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Mitteilungsblatt Heringen
Ausgabe 21/2026
Vereine und Verbände
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„Demokratie lebt von Menschen, die mitmachen.“

Walter Gliem (Beisitzer), Elisabeth Herrmann (Beisitzerin), Tanja Krack (Beisitzerin), Melanie Schön (GF), Jörg Schäfer (Co-Vorsitzender), Andrea Bürger (Co-Vorsitzende), Irmgard Schill (Beisitzerin), Christoph Bürger (Co-Vorsitzender), Bernd Schill (Beisitzer [ehem. Vorsitzender]), Joel Kraus (Revisor), Sascha Schlosser (Beisitzer), Tim Helfert (GF), Kristin Klinzing (GF) Foto: © by AWO Nordhessen

Interview mit Christoph Bürger (AWO-Kreisverband Hersfeld-Rotenburg).

Der Ehrentag am 23. Mai setzt bundesweit ein Zeichen für freiwilliges Engagement: Was bedeutet dieser Tag persönlich für Sie als ehrenamtliche Vorsitzende des AWO-Kreisverbands Hersfeld-Rotenburg?

Der Ehrentag ist für mich vor allem ein Tag des Dankes. Ehrenamtlich Engagierte leisten tagtäglich Großartiges – oft ganz selbstverständlich und ohne viel Aufhebens. Dieser Tag erinnert daran, wie wertvoll dieses Engagement für unsere Gesellschaft ist. Er gibt uns die Gelegenheit, einmal innezuhalten, Danke zu sagen und all den Menschen Anerkennung zu schenken, die ihre Zeit, ihre Kraft und ihr Herz für andere einsetzen. Und ja: An diesem Tag dürfen sich Ehrenamtliche auch ganz bewusst feiern lassen.

Ehrenamt lebt von Überzeugung und Motivation: Was hat Sie dazu bewogen, Verantwortung im Vorstand des Kreisverbands zu übernehmen, und was treibt Sie in Ihrer Arbeit bis heute an?

Als ich angesprochen wurde, den Kreisvorsitz zu übernehmen, war ich zunächst überrascht – und ehrlich gesagt auch etwas unsicher. Eine solche Verantwortung ist kein kleiner Schritt. Doch je mehr ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir: Die Werte der AWO begleiten mich schon lange, und ich stehe voll und ganz hinter ihnen. Solidarität und Zusammenhalt sind für mich nicht nur Worte.

Gerade weil wir im Vorstand als gleichberechtigtes Team arbeiten und Verantwortung gemeinsam tragen, habe ich mich bewusst für diesen Weg entschieden. Mich motiviert vor allem das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun und der Gemeinschaft etwas zurückzugeben.

Die AWO ist im Landkreis mit vielfältigen Angeboten präsent: Welche Schwerpunkte setzt der Kreisverband derzeit, und wo sehen Sie die größte Wirkung für die Menschen vor Ort?

Zwei Themen liegen uns derzeit besonders am Herzen: die Stärkung der Demokratie und das Entgegenwirken von Einsamkeit. Beides sind Herausforderungen, die viele Menschen unmittelbar betreffen.

Demokratie braucht Engagement und Austausch – sie funktioniert nicht von selbst. Gleichzeitig erleben wir gerade im ländlichen Raum, dass sich viele Menschen einsam fühlen und soziale Kontakte fehlen. Hier setzt die AWO an: Wir möchten Begegnungen schaffen, Menschen miteinander ins Gespräch bringen und Brücken bauen – unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Hintergrund.

Ohne Ehrenamt wäre vieles nicht möglich: Welche Rolle spielen freiwillig Engagierte in den Einrichtungen, Ortsvereinen und Projekten des Kreisverbands?

Ehrenamtliche sind das Herz der AWO. Ohne sie könnten viele Angebote, Projekte und Veranstaltungen schlicht nicht stattfinden. Sie bringen Ideen ein, packen an, hören zu und gestalten das Leben im Landkreis aktiv mit. Kurz gesagt: Ohne Ehrenamt gäbe es keine lebendige AWO.

