Nach diversen Medienberichten und auf Nachfrage vieler besorgter Eltern reagierte DUB/Die Linke mit einer Anfrage an die Stadtverwaltung bezüglich personalbedingter reduzierter Öffnungszeiten beziehungsweise kompletter Schließtage wegen Personalmangels.
Allein krankheitsbedingt fehlen den Kitas, laut Medienberichten und dort erwähnter diverser Klagen der Kitaleitungen ca. 25 Prozent an Personal. Zusätzliches Personal fehlt durch unbesetzte Stellen. Das hat zur Folge, dass Kitas ihre Bildungsaufgaben nicht mehr erfüllen können und die Öffnungszeiten reduziert werden, bzw. Gruppen in Kitas ganztägig schließen.
Das Ergebnis der Anfrage war mehr als ernüchternd. In den 14 Kitas im Blieskasteler Stadtgebiet waren bis Juli 2022 insgesamt an mehr als 248 Tagen die Öffnungszeiten Personalbedingt gekürzt, an weiteren Tagen wurden die Eltern auf freiwilliger Basis gebeten, ihre Kinder zuhause zu betreuen. Dabei war kein Unterschied zu merken, ob es sich um Einrichtungen kirchlicher oder städtischer Art handelt.
In einer ersten Reaktion lud die DUB die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Frau Jutta Schmitt-Lang, um sich ausführlich über die Situation in den Kitas landesweit zu informieren. Die Landtagsabgeordnete teilte die Sorgen über ein sich für Kinder und Erzieher/innen zunehmend negativ entwickelndes Umfeld. Jutta Schmitt-Lang machte sehr deutlich, dass man nicht nur die Kitagebühr sehen darf, sondern auch Wert auf eine bessere und verlässliche Qualität in einem zumutbaren Berufsumfeld achten muss. Gezielt hat die DUB im weiteren Diskussionsverlauf nach Lösungsmöglichkeiten gesucht, um die Personalsituation und die Qualität im Stadtgebiet zu verbessern.
Kritisiert wurde die unzureichende Anzahl der Kitaplätzte vor dem Hintergrund des Rechtsanspruchs nach § 24 SGB VIII (Sozialgesetzbuch, Achtes Buch, Kinder- und Jugendhilfe) und entsprechender Urteile der nahen Vergangenheit.
Auch hier ist im Bereich der Stadt Blieskastel akuter Handlungsbedarf angesagt.
Als erste konkrete Lösungsmöglichkeit, um langfristig den Personalnotstand zu kompensieren könnte eine verstärkte Nutzung der Erzieherausbildung in Form der Praxisintegrierten Ausbildung (PIA) ins Auge gefasst werden. Zur Verbesserung der Qualität müsste das Verhältnis von Erzieher/innen und Kindern langfristig angepasst werden. Wir werden hierzu Kontakt zur Verwaltung aufnehmen, um konkrete Verbesserungsmöglichkeiten für die Blieskasteler Kitas auszuloten und ggf. entsprechende Anträge in den Stadtrat einbringen bzw. Anträge anderer Fraktionen zur Verbesserung der Lage unterstützen.
Unser Dank gilt an dieser Stelle allen Erzieher/innen die sich trotz der seit Jahren angespannten Lagen engagieren.