Titel Logo
Wochenzeitung für die Gemeinde Eschenburg
Ausgabe 12/2021
Goure
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Klimaschutz zahlt sich aus

Die Klimaschutz-Aktion „Fridays for Future“ hatte Landrat und Rathaus-Chefs angeschrieben und mit einem „Offenen Brief“ zum Handeln aufgerufen. Ich habe postwendend per E-Mail geantwortet und die Klima-Aktivisten eingeladen zur 10. Energie-Messe in Eschenburg und die vielen Dinge, die wir seit Jahren unter www.endlich-energie-de darstellen.

In den Forderungen der Klima-Aktivisten unserer Tage fehlen mir zwei Begriffe mit „B“, die meines Erachtens wichtig sind. Mit Brennstoffzelle, Bienenwiese und Bike bekommen wir die Welt nicht gerettet, es braucht hierfür zuerst Beratung. Denn jede Wende, jede Umkehr beginnt mit einer Einsicht, dass ich meine Ziele ändern und meinen Kurs korrigieren muss. Die „Energiewende“ für die eigenen vier Wände haben wir in Eschenburg mit Energiesprechstunden im Rathaus, Vorträgen, Exkursionen und Energiemessen eingeläutet.

Das zweite Wort mit „B“ heißt Berechnung. Verbesserungen muss ich auch belegen können. Klimaschutz muss sich auch auszahlen. Ein Beispiel von unserem Abwasserverband „Obere Dietzhölze“: Das Klärgas aus dem Faulturm wurde früher einfach abgefackelt, damit es nicht in die Atmosphäre gelangt und Schaden anrichtet. Heute wird es in einer Microgasturbine zu Strom und Wärme umgewandelt, was wir im Klärprozess beides ständig brauchen. Die Turbine mit ihrer stufenlos steigerbaren Leistung von bis zu 30 Kilowatt hat im vergangenen Jahr 131.257 Kilowattstunden Strom erzeugt.

Diesen Strom mussten wir nicht aus dem Netz ziehen, wofür wir bei unserem aktuellen Strompreis von 0,22 Euro insgesamt 28.876,54 € auf der Rechnung gehabt hätten. Für den selbsterzeugten Strom bekommen wir obendrauf den Bonus für „Kraft-Wärme-Kopplung“ in Höhe von 5,41 Cent je Kilowattstunde. Macht für das Jahr 2020 einen Bonus von 7.101 Euro.

Zusammengerechnet hat uns die Microgasanlage auf dem Klärwerk in Eibelshausen somit allein im vergangenen Jahr 35.977,54 Euro bei den Energie-Kosten gespart.

Wer jetzt noch meint, da stecke ja eine unverschämte Subvention drin, soll mal die Gegenfrage durchdenken, wo die Kilowattstunde Atomstrom eigentlich hätte rangieren müssen, wenn die Versorgung eingepreist worden wäre oder ein Atommeiler auch nur annähernd eine Versicherungsdeckung haben müsste wie ein Klärwerk. Klimaschutz kann sich auszahlen, wenn auch die Politik will, meint

Ihr Bürgermeister
Götz Konrad