ist ein ganz starker Rückgang zu verzeichnen auf 287 Fällen 2023 im Vergleich zu 327 Fällen in 2022. Bei den Verkehrsunfällen mit Sachschaden gab es 260 Fälle (2022 – 273 Fälle). Unfälle mit Personenschaden gab es 2023 27 (2022 – 54). Demnach sind die Unfälle mit Personenschaden um die Hälfte zurückgegangen. Die Gesamtzahl der Verunglückten betrug 2023 27 Fälle (2022 – 52), davon (2023 lediglich 3 Schwerverletzte (2022 waren es 10 Schwerverletzte), 30 Leichtverletzte (2022 – 51 Leichtverletzte). Es wurde keine Person in 2023 tödlich verletzt, 2022 wurde eine Person tödlich verletzt. Kaum Veränderungen gab es bei den Wildunfällen. 80 Wildunfälle passierten 2023, im Jahr davor 79. Häufigste Unfallursachen waren nicht angepasste Geschwindigkeit (16 Fälle), Alkoholeinfluss (15 Fälle), ungenügender Sicherheitsabstand (13 Fälle), Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot (6 Fälle), Nichtbeachten der die Vorfahrt regelnder Verkehrszeichen (6 Fälle), verkehrswidriges Verhalten bei Ein- oder Austeigen oder Be- oder Entladen (6 Fälle), andere Fehler der Fußgänger (6 Fälle), sonstige körperliche oder geistige Mängel (3 Fälle), unangepasste Geschwindigkeit mit Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit (3 Fälle), technische Mängel, Wartungsmängel: Bereifung (3 Fälle) sowie andere Fehler beim Fahrzeugführer (153 Fälle).

Bürgermeister Thomas Collmann, bis zum Wechsel in das Amt des Verwaltungschefs der Gemeinde Beckingen (1. Juni 2017), selbst viele Jahre im Polizeidienst tätig, bedankte sich bei der Polizei für ihre erfolgreiche Arbeit. „Die Zahl der Straftaten ist zwar gestiegen, aber wie die Statistik belegt, leben wir in der Gemeinde Beckingen immer noch sehr ruhig und sicher. Gott sei Dank gab es keinen Verkehrstoten 2023 zu verzeichnen. Besonders freut mich, dass bei den Verkehrsunfällen die Zahlen gesunken sind. Bedanken möchte ich mich für die engagierte und professionelle Arbeit der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten der PI Merzig, die ja auch regelmäßig hier bei uns im Rathaus Ansprechpartner sind bei ihren Sprechstunden sowie auch bei den Mitarbeitern unseres Ordnungsamtes und der Ortspolizeibehörde. Bedanken möchte ich mich aber auch bei den Bürgerinnen und Bürgern, durch deren Mitwirken und Informationen die Aufklärung vieler Straftaten erst möglich wird durch ihre Unterstützung. Sie alle tragen dazu bei, dass wir hier in der Gemeinde Beckingen relativ sicher wohnen“, so Collmann. Nach wie vor gelte, gerade in der Urlaubszeit auch in der Nachbarschaft wachsam zu bleiben und angesichts der Zunahme von Straftaten und, trotz der positiven Entwicklung im Straßenverkehr, besonders wegen der vielen Wildunfälle (80), vorsichtig im Straßenverkehr zu sein.