Start zur Fahrradtour an der Ohm beim Sportplatz in Burg-Gemünden.
Rast der Radgruppe bei der Fachwerkkirche in Bleidenrod.
Als sich kurzfristig die Sonne blicken ließ, wurde von den Gottesdienstbesuchern das Angebot von Würstchen und Vegetarischem vom Grill gerne angenommen.
Gemünden/Homberg - Gestartet mit Segen und Gruß „Hallo, schön, dass ihr da seid“, von Pfarrerin Ursula Kadelka, machten sich am Sonntag vor Himmelfahrt einige Radlerinnen und Radler der evangelischen Katharinengemeinde Gemünden, unter dem Motto „Kirche in Bewegung“ vom Sportplatz in Burg-Gemünden aus auf den Weg.
Die Route führte auf verkehrsarmem Weg, dem „Promilleweg“, wie er allgemein nur genannt wird, über Elpenrod nach Hainbach. Dort legte die Gruppe am Zollstock bei Katja Imhof und Achim Reitz eine Rast ein und genoss Hainbacher Brot und Honig.
Gestärkt ging es über Otterbach und Nieder-Gemünden zurück nach Burg-Gemünden und von dort bergan nach Bleidenrod. Nach einem letzten Stopp an der Fachwerkkirche in Bleidenrod, ging es zum Fahrradgottesdienst in der freien Natur auf dem Sportplatz in Bleidenrod.
Ein Fahrrad sei zwar langsamer als das Auto, doch genau darin liege seine Stärke, so Pfarrerin Kadelka. Kenne man doch ein anderes Rad, das „Hamsterrad“ nur viel zu gut. Deshalb sollte man einfach einmal einen Gang runter schalten, das „Hamsterrad“ stillstehen lassen und aussteigen, wo immer es möglich sei. Auch Jesus habe gewusst, wie wichtig solche Zeiten sind und habe sich zum Beispiel, wenn er den Kopf freibekommen wollte, auf einen Berg zurückgezogen, um zu beten und Gott als Kraftquelle neu zu erfahren.
Deshalb, so riet Pfarrerin Kadelka, im Sommer einfach mal unterwegs sein, das Fahrrad nehmen, mal für kurze Zeit im Umkreis fahren, oder eine größere Tour unternehmen. Mache man es dann doch nicht, ärgere man sich hinterher. Sicher kenne jeder den Ausspruch „hätte, hätte, Fahrradkette“, oder „hätte ich doch lieber das gemacht oder das gelassen. Aber jetzt ist es rum und ich bin unzufrieden“. „Non, je ne regrette rien!“ („nein ich bereue nichts“), habe Edith Piaf in ihrem berühmten Chanson inbrünstig gesungen. Könne man das auch ohne Weiteres von sich selbst sagen: „Ich bereue nichts?“
Anhand von Beispielen aus dem realen Leben, sei es, dass man etwas versäumt habe, oder man auf Betrüger hereingefallen sei und sich dann sage: „Hätte ich doch besser hingesehen“. Sicher habe jeder schon einmal solche „Hätte-Momente“ im Leben gehabt, Situationen eben, in denen man anders hätte abbiegen müssen. „Hätte, hätte, Fahrradkette“, das sei zwar kein Satz aus der Bibel, aber auch in der Bibel begegneten einem Menschen, die Chancen verpassten, falsche Entscheidungen tragen, oder mit Entwicklungen haderten.
Auch Jesus habe Menschen die ihm begegneten immer wieder herausgefordert auf ihrem Weg anders abzubiegen und Entscheidungen für ein neues Leben zu treffen.
Oft sei es die Angst vor Veränderungen und man lasse die Dinge lieber so bleiben, wie sie sind, manches Mal vielleicht sogar nur aus Trägheit oder Bequemlichkeit. Würde man einmal versuchen, das Evangelium in die Sprache des „Hier und Jetzt“ zu übersetzen, werde einem bewusst, dass keine Sünde, kein Versagen, keine verpasste Chance Macht über das Leben habe. Sondern man sei es selbst, der das große „Hätte“ über sein Leben schreibe. Aber Jesus lade ein, sich das Leben in jedem Augenblick neu schenken zu lassen. Denn hier und jetzt sei Gott in und um die Menschen, sodass nichts Früheres einen gefangen halten müsse.
Bei herrlichem Frühlingswetter klang der Fahrradgottesdienst mit einem gemeinsamen Picknick auf der Wiese aus. Dazu hatte jede Besucherin und jeder Besucher etwas mitgebracht - unabhängig davon, ob sie mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Pkw gekommen waren.
Himmelfahrtsgottesdienst
Der ein paar Tage später vorgesehene „Gottesdienst mit Pilgern und Grillen“ im Freien an „Christi Himmelfahrt“ neben der Kirche in Burg-Gemünden, wurde angesichts der kühlen Witterung und zeitweiligen Regenschauern in die Kirche in Burg-Gemünden verlegt.
Während die meisten Gottesdienstbesucher direkt zur Kirche in Burg-Gemünden gekommen waren, hatten sich drei „Pilger“ auch von kurzfristigen Regenschauern nicht abhalten lassen und waren von Otterbach aus über Nieder-Gemünden zum Gottesdienst nach Burg-Gemünden gewandert.
Pfarrerin Ursula Kadelka schilderte während des Himmelfahrt-Gottesdienstes unter anderem ihre Erlebnissen mit Kindern, die mit Buntstiften ein Bild malen sollten, wie sie sich den Weg von Jesu in den Himmel vorstellten. Frei nach Fantasie seien so die unterschiedlichsten Ideen, wie Jesus das denn geschafft haben könnte, entstanden. Ob ganz pragmatisch mit einem Fahrstuhl, oder mit Hilfe eines Pfeils über die Wolken, sowie Bildern, auf denen er schon oben angekommen war, hätten die Kinder die Jesu Himmelfahrt mit einfachen Ideen dargestellt.
Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Besucherinnen und Besucher mit einem Angebot von Würstchen und vegetarischen Speisen, zu einem Imbiss eingeladen, den Günter Stroh inzwischen auf dem Grill vorbereitet hatte.