Moses muss aus dem Dillgebiet stammen, denn als Gott ihn berufen wollte, wich er mit folgender Ausrede aus: „Ach, mein Herr, ich bin von jeher nicht beredt gewesen, auch jetzt nicht, seitdem du mit deinem Knecht redest; denn ich hab eine schwere Sprache und eine schwere Zunge.“ (2. Mose 4,10). Die schwerrre Sprrrache liegt uns auf der Zunge, aber man muss sich dafür nicht schämen. Deshalb haben wir 2018 in Mücke den Verein „MundART - der Dialekt-Dachverband in Hessen“ (www.mundart-hessen.de) gegründet. Auch dieser Verein hat seit drei Jahren nichts tun können außer für eine Gebührenbefreiung vom Transparenzregister zu kämpfen - und dennoch müssen wir für 2019 bis 2021 die Steuer erklären. Das scheint viel zu sein dafür, dass man in seinem Hobby noch weniger tun konnte als sonst.
„Sehrbürokratisch“ ist auch eine schwere Sprache. Das gilt auch für die Steuererklärung. Die 148 Seiten im „Steuerwegweiser für Gemeinnützige Vereine“ wollte ich nicht komplett lesen, fand aber zum Glück einen altgedienten Vereinsvorsitzenden, der uns das verständlich erklärt hat. Was für jeden Fußballverein schon seit Jahren auf dem „Spielplan“ fürs Ehrenamt stand, mussten wir lernen: Wir sind meist im ideellen Bereich tätig. Wenn wir etwas veranstalten, geht es in den „Zweckbetrieb“. Und wenn wir etwas verkaufen, geht es in den „Geschäftsbetrieb“ über.
So könnte es vielleicht gelingen, dass der Dialekt-Dachverband weiter gemeinnützig unterwegs ist. Auch wenn wir nicht viel tun konnten unter Corona, fragen heute Mundart-Akteure aus Baden-Württemberg, wie man so einen Verbund gründet. Erfahrungsaustausch ist wichtig und überwindet selbst Sprachbarrieren, will man nicht nur da sagen.
Bevor sich jeder Verein jetzt auflöst, sollten wir uns in der Projektgruppe Vereinszukunft austauschen - Infos unter www.eschenburg.de/vereinszukunft im Internet - und mit vereinten Kräften die Zukunft angehen.