Mit dem Ehrentag rückt auch Wertschätzung in den Fokus: Wie sorgt der Kreisverband dafür, dass sich ehrenamtlich Aktive gesehen, gehört und unterstützt fühlen?

Uns ist wichtig, dass Ehrenamt nicht nur funktioniert, sondern sich auch gut anfühlt. Wir setzen auf offene Gespräche, kurze Wege und gegenseitiges Vertrauen. Wer Hilfe braucht, findet bei uns ein offenes Ohr – ganz gleich, ob es um organisatorische Fragen, Unterstützung bei Projekten oder neue Ideen geht. Dieses Miteinander leben wir nicht nur an besonderen Tagen, sondern das ganze Jahr über.

Mitgliederwerbung ist für Verbände eine zentrale Zukunftsfrage: Wie gelingt es Ihnen, neue Mitglieder – insbesondere jüngere Menschen – für die Arbeit der AWO zu gewinnen?

Wir entwickeln derzeit neue Projekte, die besonders junge Familien und jüngere Menschen ansprechen sollen. Dabei geht es darum, zeitgemäße Angebote zu schaffen, die sich gut mit dem Alltag vereinbaren lassen. Ob und wie diese Ideen angenommen werden, wird sich zeigen – aber wir gehen diesen Weg mit Offenheit und viel Motivation.

Was macht ein Engagement bei der AWO Hersfeld-Rotenburg Ihrer Meinung nach besonders attraktiv, gerade in einer Zeit, in der viele Menschen stark eingebunden sind?

Für mich ist es vor allem das gute Gefühl, anderen zu helfen. Ehrenamt bei der AWO bedeutet zuhören, unterstützen und manchmal einfach da sein. Es braucht nicht immer viel Zeit oder große Projekte – schon kleine Beiträge können viel bewirken. Wer sich engagiert, erlebt Gemeinschaft und merkt schnell: Mein Einsatz zählt.

Sie haben sich neu als Vorsitzender in den Vorstand des Kreisverbands wählen lassen: Welche neuen Impulse und Kompetenzen bringt das aktuelle Gremium mit, und wie gestalten Sie die Zusammenarbeit?

Unsere drei Vorsitzenden sind bewusst vielfältig aufgestellt: Ein ehemaliger Bürgermeister, eine Verwaltungsfachangestellte und Standesbeamtin und ein Chemisch-Technischer-Assistent - zwischen 34 und 74 Jahren. Unterschiedliche berufliche Hintergründe und ein breites Altersspektrum bringen viele Perspektiven zusammen. Diese Mischung ist eine große Stärke.

Was uns verbindet, ist die gemeinsame Überzeugung für die AWO und ein respektvoller, familiärer Umgang miteinander. Wir arbeiten offen, lösungsorientiert und auf Augenhöhe – und genau das macht die Zusammenarbeit so konstruktiv.

Blick nach vorn: Welche Ziele und Vorhaben haben sich die neuen Vorsitzenden für die kommenden Jahre gesetzt – insbesondere im Hinblick auf Ehrenamt und Verbandsentwicklung?

Ein zentrales Ziel ist es, die AWO für alle Altersgruppen noch attraktiver zu machen. Viele verbinden die AWO vor allem mit Angeboten für ältere Menschen – diese bleiben wichtig, sollen aber ergänzt werden. Wir möchten neue Projekte entwickeln, die gezielt Jüngere ansprechen und zeigen: Die AWO ist für alle da.

Was möchten Sie Menschen mitgeben, die sich vorstellen könnten, sich ehrenamtlich zu engagieren, aber noch zögern, den ersten Schritt zu machen?

Ehrenamt ist einfacher, als viele denken. Jede und jeder kann helfen – auf ganz unterschiedliche Weise. Man muss kein Profi sein und keine Angst haben, etwas falsch zu machen. Oft reicht schon der Mut, es einfach auszuprobieren. Kleine Schritte können Großes bewirken. Oder wie wir bei einer unserer Aktionen sagen: „Marie macht’s!“ – und lädt damit alle ein, Teil der AWO-Gemeinschaft zu werden und mitzugestalten.

(im Mai 2026)