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Mitteilungsblatt Heringen
Ausgabe 24/2026
Vereine und Verbände
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Volkschor Frohsinn Heringen / Teil zwei des MGV Frohsinn Heringen

Ein dunkles Kapitel: Vom Verbot zur Auslöschung

Hier ist der zweite Teil, der die Geschichte vom Volkschor Frohsinn aufgreift:

Nach der erfolgreichen Gründung im Jahre 1925 ging es für den Chor wie folgt weiter:

Die Jahre nach 1933 markieren die schmerzhafteste Zäsur in der Geschichte des MGV Frohsinn Heringen. Was über Jahre als Gemeinschaft gewachsen war, wurde durch rücksichtslose Gleichschaltung des NS-Regimes innerhalb weniger Wochen zerschlagen. Als Mitglied des Arbeiter Sängerbundes geriet der Chor direkt ins Visier der Machthaber. Das Verbot der „Roten sozialistischen Vereine“ war dabei mehr als nur ein bürokratischer Akt – es war der Versuch, die kulturelle Identität der Arbeiterschaft im Kern zu ersticken.

Die Nacht auf dem Heringer Anger

Ein Bild hat sich durch die Schilderungen von Zeitzeugen tief in das kollektive Gedächtnis des Vereins eingebrannt: die öffentliche Verbrennung auf dem Heringer Anger.

Unter dem Geleier ideologischer Parolen wurden die mühsam angeschaffte Vereinsfahne und das gesamte Notenmaterial den Flammen übergeben.

Es war ein symbolischer Akt der Vernichtung. Den Sängern wurde nicht nur das Vereinsvermögen eingezogen und ihre rechtliche Grundlage genommen, sondern auch ihre Stimme.

Es herrschten unvorstellbare Zustände, berichteten ehemalige Mitglieder. Der politische Druck lastete schwer auf den Familien. Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes oder handfesten Repressalien zwang viele, dem MGV 1849 Heringen beizutreten – ein Schritt, der oft nur aus reinem Selbstschutz und unter Tränen vollzogen wurde.

Den Neuanfang vom MGV Frohsinn Heringen können Sie in der nächsten Ausgabe lesen.

Bericht: Petra Heckmann

Tel.: 06624 7117