Im August 2025 entdeckte eine Imkerin aus Niederhadamar bei routinemäßigen Arbeiten an ihren Bienenvölkern die Asiatische Hornisse. Der Imkerverein Hadamar-Dornburg e.V., der sich bereits seit über einem Jahr mit dieser invasiven Art beschäftigt - wenn auch bislang nur theoretisch -, bildete sofort eine Arbeitsgruppe, um die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten und bat die Öffentlichkeit um Mithilfe. Beobachtungen, Meldungen und das Aufstellen von Locktöpfen* halfen bei der Suche nach dem Nest.
Die Arbeitsgruppe fing und markierte einzelne Tiere, um Flugrichtung und Entfernung zu bestimmen. Mit den gesammelten Daten wurden weitere Locktöpfe in der vermuteten Richtung aufgestellt und das Vorgehen wiederholt. Auf diese Weise war es möglich, sich sukzessive dem Nest zu nähern.
Was sich so einfach anhört, war in Wirklichkeit ein Prozess über mehrere Wochen. Es gab oft Rückschläge und Zeiten, in denen kein Weiterkommen möglich schien.
Nach über vier Wochen intensiver Suche gelang schließlich der entscheidende Fund! Ein freiwilliger Helfer, der sich aus Interesse der Suche angeschlossen hatte, landete den Volltreffer und entdeckte beim Verfolgen einer mit Fähnchen ausgestatteten Hornisse das Nest, welches sich in etwa 20 Meter Höhe in einer Baumkrone befand.
Nach Meldung an das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) beauftragte das Regierungspräsidium Gießen die Beseitigung. Am 13. Oktober 2025 wurde das Nest erfolgreich neutralisiert.
Nestentferner Thomas Poetsch, Vorsitzender des Kreisimkervereins Mittelhessen e.V., betonte die Bedeutung des rechtzeitigen Handelns, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen.
Der Verein bedankt sich bei allen Unterstützern - Privatpersonen, der Jägerschaft, Drohnenpiloten und Hinweisgebern.
Die Asiatische Hornisse gilt als etablierte invasive Art. Ziel ist nicht mehr die Ausrottung, sondern die Kontrolle und Eindämmung ihrer Population. Ein Nest der Asiatischen Hornisse vertilgt jährlich bis zu 20 Kilogramm Insekten - darunter sind Wespen, Fliegen, Käfer, Schmetterlinge bis hin zu Spinnen sowie Bestäuber wie Wildbienen und Hummeln, ja sogar Aas- und Dungfresser, die eine wichtige Rolle bei der Zersetzung organischen Materials spielen, und stellt so eine ernsthafte Gefahr für die heimische Biodiversität dar.
Die Asiatische Hornisse ist nicht, wie viele glauben, ein Problem der Imker! Vielmehr sind es die Imker, die diese Gefahr als erstes wahrnehmen. Mit der weiteren Verbreitung und Zunahme der Nester ist eine Auswirkung auf das öffentliche Leben durch z.B. Nester in Parks, in der Nähe von Schulen oder Kindergärten zu erwarten. In Nestnähe fühlt sich die Asiatische Hornisse bedroht und reagieren entsprechend aggressiv - anders als die bei uns heimische Europäische Hornisse.
*Locktopf: Becher oder Glas mit geschlitztem Deckel durch den ein Docht aus Stoff oder Schwammtuch gesteckt wird. Der Behälter wird dann mit einer Mischung aus Bier, Wein und Zuckerwasser (Sirup) gefüllt und an einem gut sichtbaren Platz aufgestellt.