Sehr geehrter Stadtverordnetenvorsteher,
sehr geehrte Magistratsmitglieder, Fraktionsvorsitzende und Stadtverordnete, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt, werte Gäste und Pressevertreter!
Zu Beginn danke ich für die Schweigeminute in der Stadtverordnetenversammlung für Volker Orth. Sein Wirken war geprägt von der Nähe zu den Menschen und seinem klaren Blick für das Gemeinwohl. Sein Herz schlug für unsere Stadt und die Region. Der Magistrat trauert mit seiner Familie und allen, die ihm nahestanden, und wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Dem Magistrat gelingt es derzeit sehr gut, qualifiziertes KiTa-Personal, auch für die neue KiTa in Nieder-Ofleiden zu finden. Hier steht das benötigte Personal bereits in den Startlöchern - auch mit hohen Stundenumfängen. Es konnten bereits arrivierte Fachkräfte gewonnen werden, die sich sehr gut in die städtischen Teams eingefunden haben. Gleichzeitig setzen wir auf Ausbildung und nutzen hierfür die praxisintegrierte vergütete Ausbildung (PIVA), um auch eigenen Nachwuchs zu fördern.
Das ist eine sehr gute Nachricht in Zeiten knapper Fachkräfte im sozialen Bereich. Die Stadt Homberg setzt auf die Vielfalt unserer Kitalandschaft - diese Ausrichtung beweist sich nun als ein Pfund sowohl für die Betreuungsqualität als auch die personelle Besetzung.
Zum Bautenstand und der Kostenkontrolle der neuen KiTa Nieder-Ofleiden sind wir zur schnellstmöglichen Fertigstellung zwar in Absprache mit dem Bauherren, der D5 Bauträger GmbH. Eine Beratung des Sachstands war für diese Woche vorgesehen. Allerdings hat sich der Investor krankgemeldet; seine Erreichbarkeit war und ist über längere Zeiträume nicht gegeben bzw. stark eingeschränkt. Unserem Interesse an einer fortlaufenden engen Abstimmung wird dies derzeit nicht gerecht.
Seitens der Stadt ist alles Erforderliche erledigt, um bei vorliegender Beschlusslage unverzüglich weiterzugehen - wir stehen in den Startlöchern. Nach wie vor ist der Investor am Zug: Er muss verbindlich darlegen, wie und wann der von ihm verursachte Baustopp beendet wird, und die vertraglich geschuldeten Schritte zur Fertigstellung zeitnah von ihm organisiert werden. Die noch offenen Leistungen betreffen nur wenige Prozent der Gesamtbaumaßnahme, können ohne die Arbeitsaufnahme und klare Terminierung durch den Investor jedoch nicht abgeschlossen werden.
Sobald Beratungsreife hergestellt ist - insbesondere durch die notwendigen Informationen und Entscheidungen des Investors - werden wir den Stadtverordnetenvorsteher kontaktieren, so dass der Vorgang erneut auf die Tagesordnung genommen wird.
Intensiv befasst hat sich der Magistrat mit der Vorbereitung des Vertragswerks zur Gründung der Energie Homberg Ohm GmbH gemeinsam mit der Energiegenossenschaft Vogelsberg. Die Stadtverordneten hatten beschlossen, dass hierfür alle notwendigen Vorbereitungen getroffen werden sollten. Die Gründung eröffnet uns die Möglichkeit, den Ausbau der erneuerbaren Energien in unserer Stadt selbst in der Hand zu behalten: Wir können ihn so zu steuern, dass sich die Menschen vor Ort beteiligen können und die Wertschöpfung vor Ort bleibt.
Unter Zuhilfenahme des beschlossenen Kriterienkatalogs für erneuerbare Energien - insbesondere Photovoltaik - haben wir zudem festgelegt, den Ausbau eng mit der kommunalen Wärmeplanung zu verknüpfen. Denn Wärme benötigt Energie, und dafür brauchen wir Flächen, die wir mit der GmbH und ihren zukünftigen Projekten sichern wollen.
In der Vertragsgestaltung haben wir maximale Transparenz zum obersten Ziel gemacht. Der Vertragsentwurf stellt sicher, dass sowohl Magistrat als auch Stadtverordnetenversammlung im Aufsichtsrat und der Gesellschafterversammlung vertreten sind. Projekte werden somit bereits unter Mitwirkung der städtischen Gremien entworfen, durchdacht und anschließend den Stadtverordneten zur Entscheidung vorgelegt. Die Gründung legt die Grundlage für Projekte in den Ortsteilen und der Kernstadt. Hierfür werden projektabhängig eigene Projektgesellschaften gegründet.
