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Eiterfelder Nachrichten
Ausgabe 14/2026
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Obstbaum-Schnittkurs in Eiterfeld

Teilnehmende am Obstbaum-Schnittkurs in Eiterfeld, Foto: Martin Kremer

Informativer Obstbaum-Schnittkurs in Eiterfeld - Baumwart Martin Trabert informierte über Obstbaumpflege

Hilders, 23.03.2026: Mitte März trafen sich 8 Teilnehmer in Eiterfeld zu einem eintägigen Schnupperkurs für Obstbaumschnitt. Baumwart Martin Trabert zeigte in Theorie und Praxis auf, welche Grundsätze bei der Baumpflege zu beachten sind. Veranstaltet wurde die Fortbildung vom Verein Natur und Lebensraum Rhön in Kooperation mit der Gemeinde Eiterfeld.

Mit einem theoretischen Einstieg begann die Fortbildung am Vormittag. Trabert erläuterte zunächst die Geschichte und Bedeutung der Streuobstwiesen. So wurden die meisten Obstsorten, die wir heute auf den Streuobstwiesen finden, ursprünglich in Asien kultiviert. Besonders für den Naturschutz haben solche Obstbaumbestände eine hohe Wertigkeit. Über 5000 Tier- und Pflanzenarten wurden auf Streuobstwiesen nachgewiesen. Auch für den Klimaschutz sind Streuobstwiesen wertvoll, da sie u. a. auch das örtliche Kleinklima positiv beeinflussen.

Obstbäume brauchen Pflege

Ohne Pflege und regelmäßigen Schnitt geht es nicht. Der Obstbaumschnitt ist wichtig, damit die Bäume eine stabile Kronenstruktur erhalten und nicht vorzeitig vergreisen. Entsprechend der heutigen Lehrmeinung sollte im Zentrum des Baumes eine sogen. Stammverlängerung sowie abgehend von diesem Mittelstamm vier bis fünf Leitäste besonders gefördert werden. An diesen wiederum sollen sich die Fruchtäste bilden. Was in der Theorie einfach ausschaut, stellt sich in der Praxis oft als schwer zu realisierendes Bild heraus. Entsprechend wurde bei der sogenannten Baumansprache im praktischen Teil am Nachmittag in der Gruppe intensiv diskutiert.

Die Mistel, ein schöner aber schädlicher Schmarotzer

Trabert betonte, dass es besonders wichtig sei, Misteln zügig aus den Obstbäumen zu entfernen. Der immergrüne Schmarotzer entzieht dem Baum Nährstoffe und führt mittelfristig zum Absterben des Baums. Da die Mistel aktuell vom Klimawandel profitiert, sollten Baumbesitzer bei Befall rasch handeln.

Obstbaumschnitt mit Sinn und Verstand

Vor dem Schnitt steht das Analysieren, die sogenannte Ansprache des Baums. Wie soll sich der Mittelstamm weiter entwickeln? Welches sind die Leitäste, die dem Baum Struktur geben? Welches sind die Fruchtäste, die für Ertrag sorgen? Für den Schnitt gilt die Beachtung der Grundregel: steil nach oben wachsende Zweige dienen dem Wachstum, waagerechte Zweige bilden Frucht und hängende Äste sterben ab. Zweige, die nach innen wachsen, sollten ebenfalls entfernt werden, damit der Baum Licht und Luft erhält. Gleiches gilt für totes Holz.

Rückschnitt mit Augenmaß

Trabert machte deutlich, dass der jährliche Pflegeschnitt behutsam erfolgen sollte, denn es sollten nicht mehr als max. ein Drittel der Zweige und Äste entfernt werden. Große Verletzungen sollten vermieden werden, denn diese sind Eintrittspforten für Pilze. Für Bäume, die Jahrzehnte lang nicht gepflegt wurden, bedarf es mehrerer Jahre, um diese wieder zu verjüngen.

Professionelles Arbeitsgerät erleichtert die Pflege

Eingegangen wurde auch auf geeignete Arbeitsgeräte wie Astscheren und -Sägen, wobei gerade Teleskopgeräte zur Arbeitserleichterung beitragen.

Praxiseinsatz auf der Streuobstwiese am Ebertsgraben

Nach einer Brotzeit wurde dann das Erlernte auf der gemeindlichen Steuobstwiese am Ebertsgraben zur Anwendung gebracht. Unter lebhaften Diskussionen wurden die einzelnen Arbeitsschritte abgewogen und Schritt für Schritt umgesetzt.

Martin Kremer vom Verein Natur- und Lebensraum dankte der Gemeinde Eiterfeld für die Unterstützung, Martin Trabert für die fundierte Gestaltung und den Teilnehmern für ihr lebhaftes Interesse.