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Wochenzeitung für die Gemeinde Eschenburg
Ausgabe 37/2020
Goure
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Niemand hat 10.000 Jahre Zeit für den eigenen Müll

Es sind nicht die exotischen Vögel, sondern die einfachen Erkenntnisse, die den Tierpark Herborn immer wieder zu einem lohnenden Ziel machen. Hier lernt Mensch etwas - auch über sich selbst. Und wenn auf einem großen Schaubild unser Müll und dessen Verrottungsdauer gezeigt wird, muss ich an all die Ruhebänke denken, wo viele völlig achtlos ihren Müll einfach fallen lassen. Ein Papiertaschentuch ist in 3 Monaten vergangen, aber eine PET-Flasche erst in 500 Jahren. Ein Zigarettenstummel verschwindet nach einem bis fünf Jahren, eine Plastikfolie hält sich 30 bis 40 Jahre, ein Tetra-Pack oder ein Styroporstück ganze 1.000 Jahre. Das Kaugummi-Papier vermodert in 5 Jahren, aber beim Kronkorken sind es 100 Jahre. Der Joghurtbecher, den man besser ungespült in den Gelben Sack steckt oder in die Tonne wirft, braucht in der Natur 10.000 Jahre zum Vermodern. Soviel Zeit muss sein für Umweltpädagogik - am besten beim nächsten Besuch im Vogelpark auch mal anschauen und darüber nachdenken.

Denn sonst wird das wahr, was eine andere Präsentation im Vogelpark zeigt. Wenn man eine Klappe öffnet mit der Aufschrift „Das gefährlichste Raubtier der Welt“ schaut man nämlich in einen Spiegel. Der Mensch ist das größte Raubtier auf Erden, wenn wir nicht Rücksicht nehmen auf Natur und Tierwelt.

Ihr Bürgermeister
Götz Konrad