Zahlreiche Gläubige haben am Pfingstmontag das 80-jährige Jubiläum der Kapelle am Weiherberg bei Geismar gefeiert
Der ehemalige Bamberger Erzbischof Ludwig Schick griff die Bedeutung von Pfingsten für die heutige Zeit auf
Pastor Dr. Jürgen Kämpf erinnerte an die Entstehungsgeschichte der Kapelle
80-jähriges Jubiläum der Kapelle am Weiherberg
Zahlreiche Gläubige aus dem Geisaer Land versammelten sich um die Kapelle am Weiherberg
Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst von den Kettener Blasmusikanten
Geismar. Mit einem festlichen Gottesdienst zur traditionellen Pfingstwallfahrt haben zahlreiche Gläubige aus dem Geisaer Land am Pfingstmontag das 80-jährige Jubiläum der Kapelle am Weiherberg bei Geismar gefeiert. Die Kapelle wurde im Jahr 1946 zu Ehren Mariens eingeweiht. Pfarrer Dr. Jürgen Kämpf konnte zu diesem besonderen Anlass neben zahlreichen Priestern und Diakon Thomas Kranz, den emeritierten Bamberger Erzbischof Ludwig Schick begrüßen. In seiner Ansprache erinnerte Dr. Kämpf an die Entstehungsgeschichte der Kapelle: „Die Geismarer haben in einer schwierigen Zeit diese Kapelle hier oben zu Ehren der Mutter Gottes errichtet.“ Über viele Generationen hinweg hätten die Menschen dort Kraft, Trost und Zuversicht im Gebet gefunden. Besonders gedachte er auch der Verstorbenen des Ortes. Sein Gedenken galt vor allen Dingen dem kürzlich verstorbenen Küster Thomas Fischer, der sich über viele Jahre ehrenamtlich für die Gottesdienste am Weiherberg engagierte sowie Rudi Wassermann, der mit großem Einsatz die musikalische Gestaltung gemeinsam mit den Kettener Blasmusikanten Jahr für Jahr unterstützte.
In seiner Festpredigt griff der ehemalige Erzbischof Schick die Bedeutung von Pfingsten für die heutige Zeit auf. „Zu Pfingsten machten sich viele Menschen auf den Weg: ob in den Urlaub, zu Wanderungen oder Radtouren. „Doch wir müssen uns immer wieder fragen, ob wir auch wirklich auf dem richtigen Weg sind oder uns in die Irre führen lassen“, betonte der ehemalige Erzbischof. Pfingsten als Geburtsstunde der Kirche sei eine Gelegenheit sich wieder bestärkt durch den Heiligen Geist neu auszurichten. Dieser Weg müsse wegführen von Egoismus und Ich-Denken hin zu Gemeinschaft, Zusammenhalt und Frieden. In der Welt erlebe man mittlerweile viele Herausforderungen: Kriege, Krisenherde, Machtübernahme von Demagogen, gesellschaftliche Spaltung und das zunehmende Auseinanderdriften der Gesellschaft. Das könne man nicht schönreden. Christen sollten dabei immer „Realisten“, aber auch „Optimisten“ sein. Das Wort Optimismus stammt ursprünglich vom lateinischen Wort „optimus“, was „der Beste“ bedeutet. Es beschreibe eine positive und zuversichtliche Grundhaltung. „Ein optimistischer Mensch geht davon aus, dass sich Dinge zum Guten entwickeln können, auch wenn es Schwierigkeiten oder Krisen gibt“, so Schick. „Wir müssen die Welt so wahrnehmen, wie sie ist, zugleich aber hoffnungsvoll daran mitwirken, dass sie besser wird.“ In den Fürbitten baten die Gläubigen besonders um den Frieden in der Welt und gedachten den Erbauern der Weiherberg-Kapelle. Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst traditionell von den Kettener Blasmusikanten, die der Feier einen festlichen Rahmen verliehen. Im Anschluss an den Gottesdienst nutzten viele Besucher die Gelegenheit zum persönlichen Austausch beim gemeinsamen Mittagessen im Pfarrhof.