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Wochenzeitung für die Gemeinde Eschenburg
Ausgabe 43/2018
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Nach Denkmal-Diebstahl erster Volkstrauertag mit neuen Tafeln

Diebstahl am Denkmal: Zwölf Bronzeplatten sind an den Friedhöfen Eibelshausen und Simmersbach gestohlen worden.

Kein Name soll vergessen werden: Für die neuen Platten, die aus einem Verbundmaterial hergestellt sind, wurden wieder alle Namen aufgeschrieben. Neu ist die Überschrift, denn wir gedenken den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft.

Nach dem dreisten Diebstahl von zwölf Gedenkplatten aus Bronze wird der Volkstrauertag (18. November) in Eschenburg erstmals mit neuen Tafeln begangen. Die Zentrale Gedenkveranstaltung wird um 14 Uhr auf dem Friedhof im Ortsteil Simmersbach stattfinden, wo nun mit den Namen der Gefallenen und Vermissten an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht wird. „Sorgt Ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibt“, steht nun auch an den neuen Tafeln, die aus Verbundmaterial gefertigt sind.

In einer Nacht Anfang August vergangenen Jahres waren von den Friedhöfen in Eibelshausen und Simmersbach insgesamt zwölf Bronzeplatten gestohlen worden. Der materielle Wert betrug 15.000 Euro, der ideelle Schaden wog weit schwerer. „Hier wurde das Andenken der Opfer aufs Übelste beschädigt. In Eschenburg halten wir das Erinnern hoch, weil die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg nicht friedlicher geworden ist. Und hierfür wurden uns die Namen der Menschen geraubt, deren Tod in fast jeder Familie eine bleibende Wunde gerissen hat“, sagt Bürgermeister Götz Konrad heute noch.

Um die Gedenktafeln wieder neu anfertigen zu lassen, waren Varianten in Bronze und Stein geprüft worden. Nicht nur, weil sie günstiger sind, sondern auch für Metalldiebe uninteressant bleiben, fiel die Wahl auf Alu-Dibond, die eine ortsansässige Werbefirma schlicht, aber würdig umsetzte.

Die zentrale Gedenkveranstaltung beginnt in Simmersbach um 14 Uhr in der Friedhofshalle, in allen anderen fünf Ortsteilen finden Kranzniederlegungen statt. Auch in Eibelshausen konnten insgesamt neun gestohlene Gedenktafeln durch neue ersetzt werden. Die rund 3.500 Euro Kosten konnten allesamt durch Spender aufgebracht werden. „Denen wollen wir am Volkstrauertag danken, dass unsere Denkmäler Orte des Erinnerns bleiben“, sagt Bürgermeister Konrad.