Wir sind gerade dabei, eine so genannte Projektskizze zu formulieren, um beim Bund einen Förderantrag fürs Freizeitbad zu stellen beim Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten“. Die Bewerbungs-Plattform dazu heißt „easyOnline“ und ist zwar online, aber nicht easy. Das haben wir vor zehn Jahren schon mal erlebt. Die Absage kam zwei Monate später. Für die rund 1.000 Anträge hätte der Bund zwei Milliarden Euro Geld zur Förderung gebraucht, hatte aber nur 140 Millionen eingeplant. Unser Vorhaben damals war wohl zu klein; die geförderten Projekte fingen bei einer Million Baukosten erst an.
Heute stehen wir vor einer Millionen-Investition, aber mit der Betonsanierung als „dickstem Brocken“ wollen wir das Schwimmbad fit machen für die nächsten 50 Jahre. Und anders als vor zehn Jahren hat der Zweckverband „Mittelpunktschwimmbad Dietzhölztal“ mittlerweile mit seinen beiden Mitgliedern Eschenburg und Dietzhölztal zu einem neuen Miteinander gefunden. Statt über die Kosten zu streiten, fangen wir gerade an, uns über den Nutzen zu freuen.
„Die Errichtung des Hallenbades ist seit Jahren eine Lebensnotwendigkeit für die Bevölkerung des nördlichen Dillkreises“, hieß es schon bei der Gründung des Zweckverbands „Mittelpunktschwimmbad Dietzhölztal“ am 15.11.1969 an der Mittelpunktschule in Eibelshausen. Otto Friedrich Schlemper als Initiator sprach immer von der „Daseinsvorsorge“. Das bedeutet nicht nur, dass man dafür sorgen muss, dass das Schwimmbad da ist, sondern heute auch dafür zu sorgen, dass es dableibt. Das steht heute - zehn Jahre nach der Einigung - eigentlich außer Frage.
Wir planen ein Bauprogramm 2027-2031, bei dem die Schließung unseres Schwimmbads möglichst spät erfolgen muss und möglichst kurz ist. Dennoch werden wir Hilfe aus der Nachbarschaft brauchen, nicht nur in der Zwischenzeit, sondern für die Zukunft.
Wir achten auch bei unserem Förderantrag darauf, dass wir uns mit den Schwimmbädern in 13 (Dillenburg), 17 (Haiger) oder 23 Kilometern (Bad Endbach) sinnvoll ergänzen. Das eine Bad hat ein 3-Meter-Brett, das andere 50-Meter-Bahnen, das dritte eine richtige Sauna-Landschaft. Da muss man nicht neidisch werden, sondern darf froh sein über diese Nachbarschaft. Unser Freizeitbad „Panoramablick“ ist vor allem fürs Schwimmenlernen, für Familien und für die Gesundheit da. Wenn wir statt Konkurrenz eher Kohärenz sehen und statt Zank die Zusammenarbeit suchen, dann hat diese Daseinsvorsorge auch ihre Daseinsberechtigung, meint