Nach dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ trafen sich am Sonntag, dem 3.5. um 6:00 Uhr 18 Teilnehmer zur Vogelstimmenwanderung. Veronika Pigorsch begrüßte die wackeren Frühaufsteher und konnte die Zuhörer direkt mit dem Gesang eines Girlitzes vertraut machen. Auf dem Weg durch das Gelände des Bingenheimer Schlosses konnten viele weitere Vögel gehört werden, die sich häufig in Siedlungen aufhalten. Darunter waren z. B. Ringeltaube, Haussperling, Hausrotschwanz, Amsel oder Mönchsgrasmücke.
Der Weg führte weiter zum Stockborn, einem Feuchtgebiet, und führte entlang von Kleingärten und einer Streuobstwiese. In den Hecken der Kleingärten trällerte die Nachtigall lautstark, in der Streuobstwiese war es dagegen stiller. Hier wies Veronika Pigorsch auf diverse unterschiedliche Nisthilfen hin, welche die noch nicht vorhandenen Baumhöhlen für Gartenrotschwanz, Stare, Meisen, Steinkauz und Spechte ersetzen. „Die Bäume dieser Obstwiese sind noch recht jung, drum haben sich dort noch keine Höhlen ausgebildet, die zur Brut genutzt werden. Nahrung in Form von Insekten & Spinnen kann der Lebensraum den Vögeln aber schon bieten.“, erklärte Pigorsch.
Dann wurde die Gruppe abgelenkt von einem lang andauernden Trillern - dem Gesang des Rohrschwirls. Er brütet in den Röhrichten und Seggenbulten von Feuchtgebieten. Dadurch, dass der April sehr regenarm war, fehlte Wasser in der Landschaft und so konnten nur Stockenten und Kanadagänse beobachtet werden. Zudem hörte die Gruppe den Gesang von Zilpzalp, Kohlmeise, Nachtigall & Dorngrasmücke.
Von hier aus ging es weiter durch die - leider sehr stille - Feldflur zum Ortsrand und einer Hofstätte mit Tierhaltung. Dort jagten Mehl- und Rauchschwalben durch die Lüfte und die Haussperlinge besiedelten die Dächer. Leider konnte kein Feldsperling ausgemacht werden. Diese früher so häufige Art wird seit geraumer Zeit von Ornithologen vermisst. Dafür konnte in einer angrenzenden, alten Streuobstwiese ein Steinkauz beobachtet werden.
Durch Bingenheim hindurch ging es anschließend zurück, wo die Gruppe von einem „Highlight“ überrascht wurde: Ein Wiedehopf wurde von aufgeregten Amseln von ihren Brutplätzen verjagt - kurz darauf konnten die Frühaufsteher den unverkennbaren Ruf des Wiedehopfs hören, der dann aus einem Streuobstbereich herüberklang.
Bei Rückkunft wurden die Wanderer mit einem reichhaltigen Frühstück und heißem Kaffee und Tee verwöhnt. Das Resümee der Wanderung war zwiegespalten: Großartige Beobachtungen von Rohrschwirl und Wiedehopf standen dem Fehlen des Gesangs der Goldammer, Heckenbraunelle, Bluthänfling und anderen Arten gegenüber. Insgesamt konnte die Gruppe etwa 30 Vogelarten bei ihrer Wanderung feststellen.