Die Familien Michaels und Stern sind nach Deutschland gekommen, um die Heimatorte ihrer Vorfahren Simon und Stern aufzusuchen.
Florstadt kommt dabei zu einem sehr frühen Zeitpunkt ins Spiel, denn die Urgroßeltern verließen Florstadt schon früh Richtung Melbach und Gladenbach. Im späten 19. Und frühen 20.Jahrhundert gab es ganz allgemein eine große Bewegung, besonders in die Städte, wo durch die Industrialisierung neue Arbeitsplätze entstanden und jüdische Einwohner durch die größere Anonymität oft mehr Freiheiten besaßen.
Über die Gründe dieser Familie wissen wir nichts Genaueres. Manchmal sind auch einfach Eheschließungen der Grund.
In Begleitung von Barbara Merz und Monika Rhein, die sich mit der Erforschung des jüdischen Lebens in Nieder-Florstadt befassen, gab eine kleine Führung durch den alten Ortskern, den Standort der ehemaligen Synagoge und zum Überrest des jüdischen Friedhofs. Anschließend gab es noch einen netten Austausch im Garten bei „himmlisch Erdbeerkuchen“ (so Leslie Michaels).
Auch für das Wissen um die Florstädter jüdische Gemeinde war der Besuch hilfreich, denn nun liegen neue Stammbäume vor. Da es in Florstadt gleich fünfmal einen Abraham Stern gab, war es kompliziert mit dieser Familie. Wir konnten Abraham Stern III aus der Weitgasse 13 als Vorfahren identifizieren.
Besonders nachgewirkt hat die Frage der Gäste: Wie konnte die Verfolgung der Juden in so einem kleinen Dorf passieren, wo sich doch alle Leute kannten?