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Wochenzeitung für die Gemeinde Eschenburg
Ausgabe 22/2020
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Fotowettbewerb auch als Zeitreise:

Geschichts-Nahtstellen in der Nähe

Die Philippsbuche bei Simmersbach ist eine „Nahtstelle“ der hessischen und europäischen Geschichte. Vielleicht auch ein gutes Thema für Geschichts-Perspektiven bei unserem Fotowettbewerb.

Es wäre zu schön gewesen, ausgerechnet in der Europa-Woche Anfang Mai auf den Spuren der europäischen Geschichte unterwegs zu sein und ausgerechnet in Eschenburg ans Ziel zu kommen. Was die „Hinterländer Mountainbiker“ ihre Tour verschieben ließ, bescherte Corona manchem Spaziergänger als unverhoffte Zeitreise.

„Zur Erinnerung an die Heimkehr des Landgrafen Philipp von Hessen aus 5-jähriger spanisch-niederländischer Gefangenschaft am 10.09.1552“, steht in großen Lettern in Stein gemeißelt unter dem Baum. Die Buche ist zwar nicht die erste am Standort, aber die Stelle ist verbrieft. Landgraf Philipp von Hessen, den man den „Großmütigen“ nannte, betrat hier erstmals wieder den Boden seines Heimatlandes. Er wurde am 05.09.1552 in Löwen, im heutigen Belgien, von Königin Maria auf freien Fuß gesetzt und ritt, begleitet von 300 spanischen Reitern, zurück in seine Heimat.

Die Tour von Löwen in Belgien zum Staffelböll haben die Hinterländer Mountainbiker schon einmal gefahren, wie sie auf ihrer Internetseite www.hinterlaendermountainbiker.de dokumentieren. Diesmal wollten die „Histo(u)rikert“ in der Eurpa-Woche fahren. Hessens verstorbener Finanzminister Dr. Thomas Schäfer wollte, als geschichtsbewusster Hinterländer, die Aktion von der Landesregierung begleiten.

Wie bedeutend dieser geschichtsträchtige Ort immer noch ist, zeigt der Video-Gottesdienst, den die Kirchengemeinden Simmersbach und Hirzenhain (im Internet unter www.kirche-eschenburg.de) an der Philippsbuche vorab gedreht haben und als Freiluftgottesdienst übers Netz allen zugänglich machen. Das wird gewiss wieder eine sehenswerte Inszenierung - und womöglich auch ein Denkanstoß, sich mit Geschichte, Gegenwart und Zukunft auseinanderzusetzen. Die Philippsbuche ziert das Wappen der Simmersbacher, ist aber eine wichtige „Nahtstelle“ der Geschichte Hessens, Europas und Eschenburgs.

Mit dem Fotowettbewerb unter dem Motto „Gruß aus Eschenburg“ geht es auch darum, dass die Gemeinde Eschenburg 1971 gegründet wurde durch den freiwilligen Zusammenschluss der Dörfer Eibelshausen, Eiershausen und Wissenbach. Hirzenhain, Simmersbach und Roth folgten 1974. Teilnehmer können ein möglichst aktuelles eigenes Foto in digitaler Form liefern. Die Aufnahme in Datei-Form sollte groß genug sein, um daraus auch Vergrößerungen im Format 50 x 70 zu erstellen. Alle Einsender erklären sich bei ihrer Teilnahme einverstanden, dass die Aufnahmen später im Kalender, in einer Ausstellung und auch in Publikationen der Gemeinde Eschenburg erscheinen können. Im Breitband-Zeitalter sollten Zusendungen per E-Mail an die Adresse buergermeister@eschenburg.de möglich sein.

Der Gewinner erhält einen neuen Gutschein über 100 € für das Freizeitbad „Panoramablick“. Der Zweitplatzierte bekommt ein Ticket über 50 Euro. Und der Drittplatzierte kann für 25 Euro baden gehen. Der Rechtsweg ist bei diesem Fotowettbewerb ausgeschlossen.

Und wann die Tour der „Hinterländer Mountainbiker“ doch noch starten kann, werden wir gerne berichten.

Heimkehr nach Hessen: Den Weg von Landgraf Philipp aus der Gefangenschaft in Belgien zurück nach Hessen wollen die Histo(u)riker als nächstes nachfahren. Der Termin ist zwar wegen Corona verschoben, aber das wird die Hinterländer Mountainbiker nicht aufhalten.