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Bouser Echo
Ausgabe 23/2026
Schulen
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Digital Detox mit der App „freii“ am AEG

Ende April stand bei den Siebtklässlern des Albert-Einstein-Gymnasiums ein wichtiges Thema im Mittelpunkt: der bewusste Umgang mit digitalen Medien. Gemeinsam mit externen Referenten des Regionalverbands Saarbrücken nahmen die Schülerinnen und Schüler an einem dreistündigen Medienworkshop teil, der in diesem Jahr eng mit dem Thema „Digital Detox“ und dem Präventionsprogramm "freii" verbunden war.

Im Mittelpunkt des Projekts stand die Frage, wie Jugendliche ihren eigenen Medienkonsum besser verstehen und bewusster gestalten können. Dabei ging es ausdrücklich nicht um Verbote oder darum, das Handy grundsätzlich schlechtzureden. Vielmehr erhielten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, das eigene Nutzungsverhalten kritisch zu hinterfragen und konkrete Ideen für einen gesünderen Umgang mit digitalen Medien kennenzulernen.

Zu Beginn des Workshops setzten sich die Jugendlichen mit ihrem persönlichen Handyverhalten auseinander. Durch verschiedene Fragen und spielerische Elemente entstand bei vielen ein erster Aha-Moment darüber, wie selbstverständlich das Smartphone inzwischen den Alltag bestimmt. Besonders positiv wurde dabei die kreative Gestaltung des Workshops wahrgenommen. Eine Schülerin aus der Klasse 7.1 berichtete: „Die Infos wurden kreativ vermittelt. Es wurde eine Umfrage in Form eines Spiels durchgeführt. Die freii-App macht Spaß.“

Im weiteren Verlauf beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit sozialen Medien, Streaming-Angeboten und sogenannten „Dark Patterns“, also Mechanismen in Apps und sozialen Netzwerken, die Nutzer möglichst lange am Bildschirm halten sollen. Dabei wurde thematisiert, warum Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube so schwer wegzulegen sind. Eine Schülerin erklärte dazu: „Man versteht besser, warum man so viel am Handy ist.“

Besonders positiv fiel den Jugendlichen auf, dass die Referenten Verständnis für ihren Alltag zeigten und bewusst auf belehrende Verbote verzichteten.

Die eingesetzte App "freii" verfolgt dabei einen spielerischen Ansatz. Gemeinsam als Klasse, mit Lehrkräften und sogar innerhalb der Familie sammeln die Jugendlichen Punkte und absolvieren kleine Challenges, die zu bewussteren Offline-Zeiten motivieren sollen. So berichtete ein Schüler nach dem Workshop: „Ich habe schon Punkte gesammelt und wir haben in der Familie eine Challenge ausprobiert, bei der man sich gegenseitig 15 Minuten lang Fragen stellt.“

Die Schülerinnen und Schüler lernten außerdem konkrete Möglichkeiten kennen, um Handyzeiten zu reduzieren, Ablenkungen zu minimieren und alternative Freizeitaktivitäten bewusster wahrzunehmen. Ziel des Projekts ist es, Jugendliche frühzeitig für Risiken exzessiver Mediennutzung zu sensibilisieren und gleichzeitig positive Strategien für einen gesunden Umgang mit digitalen Medien aufzuzeigen.

Das Präventionsprogramm freii richtet sich insbesondere an Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren und wird wissenschaftlich begleitet. Eine Evaluation des Bundesministeriums für Gesundheit zeigt, dass Jugendliche durch das Programm lernen, Warnsignale problematischer Mediennutzung besser zu erkennen und neue Ideen für medienfreie Freizeitgestaltung zu entwickeln.

Vergangenen Mittwoch fand in den 7. Klassen die Evaluation des Projekts statt. Dabei wurde noch einmal deutlich, wie wichtig die frühe Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler für einen gesunden Umgang mit digitalen Medien ist. Gemeinsam konnten die Jugendlichen verschiedene Freizeitaktivitäten sammeln und Alternativen zur intensiven Handynutzung erarbeiten.

Die Evaluation zeigte außerdem, dass die Jugendlichen durchaus großes Interesse an vielen anderen Beschäftigungen neben dem Smartphone haben. Oft benötigen sie einen kleinen Anstoß in diese Richtung. Genau hier setzen das Programm „freii“ und das Projekt des Regionalverbandes an und machen deutlich, wie wertvoll solche Angebote für die Schülerinnen und Schüler sind.

Mit Projekten wie diesem setzt das Albert-Einstein-Gymnasium weiterhin einen wichtigen Schwerpunkt im Bereich Medienprävention. Der Workshop ist Teil des schulischen Präventionskonzeptes und zeigt, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche frühzeitig auf die Herausforderungen der digitalen Welt vorzubereiten – vor allem mit Reflexion und konkreten Handlungsmöglichkeiten.