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Blieskasteler Nachrichten
Ausgabe 7/2026
Wald und Biosphäre
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Baum des Jahres 2026 - Die Zitterpappel (Populus tremula)

Die Zitterpappel oder auch Espe sind die Bezeichnung für denselben Baum. Ebenso findet auch der Name „Aspe“ Verwendung. Die Bezeichnung „Zitterpappel“ oder auch „zittern wie Espenlaub“ kommt davon, dass ihre Blätter schon bei leichtem Wind zu zittern beginnen.

Die Zitterpappel wächst als 15 bis 25 Meter hoher einheimischer Laubbaum, aus der Familie der Weidengewächse, Gattung der Pappeln, mit geradem Stamm oder buschiger Strauch mit schwarzgrauer längsrissiger Borke. Ihre Krone ist locker und ungleichmäßig. Typisch sind die fast kreisrunden Blätter, die am Rand schwach gekerbt sind und einen Blattstiel aufweisen, der ebenso lang ist wie die gesamte Spreite (flächiger Teil des Blattes, der oberhalb des Stiels sitzt). Auf der Blattoberseite sind sie dunkelgrün, unterseits etwas heller. Im Herbst leuchtet ihr Blätterkleid in Goldgelb. Die Zitterpappel kann ein Alter von bis zu 100 Jahren erreichen.

Im Frühjahr erscheinen die 4 bis 10 Zentimeter langen Kätzchen. Die Bäume sind zweihäusig und bilden nur eingeschlechtliche Blüten auf rein männlichen und rein weiblichen Exemplaren. Die Bestäubung und Verbreitung der Samen erfolgt durch den Wind.

Der Baum stehe für stabile, vielfältige Mischwälder. Nach Stürmen, Bränden oder Kahlschlägen ist er oft die erste Art, die zurückkehrt, da er geringe Ansprüche an den Boden hat und sehr pflegeleicht ist. Er hilft dabei, diese Flächen zu stabilisieren. Ebenso ist er vollkommen frosthart und zeigt sich als sehr schnellwüchsig.

Mit der Wahl des Baumes zum Baum des Jahres 2026 soll der Wert und Schutz von Bäumen in Wäldern, in Städten und in der Landschaft gestärkt werden.

Als Nahrungsquelle und Lebensraum ist die Zitterpappel für Bienen und Schmetterlingsraupen sehr wichtig. Ebenso für Käfer und Schwebfliegenarten.

Die Zitterpappel wird für Holzgewinnung, z. Bsp. für Sperrholz, Span- und Holzwollplatten, Zündhölzer und Erzeugung von Papier, als auch in der Naturheilkunde genutzt, wo ihre Rinde, Blätter und Knospen schmerzstillende, entzündungshemmende und fiebersenkende Eigenschaften haben.

In Gedichten und Texten über Natur und Klimawandel findet die Zitterpappel Erwähnung um Neuanfang und Beständigkeit zu symbolisieren.

Wie kommt es eigentlich zur Verleihung der Auszeichnung zum Baum des Jahres?

Der Baum des Jahrs wird seit 1989 regelmäßig von der „Baum des Jahres - Dr. Silvius Wodarz Stiftung“ gekürt. Ein aus 33 Mitgliedern bestehendes Gremium stimmt über die Auszeichnung ab, darunter auch der Bundesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Die Auswahlkriterien für die Wahl eines Baumes sind sehr unterschiedlich, aber das Ziel ist dasselbe: die Baumart in dem Jahr bekannter zu machen. Dabei spielen verschiedene Gründe eine Rolle, wie zum Beispiel seine Gefährdung, seine Seltenheit, Baumkrankheiten, der Klimawandel oder seine Bedeutung für den Menschen.

Viele Städte und Grünämter werden durch die Wahl dazu angeregt, bei Neupflanzungen insbesondere diese gewählten Bäume zu verwenden.

© Bildmaterial wird von der SDW zur Verfügung gestellt.