Viele Pollenallergiker merken es bereits, die Gemeine Haselnuss blüht bereits Ende Januar - Anfang Februar und setzt zu ihrem Höhepunkt an. Die rund zehn Zentimeter langen, pollentragenden Kätzchen sind die männlichen Blüten (Kätzchen), die weiblichen Blüten mit ihren roten Fadennarben fallen kaum auf. Für ihre Bestäubung ist der Wind zuständig. Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Blütezeit der Hasel aus. So setzt die Haselblüte tendenziell immer früher ein, bedingt durch die fortschreitende Erwärmung des Klimasystems der Erde.
Die Haselnuss – ein buschiger, mittelgroßer bis großer Strauch kann bis zu sieben Meter hoch werden und ein Alter von etwa 70 Jahren erreichen – trägt ab dem zehnten Lebensjahr Früchte.
Die Blätter sind wechselständig, zweizeilig, aber auch ringsum gestellt, rundlich mit herzförmigem Grund und kurzer Spitze. Die Blattränder der Haselnuss sind doppelt gesägt. Ihre Blüten sind einhäusig. Sie blühen bis April, bevor das Laub ausbricht. Die männlichen Blütenstände entstehen bereits im Herbst des Vorjahres und überwintern nackt. Als Früchte bilden sich je zwei bis drei braune Haselnüsse, die von einer Hülle umgeben sind. Die Nüsse werden von Kleinsäugern (Eichhörnchen und Mäusen) und Vögeln (Kleibern und Hähern) verbreitet. Diese Tiere nutzen die Nüsse als Nahrung. Da die Tiere aber nicht immer ihre Vorräte finden, sorgen sie damit zugleich für die Ausbreitung der Samen. Erntezeit ist von September bis Oktober.
Die Hasel bildet keine Borke aus. Ihr Abschlussgewebe ist eine glatte, glänzend graubraune Rinde, die im Alter Längsrisse bekommt. Das mäßig harte und zähe Holz der Hasel besitzt eine rötlich-weiße Farbe.
Sie wächst bevorzugt in ozeanischem und subozeanischem Klima in sommerwarmen Lagen. In lichten Wäldern und an Waldrändern gedeiht sie am besten, da sie eine Lichtpflanze ist. Ihr optimales Wachstum erreicht sie auf feuchten, gut durchlüfteten, warmen Böden, die einen hohen Humusgehalt und neutrale bis alkalische Reaktion haben.
Das Haselnussholz wurde noch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts von Reifschneidern für die Herstellung von Fassreifen verwendet. Im Bogenbau galt Haselnussholz lange als preisgünstiges bzw. kostenloses, leicht zu bearbeitendes „Anfängerholz“, insbesondere für Langbögen.
Die Kohle diente als Zeichenkohle, aber auch zur Herstellung von Schießpulver.
Industriell werden runde Kerne mit einem Durchmesser zwischen 9 und 13 mm verarbeitet. Industrienüsse sind darüber hinaus röstbar und leicht kernhautlösend. Die gehackten Nüsse oder das daraus gewonnene Haselnussöl werden für Backwaren, Süßigkeiten (Nougat, Krokant) und für Speiseeis verwenden. Die Röstung verstärkt den Nougatgeschmack. Den weißen Nougat erhält man durch die Entfernung der Kernhäute.
Die kulturelle Bedeutung der Hasel: Symbol für Lebens- und Liebesfruchtbarkeit; Unsterblichkeit; Frühling und glückhaften Beginn; Wunscherfüllung; Glück. Haselzweige waren häufig Teil von heidnischen wie auch christlichen Grabfunden.
Im antiken Rom war die Hasel ein Friedenssymbol.
Den Haselruten werden bislang immer noch die Eigenschaft zugeschrieben Kraftströme fließen zu lassen und werden daher immer noch als Wünschelruten verwendet.
Im Märchen „Aschenputtel“ der Gebrüder Grimm erhielt das Aschenputtel einen Haselreis von ihrem Vater, den sie dann am Grab ihrer Mutter pflanzte.