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Geisaer Zeitung
Ausgabe 12/2026
Gestaltung Seite 13
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56 Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt – Ehrenamtliche Drohnenpiloten leisten wertvollen Beitrag zum Tierschutz

Einsatz bei Borbels

Einsatz bei Mieswarts

Ein in Sicherheit gebrachtes Rehkitz

Ein vom Mähwerk erfasstes Rehkitz

Die Rehkitzrettung mittels Wärmebilddrohne hat sich auch in diesem Frühjahr als unverzichtbare Maßnahme zum Schutz von Wildtieren erwiesen. Allein im Zeitraum vom 15. bis 30. Mai konnten die drei ehrenamtlichen Drohnenpiloten Sebastian Fischer (Geismar), Sebastian Völz (Bremen) und Florian Pagel (Borsch), in Zusammenarbeit mit vielen regionalen Jägern, bei insgesamt 23 Einsätzen in verschieden Gemarkungen des Geisaer Amtes beeindruckende Erfolge erzielen. Mit rund 60 Stunden ehrenamtlicher Arbeit retteten sie 56 Rehkitze vor dem wahrscheinlichen Tod durch Mähwerke.

Jedes Jahr stellen die ersten Mahdarbeiten auf Wiesen eine große Gefahr für junge Rehkitze dar. Ihr natürlicher Instinkt schützt sie vor Fressfeinden, wird ihnen jedoch bei landwirtschaftlichen Arbeiten zum Verhängnis. Statt vor Gefahr zu fliehen, drücken sich die Tiere regungslos ins hohe Gras. Für den Fahrer eines Traktors sind die Kitze oft selbst bei größter Aufmerksamkeit nicht zu erkennen.

Hier kommt die moderne Wärmebildtechnik ins Spiel. Bereits in den frühen Morgenstunden fliegen die ehrenamtlichen Piloten die betroffenen Flächen mit Drohnen ab, die über hochauflösende Wärmebildkameras verfügen. Die Körperwärme der Tiere hebt sich deutlich von der kühleren Umgebung ab und ermöglicht es, Rehkitze auch in dichtem Bewuchs zuverlässig aufzuspüren. Anschließend werden die Tiere von Helfern vorsichtig gesichert und nach Abschluss der Mahd wieder freigelassen.

Der Einsatz der Wärmebilddrohnen bietet dabei zahlreiche Vorteile. Zum einen können große Flächen innerhalb kurzer Zeit kontrolliert werden. Zum anderen ist die Trefferquote deutlich höher als bei einer rein bodengebundenen Suche. Gleichzeitig werden unnötige Störungen der Wiesen und der dort lebenden Tiere vermieden. Die Technik ermöglicht somit einen effektiven, tierschutzgerechten und wirtschaftlichen Schutz der Jungtiere.

Trotz der nachweisbaren Erfolge zeigen die Einsätze auch eine problematische Entwicklung. Nicht alle Landwirte nehmen die erforderliche Kontrolle ihrer Wiesen vor der Mahd ausreichend ernst und es wurden auch in diesem Jahr wieder einige Rehkitze von den Mähwerken zerstückelt. Dabei besteht grundsätzlich die Pflicht, zumutbare Maßnahmen zu ergreifen, um vermeidbares Tierleid zu verhindern. Das Absuchen der Flächen, beispielsweise durch Helferketten, Vergrämungsmaßnahmen oder den Einsatz von Wärmebilddrohnen, gilt heute vielerorts als anerkannter Standard. Werden keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen und kommen dabei Wildtiere zu Schaden, können rechtliche Konsequenzen drohen. Je nach Sachverhalt kommen Verstöße gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen in Betracht. Dies kann behördliche Ermittlungen, hohe Bußgelder oder weitere rechtliche Schritte nach sich ziehen.

Die Zahlen aus diesem Frühjahr verdeutlichen eindrucksvoll, wie sinnvoll die Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Jägern und ehrenamtlichen Drohnenpiloten ist. Die Rettung von 56 Rehkitzen innerhalb von nur zwei Wochen zeigt, dass moderne Technik und ehrenamtliches Engagement einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz leisten können.

Die Rehkitzrettung mit Wärmebilddrohnen ist damit weit mehr als ein technisches Hilfsmittel – sie ist ein Beispiel dafür, wie verantwortungsvolles Handeln, ehrenamtliches Engagement und moderne Technologie gemeinsam Leben retten können.

 

 

 

 

 

Beitrag von Florian Pagel