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Blickpunkt Hofbieber - Amtliches Verkündungsorgan für die Gemeinde Hofbieber
Ausgabe 39/2026
Vereine und Verbände
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Kirmes: Dreireihentanz in Kleinsassen

Gut beschirmt und gut gelaunt: die zehn Kleinsassener Kindertanzpaare vor der Sankt-Laurentius-Kirche.

Kleinsassener Kirmesgesellschaft 2026 mit Ploatzknächt Julian Menz (mit Bierkrug) vor der Sankt-Laurentius-Kirche.

Beim Dreireihentanz der 20. Zeltkirmes in Kleinsassen war am Sonntag Improvisation angesagt. Pünktlich, als es am gemeinsamen Treffpunkt

unter dem Kirmesbaum losgehen sollte, hatte Petrus die Schleusen geöffnet.

Zwar konnten die zehn Kinderpaare ihren einstudierten Tanz unter erschwerten Bedingungen den Besucherinnen und Besuchern noch darbieten.

Doch hatte Ploatzknächt Julian Menz die angesichts des Dauerregens missliche Lage schnell erkannt und verlegte den Dreireihentanz der 17 Kirmespaare und die Grußworte der Ehrengäste flugs ins gut 500 Meter entfernt gelegene in der Au vom "Subersch Josef" an der Bieber stehende Festzelt.

Landrat Bernd Woide nahm die "Schuld" für die Unbilden des Wetters auf seine Schultern: "Fürs gute Wetter sind immer der Ortsvorsteher und der Bürgermeister zuständig, fürs schlechte der Landrat." Die Kernelemente der Kirmes, so Woide, seien Gemeinschaft, Frohsinn und Tradition. Diesen Gedanken griff auch Hofbiebers Bürgermeister Markus Röder - seinerseits viermal als Kirmesbursche in Elters unterwegs gewesen - während seines Grußwortes auf: "Die Kleider, die ihr tragt, die Tänze, die ihr einstudiert habt, sind Tradition. Das Band, was ihr heute durch die Kirmes knüpft, begleitet euch auch in Zukunft."

Diakon Manfred Oeste erachtete die viertägigen Feierlichkeiten scherzhaft als "Hochleistungssport, als angewandte Brauchtumspflege mit Flüssig-Zuschlag." Doch abseits dieser allgegenwärtigen Vorbehalte passen, so der Diakon, Kirmes, Festzelt und Glaube durchaus zusammen. Das Zelt sei eines der ältesten religiösen Symbole überhaupt: "Bevor es feste Kirchen aus Stein gab, hatte das Volk Gottes das sogenannte Stiftszelt - ein mobiles Heiligtum. Ein Zelt bietet Schutz für alle. Unter der Zeltplane sitzen alle im Trockenen - egal ob es draußen regnet oder stürmt. Es ist flexibel und lebendig. Es atmet und bewegt sich. Und genauso sollte auch unser Glaube sein: nicht verstaubt, sondern mitten im Leben der Menschen - genau da, wo gelacht, getanzt und geredet wird." Gelacht, getanzt und geredet wurde in diesem Schutzraum an diesen vier Tagen reichlich. Und abgesehen vom Sonntagnachmittag hatte Petrus ja durchaus ein Herz für die 34 Kleinsassener Kirmesburschen und -mädchen.