Bürgermeisterin Manuela Henkel
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
alles ist gerade im Wandel. Auch wir in der Stadtverwaltung Geisa haben nun ein KI-Tool eingeführt, das speziell auf die Anforderungen der Verwaltung abgestimmt ist. Auch wir müssen uns verändern. Wir setzen künstliche Intelligenz nicht ein, weil es gerade Mode ist, sondern weil sie uns hilft, Prozesse zu beschleunigen, Abläufe zu automatisieren und unsere Verwaltung effektiver, digitaler und professioneller zu machen. Anträge sollen schneller bearbeitet werden, Wartezeiten kürzer ausfallen und unser Service für die Bürgerinnen und Bürger dadurch besser werden.
Ich weiß, dass nicht jeder dieser Entwicklung sorgenfrei entgegenblickt. Viele fragen sich: Wo soll das alles enden? Fallen Jobs weg? Wird der Mensch am Ende ganz ersetzt? Diese Sorgen nehme ich ernst, ich teile sie in Teilen sogar selbst. Eines ist Fakt: Wir werden diese Entwicklung nicht aufhalten. Im Zeitalter der Industrialisierung ersetzten Maschinen die körperliche Arbeitskraft des Menschen. Später, in der Wissensgesellschaft, zählte nicht mehr die Körperkraft, sondern vor allem Wissen. Das haben wir selbst erlebt: Die Kinder sollten aufs Gymnasium, sollten studieren, denn Wissen war Macht. Und genau dieses Wissen wird nun zunehmend durch KI ergänzt und ersetzt. Heute kann sich jeder über ChatGPT oder andere KI-Plattformen informieren und beraten lassen, schnell, oft kostenlos. Das spart Zeit, spart Geld und macht uns in vielerlei Hinsicht unabhängiger. Es verändert aber auch unser Denken, unser Handeln, die gesamte Berufswelt und letztlich unsere Gesellschaft.
Eine gewisse Abwehrhaltung gegenüber Neuem gehört zum Menschen. Selbst bei der Einführung des elektrischen Lichts gab es bei uns in der Rhön Vorbehalte. Neue Errungenschaften sollten dem Menschen dienen, ihn am Ende aber nicht beherrschen. Genau wie das Handy ist die KI ein guter Diener, aber ein schlechter Herr. Wenn Kontrolle und Überwachung durch Digitalisierung und KI zunehmen und die Interessen von Großkonzernen im Vordergrund stehen, kann Künstliche Intelligenz auch zur Gefahr werden. Deshalb sage ich klar: Ziel unseres Handelns muss immer das Gemeinwohl sein.
Damit KI wirklich uns allen zugutekommt, brauchen wir eine Politik, die den Menschen und die Interessen unseres Landes wieder konsequent in den Vordergrund stellt. Dafür braucht es einen Richtungswechsel. Hier in Geisa wollen wir unseren kleinen, ehrlichen Beitrag dazu leisten und neuen Entwicklung gegenüber offen sein und sie positiv für unsere Region nutzen. Wenn uns das gelingt, wird KI kein Grund zur Sorge sein, sondern ein Werkzeug, das uns allen dient.
Ihre Manuela Henkel
Bürgermeisterin der Stadt Geisa