Bürgermeisterin Manuela Henkel
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
eine funktionierende Infrastruktur ist die Grundlage für die Lebensqualität in unseren Orten. Doch die Kommunen stehen seit Jahren vor einem wachsenden Investitionsstau. Deutschlandweit beträgt der Rückstand inzwischen rund 215 Milliarden Euro. Das ist ein Rekordwert. Besonders groß sind die Defizite bei Straßen, Wegen und kommunalen Einrichtungen. Das zeigt: Städte und Gemeinden brauchen mehr Unterstützung, um ihre Infrastruktur zu erhalten und fit für die Zukunft zu machen.
Dabei geht es nicht immer um große Prestigeprojekte. Die Lebensqualität vor Ort hängt vor allem von gut befahrbaren Straßen, sicheren Wegen, funktionierenden Gräben und intakten öffentlichen Gebäuden ab. Genau diese grundlegende Infrastruktur muss dauerhaft erhalten werden.
Die Stadt Geisa mit ihren elf Ortsteilen unterhält zahlreiche kommunale Straßen, landwirtschaftliche Wege und Gräben. Als große Flächengemeinde stehen wir dabei vor besonderen Herausforderungen. In den vergangenen Jahren haben wir deshalb gezielt in den Erhalt unserer Infrastruktur investiert. So wurde für den Bauhof ein Bagger angeschafft, um Gräben auszubauen, Wege freizuschneiden und kleinere Sanierungsarbeiten selbst durchführen zu können. Auch im Straßenbau konnten wichtige Projekte umgesetzt werden. Der „Papiermühlenweg“ in Geisa wurde erfolgreich fertiggestellt. Derzeit laufen die Arbeiten in der „Pfarrer-Wachtel-Straße“ sowie „Im Steinigt“ in Geismar. Darüber hinaus wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche kleinere Straßenbaumaßnahmen in Borsch, Ketten, Spahl und Geismar realisiert. Besonders freuen wir uns, dass im Sommer dieses Jahres die Gemeinschaftsmaßnahme „Zum Sohl“ in Spahl gemeinsam mit dem Wasser- und Abwasserverband Bad Salzungen beginnt.
Trotz dieser Fortschritte liegt noch viel Arbeit vor uns. Deshalb brauchen die Kommunen nicht nur Fördermittel für große Bauvorhaben, sondern auch Unterstützung für kleinere Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen. Gerade diese sind für den Zustand unserer Infrastruktur entscheidend, werden aber häufig nicht gefördert, da sie sich politisch nicht gut verkaufen lassen.
Auch die angekündigten Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes werden den Investitionsbedarf der Kommunen allein nicht decken können. Deshalb wünsche ich mir von Bund und Land mehr Vertrauen in die Kommunen und mehr Freiräume bei Förderprogrammen. Die Kommunen vor Ort wissen am besten, wo das Geld gebraucht wird. Mein Wunsch an die Politik lautet daher: mehr Pragmatismus, weniger Bürokratie und mehr Möglichkeiten, in die Infrastruktur zu investieren, die für die Menschen vor Ort täglich wichtig ist.
Ihre Bürgermeisterin
Manuela Henkel