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Wochenzeitung für die Gemeinde Eschenburg
Ausgabe 50/2018
Goure
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Wir sind nicht die Griswolds, sondern Gemeinde

Wir sind nicht die Griswolds, sondern Gemeinde

Über Geschmack kann man bekanntlich streiten, aber das will ich nicht. Ich möchte eher um Verständnis werben. Die Gemeinde Eschenburg stellt für die Adventszeit die Weihnachtsbeleuchtung und auch die Weihnachtsbäume in allen sechs Ortsteilen nicht auf, um Menschen zu ärgern. Ganz im Gegenteil. Nur müssen wir im Rahmen bleiben und können kein Wettrüsten veranstalten wie bei den Griswolds im Film „Schöne Bescherung“.

In Eschenburg haben wir 25 alte Sterne und 44 neue Sterne, die an die Laternen befestigt werden. Ein Dutzend Aufsatzsterne kommen auf die historischen Straßenlampen. Sechs Sternenbänder überspannen die Straßen. Neun lange Lichterketten haben wir für die Weihnachtsbäume. Die kann man freilich nicht einfach im Baumarkt kaufen und muss sie auch ständig überprüfen, weil im öffentlichen Raum gesteigerte Sicherheits-Standards gelten.

Herabsetzen konnten wir den Stromverbrauch: „Verbrannten“ die 2.446 Birnchen in einem Winter rund 22.000 Kilowattstunden zum Preis von mehr als 4.300 €, so kommen wir mit LED seit 2012 auf 2.450 Kilowattstunden, die mit 485 € zu Buche schlagen.

Vor vielen Jahren hat die Gewerbegemeinschaft mal diese Ausstattung finanziell unterstützt, denn schließlich wollen wir ja alle etwas von der Vorfreude aufs Fest haben. „Früher war mehr Lametta“, beklagt sich Opa Hoppenstedt. Einen ähnlichen Eindruck wie Loriots Kultfigur haben zuweilen auch Eschenburger. So wird mancher Weihnachtsbaum in sozialen Medien geradezu als asozial bezeichnet, dabei ist er nicht anders geschmückt als im Vorjahr. Leider sind wir Gemeinde und nicht die Griswolds, deshalb hilft auch kein spontanes Sponsoring mit Baumarkt-Leuchten und Lametta-Resten. Das kann nämlich teuer werden, wenn es zu einem Versicherungsfall wird oder der Baum später als Sondermüll entsorgt werden müsste.

Wer wirklich helfen will, ist jetzt schon eingeladen das im kommenden Jahr überlegt und gemeinsam zu tun: Für 2020 rufen wir nicht nur auf, einen Weihnachtsbaum zu spenden, sondern fragen auch, wer Lichterketten und verträglichen Schmuck stiften möchte. Die Montage, die derzeit unter Hochdruck vor dem ersten Advent nur von eigenem Personal geleistet und verantwortet werden kann, müsste für eine konzertierte Aktion gut geplant und gemeinsam angegangen werden.

Alleingänge enden sonst wie bei den Griswolds, aber das eignet sich nur für Filmvergnügen zu den Feiertagen. Vernünftige Vorfreude wünscht

Ihr Bürgermeister
Götz Konrad