Nach dem bitteren Rückschlag in der Vorwoche war die Marschroute für das Heimspiel gegen die TSG klar: Wir wollten eine Reaktion zeigen und im Rennen um die Oberliga-Relegation Boden gutmachen. Mit einem am Ende souveränen 2:0-Heimsieg haben wir diese Pflichtaufgabe erfüllt. Da der Konkurrent aus Mainz zeitgleich patzte, stehen wir nun punktgleich mit Basara auf dem dritten Rang. Sollte dieser Gleichstand bis zum Saisonende bestehen bleiben, würde ein Entscheidungsspiel über den Einzug in die Aufstiegsrelegation entscheiden.
In der Anfangsphase agierten beide Mannschaften zunächst vorsichtig, wobei wir uns zunehmend Feldvorteile erarbeiteten. Die erste Gelegenheit verzeichnete Joe-Luca Fuhr in der 19. Minute, als er nach einer Ecke aus 15 Metern abzog, jedoch am TSG-Keeper scheiterte. Bretzenheim verteidigte tief und kompakt, sodass wir viel Geduld im Spielaufbau aufbringen mussten. Kurz vor dem Pausenpfiff erlöste uns eine Standardsituation: Einen Freistoß aus zentraler Position hob Fuhr mit links Richtung Tor; die Mauer fälschte den Ball so entscheidend ab, dass dieser für den Torhüter unhaltbar zum 1:0 ins Netz ging (43.).
Nach dem Seitenwechsel kontrollierten wir die Partie über weite Strecken durch lange Ballbesitzphasen, verpassten es jedoch zunächst, den Sack zuzumachen. Leon Ohlinger scheiterte im Eins-gegen-eins am Gästeschlussmann (66.). Nur wenig später folgte eine furiose Sequenz: Erst hat die TSG nach einer Ecke die große Chance auf den Ausgleich - doch der TSG-Angreifer gerät in Rückenlage und setzt den Abschluss über das Tor. Im direkten Gegenzug flankt Josip Saravanja von rechts in den Strafraum, Marvin Benefos Kopfball kann der Gästetorwart abwehren, ehe im Anschluss Ohlinger den Abpraller aus sieben Metern an die Latte knallte (71.).
Die Erlösung folgte in der 76. Minute. Jonas Schäfer eroberte den Ball und bediente den eingelaufenen Saravanja. Dieser fackelte nicht lange und nagelte das Leder unhaltbar unter die Querlatte zum 2:0. In der Schlussphase ließen wir defensiv kaum noch etwas anbrennen, auch wenn Bretzenheim in der Nachspielzeit noch einmal die Latte traf.
Über weite Strecken kontrollierten wir das Spiel, ließen den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen und warteten diszipliniert auf die Lücken in der gegnerischen Kette. Einzig die Chancenverwertung verhinderte ein deutlicheres Ergebnis.
So., 10.05.2026 um 15:00 Uhr
TuS Hohenecken - TB Jahn Zeiskam
Am kommenden Spieltag wartet mit dem Gastspiel beim TuS Hohenecken eine Aufgabe, die derzeit zu den anspruchsvollsten der gesamten Verbandsliga zählt.
Die Gastgeber aus Kaiserslautern haben sich in den letzten Wochen zu einer regelrechten Offensivmaschine entwickelt. Spätestens nach dem fulminanten 6:2-Kantersieg am vergangenen Wochenende in Kandel ist der TuS Hohenecken das Team der Stunde im Tabellenmittelfeld. Mit nun 35 Punkten hat sich die Mannschaft von Trainer Henrik Weisenborn auf den neunten Tabellenplatz vorgearbeitet. Bemerkenswert ist dabei vor allem die Treffsicherheit: In den letzten drei Begegnungen erzielte Hohenecken sage und schreibe 14 Tore. Diese enorme Durchschlagskraft macht den Aufsteiger zu einem extrem gefährlichen Gegner, der befreit aufspielen kann und derzeit über ein Momentum verfügt.
Im Fokus der Zeiskamer Defensive wird dabei vor allem das torgefährliche Quartett der Hohenecker stehen, das maßgeblich für den aktuellen Höhenflug verantwortlich ist. Top-Torjäger Sergen Tok schraubte sein Konto in Kandel auf 14 Saisontreffer, dicht gefolgt von Führungsspieler und Standardexperten Dennie Reh, der nun bei zwölf Toren steht. Besonders warnend ist die Form von Kapitän Lukas Kallenbach, der mit einem Dreierpack gegen Kandel seine Marke auf elf Treffer stellte. Mit Nico Schauß traf ein weiterer Offensivakteur und stellte ebenso auf elf Tore. Dass vier Spieler eines Tabellenneunten bereits zweistellig getroffen haben, unterstreicht die Variabilität der TuS. Für den Jahn wird es darauf ankommen, diese Achse frühzeitig zu stören.
Trotz der aktuellen Formstärke des Gegners blickt der TB Jahn Zeiskam auf eine historisch gute Bilanz in Hohenecken zurück. In der ewigen Tabelle der Verbandsliga stehen sich am Sonntag der Erste und der Zweite gegenüber - ein echtes Traditionsduell der Spielklasse. Zeiskam konnte die letzten zwei Auswärtsspiele in Hohenecken mit 4:1 und 3:1 deutlich für sich entscheiden. Auch das Hinspiel im Oktober verlief mit einem 3:2-Erfolg positiv für den Jahn. Diese psychologische Komponente sowie die zurückgewonnene defensive Stabilität aus dem Bretzenheim-Spiel müssen die Basis bilden, um gegen die „Tor-Fabrik“ der Lauterer zu bestehen.
Die Marschroute für das kommende Wochenende ist somit klar definiert: Der Jahn muss die defensive Kompaktheit wieder als höchstes Gut begreifen, um der Hohenecker Spielfreude den Wind aus den Segeln zu nehmen. Es gilt, des Gegners Offensive die Spielfreude zu nehmen und gleichzeitig die eigenen spielerischen Qualitäten im Umschaltspiel zu nutzen, da der TuS aufgrund seiner offensiven Ausrichtung oft Räume in der Rückwärtsbewegung anbietet. In dieser entscheidenden Phase der Meisterschaft darf sich das Team keinen Ausrutscher erlauben, wenn der Traum von der Oberliga-Relegation real bleiben soll.
Für unsere Zweite gab es beim Tabellenzweiten nichts zu holen. Trotz großem Einsatz mussten wir uns mit 1:3 geschlagen geben. Der Anschlusstreffer durch Bill Bailey nach einer Ecke brachte noch einmal Hoffnung, doch am Ende blieb es bei der Niederlage. Jetzt heißt es: Mund abputzen und weiterarbeiten!