Die Partie gegen den MTV Ingolstadt im Mai des vergangenen Jahres sollte für Hubert Klein die Abschiedsvorstellung am Bornheimer Hang werden, zum letzten Mal wollte er für den FSV Frankfurt auf Torejagd gehen, nachdem sein Wechsel zu den Stuttgarter Kickers bereits beschlossene Sache war. Doch der Sprung über einen Gegenspieler wurde dem heute 25-jährigen Torjäger zum Verhängnis. Inzwischen ist er Trainer beim KSV Bingenheim, wo seine beiden Brüder Karl-Ernst und Peter spielen.
Ohne Einwirkung des Gegners hatte sich damals Kleins Knie verdreht, eine Meniskusquetschung machte zwei Wochen später eine Operation erforderlich.
Damit aber nicht genug: Auch das Kreuzband war gerissen, sodass Kleins Chance, noch einmal Lizenzfußball zu spielen, schon damals nur 50:50 war. 182 Tage später, im Heimspiel gegen Darmstadt war Hubert Kleins Comeback vor eigenem Publikum vorgesehen. Es wurde jedoch ein Abschied für immer vom grünen Rasen des Bornheimer Hangs. Beim Aufwärmen verletzte sich Klein erneut am linken Knie. Die Operation am Außenmeniskus sowie Bruch des Knorpels hatten das Ende seiner Karriere zur Folge.
Auf Anraten der Ärzte sagte Hubert Klein mit 25 Jahren dem Profifußball ade, er stellte einen Antrag auf Sportinvalidität. „Natürlich hat es mich hart getroffen, aufgeben zu müssen", sagt Klein, der jetzt Stammgast auf der Tribüne am Bornheimer Hang ist und es verständlicherweise als komisches Gefühl empfindet, wenn er auf den Platz schaut mit der Gewissheit, nie mehr dort spielen zu können.
In den letzten Wochen hat Hubert Klein nun ein neues Betätigungsfeld im Fußballbereich gefunden. Beim KSV Bingenheim, dem Tabellenletzten der B-Klasse Friedberg, hat er das Amt des Trainers übernommen. Seine ehemaligen Vereinskameraden hatten erfahren, dass Hubert Klein, Inhaber der B-Lizenz, ab Sommer als Trainer bei einem unterklassigen Verein im Raum Frankfurt arbeiten wollte. Nach einigen Gesprächen war man sich einig und Klein war als Coach verpflichtet.
In Bingenheim, von wo er einst ausgezogen war, um beim FSV Frankfurt sein Fußballglück zu machen, will er mit seiner Truppe nun so bald wie möglich die „rote Laterne" abgeben.
Hubert ist jedoch nicht der einzige Klein in Bingenheim. Seine Brüder Peter (21) und Karl-Ernst (27) stehen im Team des KSV und sind wichtige Stützen. Peter Klein spielt im offensiven Mittelfeld und Karl-Ernst ist der Mann, der für Tore sorgt.
Als Hubert noch in Bingenheim aktiv war, ging er mit Karl-Ernst auf Torejagd. Die Klein-Brüder waren damals von den meisten gegnerischen Abwehrreihen gefürchtet. Die Torjägerqualitäten des Brüderpaares sprachen sich schnell herum, und als Hubert Angebote von höherklassigen Vereinen erhielt, entschied er sich zum Wechsel nach Frankfurt.
(Das Foto haben wir von Karl-Ernst Klein).