Der Magistrat hat beschlossen, HessenForst die schriftliche Anerkennung des Waldwirtschaftsplans 2026 vorzulegen.
Zudem bereiten wir alle nötigen Anpassungen im Bereich der Friedhöfe vor: Die Gesetzesänderung aus dem Herbst 2025 wird in eine Mustersatzung des HSGB münden, die im ersten Quartal 2026 erwartet wird. Alle Vorbereitungen sind getroffen, damit wir anschließend eine überarbeitete Fassung für die städtischen Gremien erstellen und verabschieden können.
Der Jahresabschluss 2024 wurde zur Vorlage bei der Aufsichtsbehörde aufgestellt. Außerdem blieben alle im November durchlaufenen unvermuteten Kassenprüfungen im Prüfergebnis ohne Beanstandungen, sowohl die Stadtkasse als auch die Stiftungskassen der Pfarrer August-Praetorius-Stiftung und der Peppler-Wilhelm-Stiftung.
Besonders hervorzuheben ist, dass die Haushaltsgenehmigung für das Haushaltsjahr 2026 eingetroffen ist - vielen Dank noch einmal an unsere Finanzabteilung, alle Beteiligten aus Verwaltung und städtischen Gremien, die diszipliniert hieran gearbeitet haben. So sind wir für das Jahr 2026 bereits jetzt für die geplanten Umsetzungen aufgestellt.
In den Beratungen haben wir auch rekapituliert, dass die Empfehlungen aus der kostenlosen Haushaltsberatung durch den Hessischen Rechnungshof hier vor Ort konsequent beherzigt werden müssen. Die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen ist unabweislich - die kommunalen Kassen sind immer stärker unter Druck. Daher muss stärker priorisiert werden - und zwar auf Grundlage einer ehrlichen und vollständigen Erhebung städtischer Leistungen und unserer Infrastruktur, ihres Zustandes und aller Folgekosten.
Diese Erhebungen haben wir in wesentlichen Bereichen mit Fördergeldern auf den Weg gebracht - und vor allem unter breiter Bürgermitwirkung, z.B. zu Mobilität, Freiflächen und Spielplätzen, bei der Studie zu den Dorfgemeinschaftshäusern oder beim gerade anlaufenden Zukunftsdialog Schwimmbad.
Zu weiteren Bereichen erfolgt die Erstellung unter dem Einbezug von externen Experten, z.B. die Feuerwehrstudie auf Initiative des Runden Tisches Feuerwehr. An dem Runden Tisch Feuerwehr hatten sich Mitte 2025 Vertreter der Feuerwehr, des Magistrates und der Fraktionen auf dieses gemeinsame Vorgehen geeinigt. Die Studie zur Zukunft unserer Feuerwehren und ihrer Infrastruktur lassen wir uns im Anschluss an die stattgefundene Haushaltsberatung durch das Land als sogenannte „Vertiefende Haushaltsuntersuchung“ fördern. Durch das Eintreffen der Haushaltsgenehmigung erfolgt die Vergabe noch im Februar.
Außerdem lassen wir derzeit ein Straßenzustandskataster erstellen, denn große und nötige Investitionen werfen ihre Schatten voraus:
Ein erhebliches Investitionsfeld ist die Straßensanierung: Gute und sichere Straßen bewegen viele Menschen in Homberg. Nach dem Bau der A 49 haben sich die Verkehrsflüsse verändert. Dies beeinflusst auch die Sanierungsplanung für das umliegende Netz: Bereits während der Bauphase wurde im engen Schulterschluss mit den Ortsvorstehern und HessenMobil ein Sanierungsplan vorbereitet: Messungen der tatsächlichen Verkehrsflüsse werden derzeit durchgeführt, um gegenüber HessenMobil im Sinne möglicher Verkehrsberuhigungen fundiert argumentieren zu können.
Nun möchte ich einen kurzen Überblick über die Sanierungoffensive HessenMobils und damit verbindbare oder bereits verbundene städtische Sanierungsarbeiten geben:
Bereits abgeschlossen wurde indes die Maßnahme an der L 3072, einschließlich des Neubaus der beiden Kreisverkehrsplätze an der Anschlussstelle Homberg (Ohm).
Begonnen wurde außerdem die Gemeinschaftsmaßnahme in der Welckerstraße, wo Gehwege, Haltestellen und Leitungsmedien erneuert werden, sodass die Straße einen Dorfstraßencharakter erhält - sicher und entschleunigt für alle Verkehrsteilnehmer.
Es folgt die L 3072 von Homberg-Appenrod nach Homberg-Erbenhausen, die B 62 inklusive der Ortsdurchfahrt Erbenhausen. HessenMobil plant hier eine einfache Deckenerneuerung, die bereits ausgeschrieben ist. Die Umsetzung ist für Sommer 2026 vorgesehen.
