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Blieskasteler Nachrichten
Ausgabe 9/2026
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NABU Blieskastel e.V.

Zimmermann des Waldes

Wenn der Winter langsam endet, trommelt er. Der Buntspecht ist Architekt des Waldes und ein biologisches Wunder. Ohne Spechte wäre unsere Natur viel ärmer. Im Februar ertönt das Trommeln, 20 Hiebe pro Sekunde. Und dann ein Trommeln von einem anderen Baum. Wenn einer anfängt, antworten die anderen. Eine neue Höhle für die Brut ist gezimmert. Nun muss das Männchen ein Weibchen anlocken. Eine Singstimme hat er nicht – deshalb trommelt er auf Resonanzkörpern: Ästen, Regenrinnen oder Straßenlaternen. Und wenn das Weibchen auf sich aufmerksam machen will, macht es das Gleiche.

Wie schützt er sein Gehirn?

Er wirbelt seinen Kopf wie einen Presslufthammer gegen Äste, ohne eine Gehirnerschütterung zu bekommen. Das Netzwerk BirdLife erklärt: „Neben biegsamen Knochenstrukturen hat der Specht kräftige Muskeln rund um den Schnabel. Diese spannt er vor dem Aufschlag stark an, um die Wucht auf den Körper umzulenken.“ Das Spechtgehirn hat im Kopf wenig Spielraum, ist von wenig Flüssigkeit umgeben und schlägt nicht so stark an die Schädeldecke – dies wäre bei uns der Grund für eine Gehirnerschütterung.

Viele Nachmieter in den Höhlen

Ohne Spechte wäre der Wald artenärmer. Spechte sind Zimmerleute für Meisen, Kleiber und Stare. Fledermäuse verschlafen in alten Höhlen den Winter. Die Hohltaube brütet in den großen Höhlen des Schwarzspechts.

Das Holz junger Bäume ist für Spechtschnäbel zu hart. Der Vogel kann aber die Rinde anbohren, damit Pilze in das Holz eindringen und es faulen lassen. Dann kann er dort nach einer Zeit weitermeißeln – Spechte haben oft mehrere Bauprojekte in Arbeit. Am liebsten aber baut er seine Höhlen in Altholz. Spechtflöten nennt man die abgestorbenen Bäume, in denen ein Loch unter dem anderen liegt. Mehrfamilienhäuser des Waldes.