Im Heimatmuseum läuft bis zum Festival und Frühjahrsmarkt am 10. Mai eine Ausstellung zum Hausnamen und Mundart. Mittendrin ist das Mundart-Plakat, das Hermine Schwehn (1939-2025) zur 700-Jahr-Feier von Eibelshausen anno 2014 gestaltet hat mit vielen schönen Begriffen. Die Stickmeisterin hatte ihre Idee mit Nadel und Garn umgesetzt, bevor das Plakat später gesetzt und gedruckt wurde. Eine sehr schöne Erinnerung, die Zukunft hat.
Im gleichen Jahr bekam ich ein zweites Plakat überreicht mit den Worten „su bont wäi ‘s Hennerlaand“. Reiner Wagner vom Dialektverein hatte Begriffe aus den 66 Dörfern des Hinterlands gesammelt und auf ein Plakat gebracht. Weil Roth und Simmersbach dazugehörten, bekam ich auch ein Exemplar. Und weil gerade die Doppellaute schwer zu schreiben sind, gibt es dazu auch das „sprechende Plakat“. Man schaue sich nur mal den „Weoul“ an, den wir eher als „Woul“ geschrieben und die Endbacher gewiss noch mit zwei bis drei „i“ in die Länge gezogen hätten.
Es gibt kein „Hessisch“, sondern die Vielfalt ist das Hessische. Und in Mittelhessen kommt alles zusammen. Das Lahn-Dill-Bergland ist darin der Schmelztiegel der Sprachgeschichte: Wir machen nicht jede Mode mit, sondern tragen das Beste weiter. Das „rollende Rrr“ und die vielen Doppellaute geben beredt Zeugnis für unseren zukunftsfähigen Zungenschlag. Denn schon bei der germanischen Lautverschiebung sind die einen links abgebogen und die anderen rechts. Falsch ist beides nicht. Entscheidend bleibt, ob wir uns wieder in der Mitte treffen und zusammenfinden. Die Ausstellung und das MundART-Festival zeigen: Hier im Herzen Hessens ist Mundart Herzens-Sache.