Luftlinie trennen 327 Kilometer. Die Fahrt geht fast an die 500 Kilometer - aber bei vielem sind sich die Gemeinde Eschenburg und die tschechische Stadt Bečov nad Teplou näher, als man denken mag. Der Besuch zum „Tag der Sicherheit“ zeigte sehr schnell, dass Feuerwehr hier genauso funktioniert wie „Hasiči“ dort. Bei der Feuerwehr am Fluss Tepl hängen 15 Schutzanzüge in der Umkleide, tagsüber sind meist auch nur eine Handvoll Kameraden erreichbar. Von Bürgermeister Miroslav Nepraš und Schloss-Chef Tomáš Wizovský liegen die Helme nebeneinander. Feuerwehr ist auch hier Nachbarschaftshilfe.
Für die 935 Einwohner des kleinen Städtchens ist es nicht einfach, für Sicherheit zu sorgen. Bei der steigenden Zahl von Autounfällen und Waldbränden ist es wichtig, dass zumindest eine kleine, aber schlagkräftige Gruppe vor Ort eingreifen kann. Die 10 Minuten Hilfsfrist gilt wie in Deutschland.
Die sechs Feuerwehr-Kameraden aus Deutschland waren begeistert vom Engagement der kleineren Einheit. Ein Besuch des Feuerwehrhauses war am Anreisetag ein Blickfang - auch im Detail. Die Elektro-Installation war besser als in den meisten größeren Häusern, sahen die Fachleute aus Deutschland. Mit mehr Neugier als Neid wurde auch der Fuhrpark beäugt. „Hier gibt es einfach nicht so viele Vorschriften“, sagte Eschenburgs Vize-Gemeindebrandinspektor Björn Gerhardt, der die deutsche Delegation mit Bürgermeister Götz Konrad anführte.
Die „Ausstellung“ beim „Den bezpečnosti“ erstreckte sich vom Schloss bis zum Rathaus und bot für die kleinen wie großen Besucher viel Action und Anschauungsunterricht - von der Vorsicht bei der Fettexplosion bis zum Hubschrauber-Einsatz für die Höhenrettung. Die Feuerwehr Eschenburg war mit einem Gerätewagen vor Ort, der auch bei übergreifenden Auslandseinsätzen eingesetzt werden können muss. Die gemischte Eschenburger Gruppe mit Kameraden aus Wissenbach und Simmersbach hatten den Stromerzeuger und die Gefahrgut-Ausrüstung mitgebracht zur Ausstellung. Der „Fire Trainer“ war vorm Rathaus eine gute Gelegenheit für Besucher, mit einem Handfeuerlöscher selbst ein Feuer zu löschen.
Bei der feierlichen Eröffnung staunten Petr Kubis als Hauptmann des Kreises Karlsbad und der regionale Feuerwehr-Direktor Oldřich Volf nicht schlecht, als die Hasiči Bečov nad Teplou Verstärkung bekam von der Freiwilligen Feuerwehr Eschenburg. Vor dem Abrücken am Abreisetag schauten sich die Eschenburger den Botanischen Garten in Becov an, der noch mehr als Schloss und Burg mehr Bürgerpark als feudaler Tummelplatz geworden ist: Hier wäre ein gutes Gelände für ein Camp der Jugendfeuerwehr - und ein ideales Terrain für die nächsten Schritte der Freundschaft zwischen den Menschen in Eschenburg und Bečov nad Teplou.