Auf Einladung der Weidetierhalter Greifenstein referierte Tierarzt und Wolfsexperte Dr. Michael Weiler im DGH in Rodenroth ausführlich über den Wolf. Eine Wölfin aus dem Leuscheider Rudel ist seit Oktober 2022 in Greifenstein sesshaft. Dieser Nachweis ist eine Voraussetzung für eine Ausgleichszahlung im Falle eines Weidetierrisses.
Wolfsexperte Dr. Weiler erklärte dem Publikum, dass der Wolf laut Roter Liste der IUCN seit 2007 als nicht mehr bedroht gilt.
In Deutschland leben zur Zeit geschätzt ca. 2500 Tiere, erfahrungsgemäß verdoppelt sich die Population alle zwei Jahre.
In anschaulichen Beispielen berichtete Herr Dr. Weiler von der unglaublichen Intelligenz und hohen Anpassungsfähigkeit des Wolfes. So sind einige Wölfe darauf konditioniert, ein vom Jäger erlegtes Wild nach dem Schuss selbstständig zu suchen und noch vor dem Jäger zu finden.
Die vorgeschriebenen wolfsabweisenden 1.20 m hohen Zäune überspringt ein Wolf mit Leichtigkeit auch mit einer 3 kg Beute im Maul.
Oder er nimmt den Schmerz eines Elektrozaunes in Kauf, um die sich dahinter befindliche Beute zu töten und wegzutragen. Dabei kommt er nicht selten in einen überschäumenden Jagdreflex, der durch die eingesperrten Weidetiere und ihre panischen Fluchtversuche getriggert wird.
Auch Herdenschutzhunde sind nicht die Lösung des Problems wusste Dr. Michael Weiler, denn in den Alpenregionen sind diese Hunde jetzt schon eine Gefahr für Spaziergänger, da sie gegen alles außer Herde und Halter aggressiv sind. Rumänische Wölfe spezialisierten sich auf die Jagd von Hüteschutzhunden.
Ein sehr dramatisches Video belegt wie am 28. Juli 2022 in der russischen Teilrepublik Dagestan ein Wolf ein 9jähriges getötetes Kind davonträgt. Der 6jährige Bruder überlebte den Wolfsangriff mit einem schweren Kehlbiss.
Eine Schutzjagd auf den Wolf im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung und zur Vermeidung schwerer Tierschäden sei laut EU-Recht möglich erläuterte Herr Dr. Weiler, allerdings ist der Wolf in Hessen nicht in das Jagdrecht aufgenommen. Hier wurde geltendes EU-Recht nicht in nationales Recht umgesetzt, anders als in vielen anderen europäischen Ländern mit steigenden Wolfspopulationen.
0641-200095 22 oder per mail: wolf@hlnug.hessen.de