Die Gemeindeverbindungsstraße Dannenrod-Appenrod (L 3343) erhält in 2026 innerhalb und außerhalb der Ortslage einen neuen zweischichtigen Aufbau. Für die Ortsdurchfahrt Appenrod (Hauptstraße), die L 3072, wurden im Haushalt 2026 Planungsleistungen eingestellt. Gleiches gilt für die Maulbacher Straße in Appenrod (L 3343). Beides sollte als Gemeinschaftsmaßnahme mit Erneuerung der Gehwege, Leitungen und unter Berücksichtigung barrierefreier Bushaltepunkte erfolgen.
Gleiches gilt in Dannenrod: Für 2027 empfiehlt der Magistrat Planungsleistungen für die ehem. K 54, nun L 3343 (Buchhainer Straße, Finkenhainer Straße), als eine Gemeinschaftsmaßnahme einzuplanen. Hier wird auch das Neubaugebiet „Über dem Ort” zu berücksichtigen sein - ebenso wie eine mögliche Umgestaltung der Ortseinfahrt.
Für 2028 wird empfohlen, Planungsleistungen für die Haarhäuser Straße in Gontershausen (L 3126) vorzusehen - hier ebenfalls als Gemeinschaftsmaßnahme mit Gehwegen, Haltestellen und Leitungsmedien.
Insgesamt bedeutet der sinnvolle Gleichschritt städtischer Sanierungsmaßnahmen mit der Sanierungsoffensive HessenMobils einen erheblichen Investitionsbedarf, dem wir - wie oben erläutert - begegnen müssen.
Das Gesamtkonzept für die Entwicklung städtischer Neubaugebiete, welche schließlich auch mit der Straßenplanung verbunden sind, wird derzeit in der Verwaltung erarbeitet. Dazu gehört auch der Rücklauf zur Erweiterung des Neubaugebietes Breithecker Feld: Hier bräuchte es laut der erstellten Studie ein aufwendiges Zielabweichungsverfahren.
Die Vergabe der städtischen Bauplätze im Baugebiet „Michelbach IV“ in der Schweriner Straße in der Kernstadt wird im Februar 2026 initiiert.
Aktuell schreiten die Sanierungen der Tiefbrunnen in Dannenrod und der dazugehörenden Elektrotechnik voran - ebenso wie die Planungen für die Erneuerung der Wasserversorgung in Höingen: Diese wird derzeit mit dem Gesundheitsamt abgestimmt, sodass im Anschluss Ausschreibung und Vergabe erfolgen können.
Für die Fortführung der Eigenkontrollverordnung im Abwasserkanalbereich wird gerade der Auftrag für die TV- und Kanalinspektion vergeben.
Homberg (Ohm) konnte als einzige Kommune an der A49 frühe, konkrete Umsetzungen mit der Autobahn GmbH erreichen, darunter Geschwindigkeitsbeschränkungen und Warnschilder im Bereich des Ohmtaldreiecks. Geprüft werden außerdem bessere Lösungen für die Beschilderung der Autobahn, die zu zahlreichem Verfahren und auch zu Unfällen führt. Hier wurde uns eine zeitnahe Rückmeldung in Aussicht gestellt. An dieser Stelle möchten wir allen Beteiligten inklusive der Ortsbeiräte danken, die uns bei der Vorbereitung der Verhandlungen zur Seite stehen.
In einer Gesellschafterversammlung der Vulkanregion Vogelsberg wurde die neu aufgesetzte Marke vorgestellt und freigeschaltet: Charaktergebend ist der Basalt, der Schrift, Form- und Farbschema der Tourismusförderung bestimmt - ein Konzept, das durchgehend positiv aufgenommen und verabschiedet wurde.
In der Diskussion über Investitionen, die aufgrund der knappen kommunalen Haushalte als schwierig gelten, wies der Magistrat darauf hin, dass es nicht darum geht, beliebige trendorientierte Attraktionen für den Tourismus zuzubauen. Stattdessen setzt die Stadt bewusst auf das, was sie ausmacht und was vor Ort über viele Jahre gewachsen ist - etwa das gut ausgebaute Wanderwegenetz. Gerade diese gewachsene Infrastruktur steht für unsere Identität und Authentizität. Und genau diese Authentizität werde auch von den Touristinnen und Touristen geschätzt. Es gilt, diese kommunalen Identitäten in die Tourismusstrategie der Region zu bewerben - denn die Tourismusförderung als freiwillige Aufgabe kann durch den Verband kosteneffizient unterstützt werden.
