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Blieskasteler Nachrichten
Ausgabe 33/2026
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Drüsige Springkraut

Ein Purpur-Blütenmeer aus dem Himalaya

Das Drüsige Springkraut verdrängt heimische Pflanzen

Etwa 73 Prozent der in Deutschland vorkommenden Gefäßpflanzen wurden durch den Menschen in die heimische Pflanzenwelt eingebracht. Ein Teil dieser Arten gilt als invasiv oder potenziell invasiv, da sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in den kommenden Dekaden verstärkt ausbreiten werden – und das zu Ungunsten heimischer Pflanzen. Dazu gehört auch das Drüsige Springkraut (oder auch Indisches Springkraut), welches sich im Juli noch gut zurückdrängen lässt.

Wie erkenne ich das Drüsige Springkraut?

Die Pflanze sieht dem heimischen Springkraut im jungen Stadium ähnlich, jedoch unterscheidet sie sich später deutlich durch eine größere Wuchshöhe von 1 - 2,5 Metern und durch seine großen purpur-rosa Blüten.

Wie kam der Neophyt nach Deutschland?

Das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) ist eine einjährige krautige Pflanze und kommt ursprünglich aus dem indischen Raum. Aufgrund der auffälligen, nektar- und pollenreichen Blüten wurde die Art zu Beginn des 19. Jahrhundert in Europa als Gartenpflanze und zu Gunsten der Imkerei eingebürgert. Seitdem breitet sie sich vor allem in Auwäldern und an Bachläufen aus. Somit gilt die Pflanze heute als sogenannter Neophyt.

Vor welchen Herausforderungen steht die gebietsheimische Flora?

Die invasive Art bedroht die heimischen Pflanzengesellschaften seltener Biotope. Sie ist auf gut wasserversorgten Böden einem Großteil der heimischen Flora durch ihr schnelles Wachstum und eine hohe Samendichte von bis zu 32.000 Samen pro Kubikmeter überlegen. Außerdem werden die Samen nach der Reifung bis zu sieben Meter weit aus ihrer Kapsel geschleudert. Das führt dazu, dass sie über die Wasserstraßen transportiert und wieder angeschwemmt werden. Dort können sich die Pflanzen vor allem auf überfluteten Ufern neu etablieren, und geschlossene Bestände bilden.

Wegen dieser Dominanz steht sie auf der EU-Unionsliste invasiver Arten, die nicht absichtlich eingeführt, gehandelt, gezüchtet, oder transportiert werden dürfen. Neben dem Drüsigen Springkraut werden dort zum Beispiel auch der Riesen-Bärenklau, der Japanische Staudenknöterich oder die Wasserhyazinthe geführt.

Wie kann das Drüsige Springkraut zurückgedrängt werden?

  • Da die einjährige Pflanze keine Rhizome bildet, kann sie durch eine Mahd vor der Schotenbildung zuverlässig bekämpft werden. Dies sollte zwischen Mitte Juni und Ende Juli erfolgen.
  • Besonders wichtig ist die Bekämpfung an Gewässern sowie entlang von Straßen und Wegen. An Wasserstraßen sollte verhindert werden, dass Pflanzenteile ins Gewässer gelangen und fortgeschwemmt werden.
  • Abgeschnittene Pflanzenteile sollten vollständig austrocknen, bevor sie erneut Wurzeln bilden können.
  • Da die Samen bis zu fünf Jahre keimfähig bleiben, sollte die Mahd in diesem Zeitraum jährlich vor oder während der Blüte wiederholt werden.

Der Bericht wurde von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) zur Verfügung gestellt.

Über die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW):

Am 5. Dezember 1947 wurde die SDW in Bad Honnef gegründet und ist damit einer der ältesten Naturschutzverbände in Deutschland. Heute engagieren sich in den 15 Landesverbänden rund 25.000 Mitglieder aktiv für den Wald. In der Bildungsarbeit klärt die SDW unter anderem über Neophyten auf, die auch im Wald zu finden sind.

© Tim Niereisel (SDW)