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Mitteilungsblatt der Gemeinde Ehringshausen
Ausgabe 13/2026
Vereine und Verbände
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Heimat- und Geschichtsverein Dreisbach e.V. - Auf den Spuren alter Grenzen

An der preußischen Grenze

Nicole Löll und Marc-Sven Werkmeister

Auf den Spuren alter Grenzen – Dreisbacher Grenzgang führt in die Geschichte

Ein unscheinbarer Stein im Wald wird zum Fenster in die Vergangenheit: Beim diesjährigen Grenzgang des Heimatvereins stand der rund 200 Jahre alte Grenzstein Nr. 26 im Mittelpunkt – ein Relikt aus einer Zeit, in der hier noch eine Staatsgrenze verlief.

Bei bestem Wetter folgten zahlreiche Teilnehmer der Einladung und machten sich auf den Weg entlang der Gemarkungsgrenzen rund um Dreisbach. Mit dabei waren auch prominente Gäste:

der Ehrenbürgermeister von Ehringshausen, Eberhard Niebch,

sowie die Bürgermeisterkandidaten Nicole Löll (parteilos)

und Marc-Sven Werkmeister (CDU).

Der Grenzstein Nr. 26 markierte einst die Grenze zwischen dem Königreich Preußen und Provinz Hessen-Nassau. Heute wirkt er unscheinbar – doch früher entschied genau hier ein Schritt über Zugehörigkeit, Rechte und Zuständigkeiten. Ein gemeinsames Foto am Stein hielt diesen besonderen Moment fest und machte Geschichte sichtbar.

Unterwegs erhielten die Teilnehmer spannende Einblicke in die regionale Vergangenheit. So wurde auch die Herkunft des Ortsnamens beleuchtet: „Dreisbach" geht vermutlich nicht auf „drei Bäche" zurück, sondern auf einen alten Begriff für „sprudelnd" oder „fließend". Die zahlreichen kleinen Wasserläufe im Lemptal prägen die Landschaft bis heute – und bestimmten früher häufig auch den Verlauf von Grenzen.

Die Wanderung machte deutlich, wie eng Natur und Geschichte miteinander verbunden sind. Grenzsteine wie der bei Dreisbach sind nicht nur Relikte vergangener Zeiten, sondern auch Zeugnisse einer präzisen und sorgfältigen Vermessung der Landschaft.

Seinen geselligen Ausklang fand der Grenzgang am Sportheim des FC Dreisbach. Bei gutem Essen und Getränken wurde noch lange über das Erlebte gesprochen.

So zeigte sich einmal mehr: Geschichte liegt oft direkt vor der Haustür – man muss sich nur auf den Weg machen, um sie zu entdecken.