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Wochenzeitung für die Gemeinde Eschenburg
Ausgabe 18/2018
Goure
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Goure

Von Kommunen und Kaufleuten

Nein, ich äußere mich nicht zur Landtagswahl. Ich muss aber was sagen zu dieser „Wahlfreiheit“, dass Kommunen jetzt wählen können, ob sie für die Sanierung ihrer Straßen Beiträge erheben oder die Porto-Kasse plündern. Was hier offenbar alle vergessen, sind das Haushaltsrecht und die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung. Seit 2008 sollen wir kaufmännisch rechnen. Doppik (Doppelte Buchführung in Konten) heißt das für Kommunen. Damit sollte der Werteverzehr nicht nur dargestellt werden, sondern die Abschreibungen müssen erwirtschaftet werden. Anders als Kaufleute mindert die Abschreibung aber nicht die Last der Abgaben, die Kommunen an Kreis, Land und Bund zu leisten haben. Deshalb ist es überlebenswichtig, der Abschreibung etwas entgegen zu setzen. Sonderpostenauflösung ist das Zauberwort, liebevoll SOPO abgekürzt. Wenn wir also die Straße gebaut haben und die Beiträge der Anlieger einkassiert haben (machen wir in Eschenburg ja ein Jahr später oder auch schon mit Ratenzahlung), wird diese Summe in den SOPO „geparkt“, sage ich mal untechnisch. Und jedes Jahr nehmen wir ein bisschen davon raus und packen es auf der Seite „Ertrag“ in die Waagschale. Das geht über 25 Jahre so, jedes Jahr also 4 Prozent. Auf der Aufwandsseite steht dann die Abschreibung der Straßen. Straßen werden über 25 Jahre abgeschrieben, sodass hier Beiträge und Abschreibung sich fast die Waage halten können. Diese Sonderposten-Auflösung beschert der Ertragsseite derzeit 279.300 € jährlich. Hätten wir also keine Beiträge, müssten wir diese Summe auf einem anderen Wege aufbringen. Bei der Grundsteuer müssten wir allein dafür 90 Prozentpunkte auf 490 anheben. Über jedwede Steuererhöhung würden sich Kreis, Land und Bund freilich freuen, weil sie vom Beitrag hingegen nichts haben. Wir können denen aber nicht jede Freude machen, beharrt

Ihr BürgermeisterGötz Konrad