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Geisaer Zeitung
Ausgabe 8/2026
Gestaltung Seite 3
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Bereisung zeigt Potenziale für die Wärmewende – Buttlar im Fokus

Gemeinderatsmitglied Marco Übelacker (l.) erläutert der Delegation die Situation am Kalischacht Buttlar. Der historische Schacht könnte künftig als saisonaler Wärmespeicher das Herzstück eines lokalen Wärmenetzes bilden

Im DGH Buttlar tauschte sich die Delegation über die nächsten Schritte auf dem Weg zum Wärmenetz aus – konstruktiv, konkret und mit Blick auf mögliche Förderwege

Buttlar/Wartburgkreis. Eine Delegation des Landratsamt Wartburgkreis, Thüringer Landesministerium und der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) hat am 1. April unter dem Motto „Naturwärme im Wartburgkreis" mehrere potenzielle regenerative Wärmeversorgungsprojekte im südlichen Wartburgkreis besichtigt. Ziel war es, perspektivische Vorhaben vor Ort kennenzulernen und die nächsten Schritte zu besprechen.

Die Delegation – darunter Landrat Dr. Michael Brodführer sowie Abteilungsleiterin Stromnetzausbau, Wärmewende, Kommunale Wärmeplanung des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten – machte zunächst Station am Energiestollen in Steinbach bei Bad Liebenstein, wo eine Potenzialstudie für ein künftiges Nahwärmenetz vorgestellt wurde. Weiter ging es zum Pfeifen & Holz-Gelände in Schweina, das im Rahmen eines EFRE-Projekts mit einer Biomasseheizung zur Wärmeversorgung ausgebaut werden soll, sowie zum Kompostwerk der Komposta Umweltdienst GmbH in Merkers, wo die energetische Verwertung von jährlich bis zu 13.000 Tonnen Holzbiomasse diskutiert wurde.

Buttlar im Fokus: Kalischacht mit echtem Potenzial

Den inhaltlichen Höhepunkt des Tages bildete der Besuch am Kalischacht in Buttlar. Im Rahmen des Projekts energieLAND:Geisa wurde dort in den vergangenen Jahren intensiv geforscht – mit konkreten Ergebnissen: Die TU Bergakademie Freiberg (TUBAF) hat in einem umfangreichen Pumpversuch und einer anschließenden Systemmodellierung nachgewiesen, dass der geflutete Schacht hervorragend als saisonaler Wärmespeicher sowie energetische Wärmequelle geeignet ist.

Gemeinsam mit der Abwärme des örtlichen Klärwerks und einer Solarthermieanlage in der Schachtumgebung könnten laut Studie bis zu 2,24 GWh Wärme pro Jahr bereitgestellt werden – genug, um einen Großteil des Ortes Buttlar vollständig und regenerativ zu versorgen. Selbst für das gesamte Gemeindegebiet ließe sich mit diesem System rund die Hälfte des Wärmebedarfs abdecken. Der Schacht übernimmt dabei eine Schlüsselfunktion: Im Sommer lädt er überschüssige Wärme ein, die im Winter mit Leistungen von bis zu 150 kW wieder abgegeben wird – ganz ohne fossile Energieträger.

Gemeinderat fordert konkreten Umsetzungsplan

Die Gemeinderatsmitglieder Marco Übelacker und Markus Hundertmark zeigten sich von den Ergebnissen beeindruckt, mahnten aber gleichzeitig zur Entschlossenheit: Sie forderten einen konkreten Plan für Umsetzung und Finanzierung und appellierten an die Politik, die Gemeinde auf dem Weg zur kommunalen Wärmeversorgung aktiv zu unterstützen. Angesichts der Verpflichtungen aus der kommunalen Wärmeplanung sei jetzt der Moment, von der Analyse in die Praxis zu kommen.

Sonderförderung als Türöffner

Besonders produktiv erwies sich das Gespräch mit Silke Franz, Leiterin des zuständigen Referats im Thüringer Umweltministerium. Sie eröffnete der Gemeinde Perspektiven im Rahmen eines Sonderförderinstruments aus dem Investitionsprogramm des Bundes und des Freistaates Thüringen. Die gezielte Förderung könnte dazu beitragen, die Wirtschaftlichkeitslücke zu schließen, die einem solchen Vorhaben bislang noch im Wege steht.

Für die Gemeinde Buttlar und das Projekt energieLAND:Geisa ist der Tag ein wichtiges Signal: Die Forschungsarbeit ist getan – nun beginnt die Arbeit an der Umsetzung. Dabei steht Buttlar nicht allein: Manuela Henkel, Bürgermeisterin der Stadt Geisa und Schirmherrin von energieLAND:Geisa, macht als erfüllende Gemeinde von Buttlar gemeinsame Sache. Sie setzt sich aktiv für die Weiterentwicklung des Projekts ein und unterstreicht damit, dass die Wärmewende im ländlichen Raum nur gemeinsam gelingt – über Gemeindegrenzen hinweg.

 

 

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