Titel Logo
Blieskasteler Nachrichten
Ausgabe 6/2026
Wald und Biosphäre
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Die Hagebutte

Ein Männlein steht im Walde – Die Hagebutte – Hundsrose (Rosa canina)

Ein Männlein steht im Walde. Der Text aus der Feder von Heinrich Hoffmann von Fallersleben ist ein beliebtes Volk- bzw. Kinderlied.

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm; es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um.

Sagt, wer mag das Männlein sein, das da steht im Wald allein mit dem purpurroten Mäntelein?

Das Männlein steht im Walde auf einem Bein und hat auf seinem Haupte schwarz Käpplein klein.

Sagt, wer mag das Männlein sein, das da steht im Wald allein mit dem kleinen schwarzen Käppelein?

Jemand spricht: Das Männlein dort auf einem Bein mit seinem roten Mäntelein und seinem schwarzen Käppelein kann nur die Hagebutte sein.

Die Hagebutte ist eine ungiftige Sammelnussfrucht des Wildrosenstrauchs. Die Frucht enthält viele kleine Samen, die sich wie winzige Sterne im Innenraum verteilen. Sie blüht gewöhnlich im Juni. Die Blüten öffnen sich nach und nach. Sie sind schalenförmig, fünfzählig aufgebaut und zwittrig. Sie strömen einen sehr markanten Duft aus. Im Spätherbst werden die leuchtend roten Früchte geerntet. Sie sind süßsauer und reich an Vitaminen. Diese Nüsschen sind mit feinen, widerhakenbestückten Härchen bedeckt. Diese rufen bei Hautkontakt Juckreiz hervor. Daher sollten bei der Verarbeitung der Früchte die Nüsschen nicht mitgegessen oder mitverarbeitet werden.

Wildwachsende Hagebuttensträucher sind wertvolle Nähr- und Schutzgehölze für verschiedene Tierarten, besonders als Winternahrung. Ihre Früchte bleiben oft lange am Strauch oder fallen erst später ab, so dass sie auch in kälteren Perioden Nahrung bieten. Das Fruchtfleisch kann von den Waldtieren leicht aufgenommen werden, die Samen bleiben oft in der Umgebung des Strauches zurück und verbreiten sich dort. Rotkelchen, Rotdrossel, Amsel, Singdrossel, Schwanzmeisen und andere Kleinvögel nutzen Hagebutten als energiereiche Nahrung im Herbst/Winter. Sie picken das Fruchtfleisch heraus und schlucken die Kerne oft nicht, wodurch die Samen in der Umgebung verteilt werden können. Mäuse, Rotwild (Hirsche) und gelegentlich Füchse nagen an den Hagebutten oder knacken sie als Zwischenmahlzeit auf. Im Sommer dienen die Sträucher als Unterschlupf- und Futterquelle für bestimmte Käfer- und Raupenarten, deren Fortpflanzung vom Schutz der Dornen und dem Laub profitieret.