Ein mobiler Riesenkran manövriert die beiden Brückenelemente zentimeterweise an ihre Position. Jedes Teil wiegt etwa 25 Tonnen und kam per Schwertransport aus Kaufungen (bei Kassel) auf den Mönchberg.
Hadamar, 7. Mai 2026 / Der Erweiterungsbau der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Hadamar ist seit dieser Woche über eine 33 Meter lange Brücke mit dem bestehenden Gebäudekomplex verbunden. Per Schwertransport rollte die Spezialanfertigung in der Nacht aus der Nähe von Kassel in die Fürstenstadt. Ein 300-Tonnen-Kran hob die beiden jeweils ca. 25 Tonnen schweren Brückenteile an ihren Platz hinter der Klinikmauer – eine Zentimeterarbeit, die bis in den Nachmittag dauerte.
Die Patientenzahlen gemäß § 63 StGB und § 64 StGB steigen in Hessen seit Jahren kontinuierlich an. Deshalb entstehen seit Anfang 2025 am Standort Hadamar drei neue Stationen mit insgesamt 60 Betten für Menschen, bei denen das Gericht die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet hat. Esther Storto, Geschäftsführerin von Vitos Weil-Lahn und Vitos Herborn, sagt: „Vitos hat seit 2009 insgesamt 100 Millionen Euro am Mönchberg investiert und schafft alleine mit diesem Projekt 100 neue Arbeitsplätze für die Region. Das sind Zahlen, auf die man auch mal stolz sein kann.“
Die Planung greift auf den ursprünglichen Entwurf zurück, der beim Bau der bestehenden Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Hadamar (eröffnet 2015) erstellt wurde. Dieser sah drei Gebäude vor, von denen wegen damals noch rückläufiger Patientenzahlen nur zwei realisiert wurden. Heute sieht die Situation anders aus. Sandra Manegold, Ärztliche Direktorin der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie, ist sich sicher: „Mit dem Erweiterungsbau können wir dem Bedarf nach weiteren Plätzen im Maßregelvollzug begegnen. Der fertige Klinikkomplex bietet größtmögliche Sicherheit für die Bevölkerung und zugleich hervorragende Therapiebedingungen für unsere Patientinnen und Patienten.“
„Die Herausforderung war, das dritte Klinikgebäude an den Hang zu bauen und optisch gut in das bestehende Gesamtensemble zu integrieren“, erklärt Andreas Pfeifer, Bauprojektleiter in der Vitos Holding. „Mit dem Einbau der Brücke ist nun der wichtigste Verbindungsschritt geschafft.“ Allein die Kosten für die Brückenelemente, den Transport und den Einbau belaufen sich auf etwa 500.000 Euro. Das komplette Bauprojekt ist mit 36,5 Millionen Euro veranschlagt und soll Mitte 2027 bezugsfertig sein. Klaus Reichwein, Abteilungsleiter Baumanagement und Technik bei Vitos Weil-Lahn, ist zufrieden: „So ein Großprojekt braucht eine Menge Planung und ist alles andere als alltäglich. Mein Dank geht deshalb an alle, die an der gelungenen Umsetzung heute beteiligt waren.“