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Wochenzeitung für die Gemeinde Eschenburg
Ausgabe 14/2021
Goure
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Der nächste Winter kommt bestimmt

Pass auf, es könnt‘ glatt sein - nicht nur der alte Witz besagt, dass man vor Pfingsten besser keine Sommerreifen aufs Auto montiert. Der Morgen nach Ostern hat uns auch nochmal bewusst gemacht, warum „Aprilwetter“ als wechselhaft gilt. Wann Winterreifen drauf müssen, muss jeder selber wissen: Die Straßenverkehrsordnung schreibt im Paragraf 2 entsprechende Bereifung nur vor, wenn auf der Straße winterliche Verhältnisse mit „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ herrschen. Das kann regional und saisonal unterschiedlich sein. Die Faustregel lautet „von O bis O“ - von Oktober bis Ostern ist die richtige Zeit für Winterreifen. Genauer ist das Thermometer: Fällt die Temperatur dauerhaft unter sieben Grad, wird es Zeit für Winterreifen.

Das macht uns als Gemeinde auch den Winterdienst so schwer. Auf der einen Seite müssen einige Arbeiten zu einer bestimmten Zeit erledigt sein - so darf an Bäumen und Sträuchern nur bis Ende Februar gesägt werden - auf der anderen Seite kann man keine Winterdienst-Bereitschaft personell planen „von O bis O“.

In diesem Winter hatten wir nicht nur mit Corona zu kämpfen, sondern einige Fahrzeuge hatten ihre Aussetzer und die „Personaldecke“ am Bauhof war dünner als die Schneedecke. Damit leisten wir immer noch mehr als im Gesetz steht und ich meine, es in auch an der Zeit dafür, „Danke!“ zu sagen. Es ist nämlich nicht selbstverständlich, dass Lkw, Unimog und Schlepper mit sperrigem Räumschild durch die Straßen manövriert werden, wenn an Ecken und unübersichtlichsten Stellen auch noch Autos geparkt sind. Da kommen die Kollegen manchmal auch nicht weiter.

Und wenn es nicht zu einem vertretbaren Aufwand zu schaffen ist, jeden Winkel unserer rund 100 Kilometer Gemeinde-Straße von Eis und Schnee frei zu halten, dann ist das oft enttäuschend für den Winterdienst. Denn wir machen das gut und gerne.

Aber selbst wenn der Winterdienst nicht so läuft, wie wir es gewohnt sind und gewöhnlich gerne leisten, genügen wir dem Gesetz. „Die Gemeinden haben im übrigen die öffentlichen Straßen innerhalb der geschlossenen Ortslage nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit vom Schnee zu räumen und bei Schnee- und Eisglätte zu streuen, soweit das zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erforderlich ist“, steht im Hessischen Straßengesetz (§ 10, Absatz 4).

Daran bitte denken wie an die eigenen Winterreifen und ans Parken in den Straßen vor dem nächsten Winter. Der nächste Winter kommt bestimmt.

Ihr Bürgermeister
Götz Konrad