Desaster für Rotmilane und Zerstörung des intakten Landschaftsbildes
Die in Blieskastel beschlossene Ausweisung von Windenergieanlagen lehnt der NABU Saar aus naturschutzfachlichen Gründen ab. Es ist die schlechteste Windenergie-Planung für den Artenschutz, die im Saarland jemals erstellt worden ist.
Sie eröffnet die Möglichkeit, bis zu acht Windräder mitten ins Rotmilan-Dichtezentrum mit geringen Abständen zu den Brutplätzen von bis zu 500 Metern zu errichten. Corinna Heyer, Landesvorsitzende, betont: „Hier liegen mindestens drei besetzte Rotmilan-Horste. Wir setzen die Greifvögel einer stark erhöhten Tötungsgefahr aus.
Die Kommune hätte die Möglichkeit, durch Herausnahme des Dichtezentrums den Konflikt zu entschärfen, da seitens der Stadt viel mehr Windenergieflächen ausgewiesen werden sollen, als gesetzlich benötigt.“
Die Herausnahme der Waldflächen löst das Artenschutzproblem nicht: Die Kollisionsgefahr für die Rotmilane besteht auf landwirtschaftlich genutzten Flächen.
Gerade die VSE muss sich den Vorwurf gefallen lassen, die Energiewende ohne Rücksicht auf den Vogelschutz durchzudrücken. Sollten die sensiblen Flächen aus der Planung nicht herausgenommen werden, behält sich der Landesverband vor, mit einer Normenkontrollklage die rechtswidrige Abwägung der Kommune und den nicht ausreichend berücksichtigten Artenschutz zu beklagen.
Der NABU steht vollumfänglich hinter der Stellungnahme der Naturschutzbehörde im LUA, die darauf verweist, dass „solche Flächen im Nahbereich zu Brutstandorten kollisionsgefährdeter Vogelarten nicht als Sondergebiete für Windenergie auszuweisen sind.“
Der NABU hofft auf die Kraft der Argumente, um eine gütliche Einigung mit der Stadt und der VSE zu erreichen.