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Wochenzeitung für die Gemeinde Eschenburg
Ausgabe 28/2020
Goure
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Mindestabstand ist das Mindeste

Klar fällt das Virus nicht nach 1,50 Metern zu Boden. Corona „fliegt“ viel weiter, wenn ein stimmstarker Gesang oder auch nur die feuchte Aussprache eines Redners den Erreger in den Raum trägt. Nur war das nicht immer fair, dass Gesang und Musik in geschlossenen Räumen verboten blieb, wir haben uns aber mitunter für weniger die Köpfe heiß geredet und uns unbewusst der Ansteckungsgefahr ausgesetzt. Denn Covid-19 ist wohl auch ein versierter Thermiksegler; über die heiße Luft, die Menschen nun mal erzeugen, kann das Virus gleiten.

Das muss man wissen, um den Sinn der Sicherheitsvorkehrungen zu erkennen. Als die Länder ihre eigenen Regeln aufstellten und freilich lieber „Lockerung“ als „Lockdown“ schrien, hat das Bundeskanzlerin Angela Merkel genau richtig gemacht und wohl gedacht: Macht doch, was ihr wollt, aber der Mindestabstand bleibt.

1,50 Meter ist das Maß aller Dinge. Im Schwimmbad kann man sich das mit der Pool-Nudel bildlich vorstellen. Für das Hygiene-Konzept im DGH muss ich rechnerisch nun mit drei Quadratmetern pro Besucher planen, aber in der Praxis stets beherzigen: Der Mindestabstand ist das Mindeste. Wenn ich diese anderthalb Meter unterschreite, sollte ich zur Maske greifen, wenn wir nicht im gleichen Haus leben. Weil das Singen mit Maske nicht so schön ist, sollte ich dabei mehr Sicherheitsabstand einplanen und auch einhalten. Aber es geht endlich wieder: „Dringend empfohlen wird, auf Chorgesang und anderes gemeinsames Singen in geschlossenen Räum oder ohne Mindestabstand von mindestens 3 Metern zu verzichten; dies gilt gleichermaßen für Vereine wie auch für Proben oder Veranstaltungen.“ So steht es in den Auslegungsweisen. Oder einfacher ausgedrückt: Es darf wieder gesungen werden - mit Sicherheit.

Auf dem Spielplatz und im Schwimmbad hat das mit Kindern und Jugendlichen prima geklappt. Deshalb sollten wir Erwachsenen es ihnen nachmachen: Einfache Regeln einfach befolgen. Mindestabstand ist das Mindeste. Nur guter Gesang braucht die doppelte Distanz, um nun wieder erklingen zu dürfen.

Ihr Bürgermeister
Götz Konrad