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Wochenzeitung für die Gemeinde Eschenburg
Ausgabe 27/2018
Goure
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Schutz und Schirm gegen versteinerte Mienen

Habe gerade ein „Grußwort“ geschrieben für die Chronik 750 Jahre Hirzenhain. Nun weiß ich aber aus zuverlässiger Quelle, dass Hirzenhain älter ist: Schon die Kelten haben sich dort gegen die Römer zusammengerottet. Oppidum (Fliehburg) heißt das auf Latein, was bei uns damals auf den Höhen - Eschenburg, Angelburg, Heunstein, Dünsberg und so weiter - verbreitet war. Ein beredt Zeugnis dafür ist ausgerechnet ein stummer Zeuge: Eine Steinstele mit menschlichem Antlitz wurde in der Nähe des heutigen Fußballplatzes 1956 von einem Steinbruchbetreiber gefunden. Das Original in der Sammlung nassauischer Altertümer in Wiesbaden einverleibt, steht im Herborner Stadtmuseum eine Kopie und an der Hirzenhainer Schutzhütte eine Nachahmung.

Das ist so ähnlich, wie der „Schirmherr“, den mir die Hirzenhainer zum Jubiläum angetragen haben. Der Schirmherr hat nämlich nichts mit dem Wetter fürs Fest oder gar den Finanzen zu tun, sondern im Mittelalter hat der Lehnsherr seinem Vasallen „Schutz und Schirm“ gewährt - und er hat von seinen Lehnsleuten Rat und Hilfe (consilium et auxilium) entgegen gebracht bekommen. Seitdem das Land Hessen nur noch von Schutzschirm am Stück redet, nehmen die auch keinen Rat mehr an. Helfen wir uns also selbst und deuten diesen Keltenstein mal selbst: Wir sollen beim Jubiläum wie bei der Politik nicht so versteinerte Mienen machen, meint

Ihr BürgermeisterGötz Konrad