- Die Schlehe (Prunus spinosa)
Je nach Wetterlage stehen Mitte/Ende März die Schlehenhecken bereits in voller Blüte. Eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen, Wildbienen, Fliegen, Käfer und Schmetterlinge, da andere Nahrungsquellen nach dem Winter noch nicht zur Verfügung stehen.
Die Schlehe (Prunus spinosa), auch bekannt als Schwarzdorn, Schlehendorn, Heckendorn oder Sauerpflaume, ist ein kleiner, sommergrüner Strauch der Rosengewächse. Sie kommt in gemäßigten Regionen Europas, Nordafrika und Westasien vor.
Sind Schlehe und Weißdorn das Gleiche?
Es kommt oft zu Verwechselungen, da auch der Weißdorn mit Dornen besetzt ist. Der Weißdorn verästelt jedoch stärker und die Triebe stehen im Winkel von 90 Grad ab. Schlehen besitzen eine dunkle Rinde und sattgrüne Blätter. Die Schlehe blüht auch schon lange vor dem Austrieb ihres Laubes. Ihre weißen Blüten erscheinen bereits im März und April. Aus der Blüte (glockiger Blütenbecher mit fünf eiförmigen Kelchblätter) entwickeln sich 6 bis 18 mm große Steinfrüchte, die in ihrer Reife von grün nach blauschwarz wechseln. Die Früchte der Schlehe sind ab Mitte September reif. Erst nach dem ersten Frost sollten sie zur Weiterverwertung geerntet werden, da Teile der bitter schmeckenden Gerbstoffe abgebaut wurden. Die Früchte (Schlehen) werden gerne zu Fruchtsaft, Obstwein, Likör oder Schnaps und Marmelade verarbeitet.
Die flachwurzelnde Schlehe wächst als Strauch oder als kleiner, oft mehrstämmiger Baum, der bis zu 40 Jahre alt werden kann. Sie erreicht eine Wuchshöhe von ca. 3 Metern. Die Triebe färben sich rotbraun. Die Laubblätter der Schlehe stehen an 2 bis 10 mm langen Blattstielen. Die Blätter sind wechselständig und büschelig-spiralig angeordnet. Die Blattspreite ist ca. 2 bis 5 cm lang und zwischen 1 bis 2 cm breit. Der Blattrand weist eine doppelte, feine Zahnung auf. Sie bevorzugt zudem Böden mit guter Wasserversorgung.
Die Stadt Dranske (Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen im Norden der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern) führt einen Schlehenzweig mit Früchten in seinem Wappen.
In früheren Zeiten fanden die Äste des Schlehdorns zur Konzentrierung der Salzsole in Gradierwerken, z. Bsp. im Gradierwerk in Bad Salzuflen, eine wichtige Verwendung.
Das Holz der Schlehe wird auch gerne zum Schnitzen (z. Bsp. Spazierstöcke) und zur Herstellung von Peitschenstielen verwendet.
Zudem wird der Schlehe unterstellt, dass ihre Zweige für die Dornenkrone Jesu verwendet wurden.
In der Historischen Heilkunde galt das Schlehenelixier als geeignetes Stärkungsmittel nach Infektionskrankheiten.