Auch andere freiwillige Leistungen, insbesondere das Schwimmbad, tragen ganz wesentlich zur sozialen Infrastruktur und dem Miteinander bei. Um diese auch in Zeiten knapper Kassen aufrechterhalten zu können, braucht es neue Wege. So wurde von den städtischen Gremien ein Zukunftsdialog zum Schwimmbad ins Leben gerufen. Ein Fragebogen ist im Ohmtalboten erschienen und wird auch online verfügbar gemacht. Ziel ist es, Prioritäten der Bevölkerung einzubeziehen und Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement, Spenden und eine sozial ausgewogene Preisgestaltung auszuloten. Derzeit wendet die Stadt jährlich etwa 351 000 € für das Schwimmbad auf.
Wir hoffen auf eine breite Rückmeldung aus der Bevölkerung, denn durch den Kontakt mit schon langjährig ehrenamtlich betriebenen Schwimmbädern ist zu erkennen, dass dies eine Möglichkeit unmittelbarer Bürgermitwirkung ist. Ein ehrenamtlich getragener Betrieb könnte möglicherweise mehr als ein Weg sein, die finanzielle Last für die Allgemeinheit zu reduzieren: Gleichzeitig birgt er die Chance, eine hohe lokale Identifikation mit dem Freibad in eine offene und ideenreiche bürgerschaftliche Gestaltung desselben zu verwandeln.
Der Magistrat hat im Bereich Sportförderung auf Wunsch der Stadtverordnetenversammlung die Interessenbekundung für das SKS-Programm fristgerecht eingereicht. Dieses geht auf das Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität zurück. Das Projekt beinhaltet den Bau eines Kunstrasenplatzes als einer Multifunktionsanlage mit Tartanbahn, Fluchtlicht, Sprunggruben und weiteren Pflasterungen. Dies würde bei einer Förderung von 55 % zu einem Eigenanteil 1.127.500 Euro führen. Hierfür wären Haushaltsmittel aufzubringen und zwingend nach §12 Gemeindehaushaltsverordnung eine Folgekostenberechnung durchzuführen, falls eine Förderung in Aussicht gestellt wird. Der Magistrat gibt zu bedenken, dass eine intensive Diskussion zur Bereitstellung der nötigen Haushaltsmittel vor dem Hintergrund der Haushaltssituation und der Gesamtheit der freiwilligen Leistungen erforderlich wäre.
Vergleichbar schwer wie das Freibad wiegen bisher unter den freiwilligen Leistungen nur die Dorfgemeinschaftshäuser: Sie verursachen jährliche Kosten von ca. 413.000 €. Eine Studie mit breiter Bürgerbeteiligung zur Zukunft der DGHs wird derzeit abgeschlossen.
Dies leitet mich zu einem weiteren Gebäudetypus: den Kirchen. Wir wollen die Kirche sprichwörtlich im Dorf lassen. Dazu habe ich den Magistrat zum laufenden Dialog über Sakralgebäude mit den Kirchen informiert. Denn auch die Kirchen überdenken ihren Gebäudebestand. Daraus resultiert, dass ein beträchtlicher Anteil der kirchlichen Gebäude in Zukunft veräußert werden wird.
Zu demselben Thema hat der Magistrat außerdem an der Ausstellungseröffnung in der Homberger Stadtkirche teilgenommen: „Vom heiligen Ort zum LebensRaum: Kirchliche Gebäude neu und anders nutzen“, so der Titel, geöffnet täglich von 16 bis 20 Uhr von Freitag, 06.02., bis Donnerstag, 12.02.2026. Mein Vorschlag ist es, den Prozess um die Sakralgebäude früh mit unseren Gebäudekonzepten und vor allem den Bedürfnissen der Menschen in den Orten zu vernetzen: Vielleicht können auch gemeinsame Nutzungen oder Umnutzungen kirchlicher Gebäude Teil der Lösung für unsere Dörfer werden. Zu diesem Zweck haben wir den Kontakt nun sehr frühzeitig hergestellt.
Insgesamt sollten alle Optionen zur verantwortungsvollen Haushaltsgestaltung mit dem Ziel maximaler Ausgewogenheit, auch aller freiwilliger Leistungen, in die Diskussion aufgenommen und abgewogen werden.
Abschließend begleitete der Magistrat wie gewohnt hohe Geburtstage, Verbands- und Feuerwehrtermine, Ortsbeiratsangelegenheiten, Jubiläen und Vereinsveranstaltungen.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit - verbunden mit der Bitte um eine zügige und effiziente Sitzungsgestaltung - aus Respekt für das Publikum, das Ehrenamt und die Mitarbeiterinnen, die heute zum Gelingen der Sitzung beitragen werden.