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Wochenzeitung für die Gemeinde Eschenburg
Ausgabe 4/2019
Goure
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Vom Osterhasen nicht aus der Ruhe bringen lassen

Vom Osterhasen nicht aus der Ruhe bringen lassen

Nein, wir haben die Weihnachtsbeleuchtung nicht vergessen. Und nein, am Dreikönigstag haben Sterne, Lichterketten und Pyramiden noch nicht ausgedient. Da bin ich erzkonservativ. Erzgebirgskonservativ sogar: In einigen Teilen Deutschlands wird der Weihnachtsschmuck stehen gelassen bis zu „Mariä Lichtmess“. Dieser 40. Tag nach Weihnachten war bis 1912 in Bayern sogar Feiertag. An diesem zweiten Februar wird in Sachsen und in einigen Regionen des Erzgebirges das Ende der Weihnachtszeit mit einer Lichtmessvesper begangen, die Weihnachtsbeleuchtung ausgelöscht und ein Festessen ausgerichtet. Von Wegen „Dunkeldeutschland“.

Nicht nur die Feigheit vor der Deko hat mich diese Tradition annehmen lassen, so dass bei uns die Festbeleuchtung noch ein paar Tage brennen darf. Ich lasse mich auch nicht von denen aus der Ruhe bringen, die jetzt schon die Osterhasen ins Rennen schicken wollen. Alles hat seine Zeit. Und deshalb begann am 2. Februar auch das Bauernjahr. „Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit“, lautet eine Bauernregel.

Beim Winter gilt für mich übrigens eine 50-Tages-Frist, die aber aus dem Hirzenhainer Hochland stammt: Die Winterreifen machen wir erst zu Pfingsten ab, was bekanntlich 50 Tage nach Ostern ist.

Beim Wetter indes finde ich, auch wenn dabei meine aktuelle Ansicht der drohenden Käferplage geschuldet ist, dass wir es eben nicht frühlingshaft warm oder winterlich weiß haben sollten. So ein richtig fieses „Suddelwetter“ gefällt eigentlich nur dem Grundwasserspiegel, der nach dem Rekord-Sommer noch Durst hat, ist aber auch Stress für den Borkenkäfer. Und der Baumbewohner soll es eben nicht unnötig gemütlich haben - weder vor, noch nach Mariä Lichtmess. Das denkt gerade

Ihr Bürgermeister
Götz Konrad