Die blauen Container im Gewerbegebiet Heerfeld sind weder das neue Hotel, das in Modulbauweise in den nächsten Wochen erstellt wird, noch sind das Flüchtlings-Unterkünfte, wie sie allerorten benötigt werden. „Ich versuche, Nachhaltigkeit auf die Baustellen zu bringen“, verrät mir Frank Conrad. Der Fast-Namensvetter ist Technischer Leiter Gerätemanagement beim Bauunternehmen PORR. Der österreichische Konzern hat in Eschenburg 6.000 Quadratmeter gekauft, um hier seine Lagerplätze für die Hochbau-Sparte zu zentralisieren. Zwei bisherige Standorte in Frankfurt und Düsseldorf wurden auf Eiershäuser Gemarkung zusammengezogen. Hier werden die Büros für künftige Baustellen bereitgestellt, das sind die blauen Container mit der gelben Aufschrift. Wenn der Bau des Teilchenbeschleunigers FAIR in Darmstadt auf die Zielgeraden kommt, werden erste Container abgebaut und in Eschenburg instand gesetzt für den nächsten Einsatz. Der könnte zum Südschnellweg nach Hannover gehen, wo Porr in den nächsten Jahren baut und allein 200 Container benötigt. Besondere Brücken wie in Horb, der Windkanal am BMW-Werk oder die Verlängerung Stadtbahnlinie U5 in Frankfurt sind weitere Baustellen, für die Container als Arbeitsplatz eingerichtet werden. Und die Ausstattung dafür geht oft über die „Drehscheibe“ in Eschenburg. Für ein spezielles Schwerlastgerüst kommen demnächst alleine 20 Lkw-Ladungen. Ein Turmdrehkran und eine Lagerhalle sind am Standort in Eschenburg noch geplant, um die Spezialausrüstung hier zu lagern und zu laden. Zu der Ansammlung von blauen Baustromzählern kommen noch PV-Module, die bei Porr zunehmend in Einsatz kommen. Die blaue Baufirma sucht keinen „grünen“ Anstrich, sondern Nachhaltigkeit: Für die Außenanlage sind bereits Bäume gepflanzt. Statt Ahorn, wie im Bebauungsplan vorgeschlagen, sollte es Wildobst nach dem Willen des Bauherren sein. „Gibt es hier Imker?“, war eine der ersten Standortfragen, die mir Frank Conrad anfangs stellte. Es geht ihm um Zusammenarbeit vor Ort. Für den Betrieb des Lagerplatzes werden noch Schlosser, Elektriker oder andere „Allrounder“ gesucht erzählt mir der Namensverwandte. Wenn das Hotel nebenan bald fertig ist, können auch externe Experten hier Station machen. Der Idee von einer zentralen Lösung in Deutschland wird gerade Wirklichkeit, freut sich