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Geisaer Zeitung
Ausgabe 16/2026
Gestaltung Seite 8
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Einweihung Bermbacher Hutzel

Die Bermbacher Hutzel

Viele Interessierte waren zur Einweihung der Bermbacher Hutzel gekommen

Banddurchschnitt zur Einweihung der Bermbacher Hutzel

Bermbach. Am 25. Juli konnte in Bermbach die durch Künstlerin Romana Blum-Bellinger gestaltete „Hutzel“ eingeweiht werden.

Was ist das, die „Hutzel“? Es handelt sich um getrocknete Birnen in Form von Dörrobst. In früheren Zeiten zählte sie zur Vorratshaltung für die Winterversorgung als Obstbeilage zu Mehlspeisen. In der Rhön wird der Hutzelsonntag mit dem am Abend brennenden Hutzelfeuer am „Hutzelhaufen“ generationsübergreifend begangen. Gleichzeitig treffen sich die Kinder mit Laternen im Dorf zu einem Umzug. Ein alter Brauch ist es auch heute noch, dass die Kinder im hiesigem Dialekt das „Hutzellied“ singen. „Die Hutzel senn gesohde – mit de decke Knohte“… Der Bermbacher Karnevalverein ruft in seiner närrischen Saison „Hutzel Helau“. Die Kindertanzgruppen werden als „Hutzellienchen“ angesagt. Flurnamen und Bezeichnungen wie zum Beispiel „Hutzelkoppe“ usw. sind oft auf Flurkarten zu finden. 

So trug es sich zu, dass sich die Bermbacher Landfrauen die Frage stellten, was es besonderes in Bermbach gibt? Und so ergab sich wie von selbst, die „Bermbacher Hutzel“. Wie stellt man diesen Begriff gestalterisch in einer Figur oder Skulptur dar? Damit beschäftigte sich die Künstlerin Romana Blum-Bellinger aus Dermbach/Unteralba. Zur Freude aller Einwohner hat sie etwas ganz besonderes für das Dorf und für die Dorfkinder entworfen und während der ganzen Phase der Herstellung begleitet. Dank und Anerkennung für diese künstlerische Gestaltung sagen nicht nur die Landfrauen, Bewohner, Karnevalverein und Gemeindevertreter. Dorfkinder durften mit großer Begeisterung die „Bermbacher Hutzel“ enthüllen und damit die offizielle Einweihung vollziehen. 

All das wäre nicht möglich gewesen, wenn das Landratsamt des Wartburgkreises den Förderantrag nicht genehmigt und finanziell maßgebend unterstützt hätte. Das war die wichtigste Voraussetzung, damit der Landfrauenortsverein handlungsfähig werden konnte. Landrat Dr. Michael Brodführer schickte den besonderen Gruß zur Einweihung durch die Gleichstellungsbeauftragte des Landratsamtes, Petra Lehmann. Großzügige Hilfsbereitschaft wurde ebenfalls durch die Firma Giebel zuteil. Vor Ort war besonders Stefan Elter ein fach- und sachkundiger Berater und vor allen Dingen immer ein verlässlicher Helfer. Bürgermeister Johannes Ritz hatte finanzielle Unterstützung zugesagt und auch schon einen Teil finanziert. Auch haben die Gemeindevertreter der Gemeinde das Projekt unterstützt. Zahlreiche Vertreter des Karnevalvereins waren zur Einweihung zugegen. Sogar die „Hutzelfahne“ (Grün-Gelb-Weiß mit brauner Hutzel) wurde vom stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Silvio Mannel zur Einweihung gehisst.

Im Anschluss feierten alle Gäste die Einweihung der „Hutzel“ auf dem Hof bzw. am Spielplatz beim Dorfgemeinschaftshaus.

Die Landfrauen sind eine lebendige Gemeinschaft mit gegenseitiger Wertschätzung und mit dem Wunsch, dass bewährte Traditionen erhalten bleiben sollen. Gleichzeitig soll auch Raum für neue Ideen sein, die das Vereinsleben bereichern.

Zum Abschluss sangen alle im Chor das Lied: Hutzel senn gesohde – mit de decke Knohte – mit em derre Hutzelstiel – alle Weiber gits gor vill – jounge noch vill mee – mit dee dräckige Knee. -

Bericht von Rosa Maria Kind