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Blieskasteler Nachrichten
Ausgabe 24/2026
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Der Fingerhut (Digitalis)

Der Fingerhut gehört mit seinen etwa 20 Arten zur Familie der Wegerichgewächse. Er ist eine zweijährige Pflanze. Gebildet wird er aus den Stängeln einer Rosette, die bis zu zwei Meter Höhe erreichen kann. Die Blätter der krautigen Pflanze sind eiförmig, leicht zugespitzt und mit langen Stielen. Die zahlreichen Blüten, die erst im zweiten Jahr gebildet werden, ordnen sich wie Trauben an lange Blütenstände an und erinnern in ihrem trichterförmigen Aussehen an Fingerhüte. Daher sein umgangssprachlicher Name.

Die Blütezeit ist von Juni bis August. Danach entwickeln sich aus den Blüten etwa 1 – 1,2 cm lange Kapselfrüchte. Bestäubt werden die Fingerhutblüten vor allem von Hummeln und anderen Bienenarten.

Ursprünglich war der rote Fingerhut in West- und Mitteleuropa beheimatet. Er ist jedoch mittlerweile auch in Nordamerika und in südlicheren Regionen wie z. Bsp. Marokko und Madeira anzutreffen. In Deutschland kommen neben dem Roten Fingerhut noch der Gelbe Fingerhut und der ebenfalls gelbe Großblütige Fingerhut vor.

Im Raum Blieskastel wächst er unter anderem im Niederwürzbacher und Lautzkircher Wald (siehe Bild).

Man findet ihn zunehmend an Waldrändern, Waldwegen und auf Lichtungen. Er bevorzugt kalkarme, leicht saure Böden.

Seine Heilwirkung:

Der Fingerhut ist hochgiftig. Jedoch kommen Inhaltsstoffe, die aus seinen Blättern gewonnen werden in zahlreichen Medikamenten zum Einsatz wie z. Bsp. bei Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Angina pectoris und Ödemen.

Der Rote Fingerhut genießt in Irland, wo der Glaube an Elfen und Trolle fest im nationalen Kulturgut verankert ist, eine wichtige Stellung als symbolträchtige Pflanze in zahlreichen Legenden über das Elfenvolk. Er dient den Elfen zumeist als „Käppchen“.