Hosenfeld am 20. März 2026
Liebe Mitglieder der Jugendfeuerwehren,
liebe Jugendwarte,
liebe Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden,
ich freue mich sehr, heute Abend hier bei Ihnen und Euch auf der Jahreshauptversammlung der Jugendfeuerwehren unserer Gemeinde Hosenfeld sein zu dürfen.
Gerade am Ende einer längeren Sitzung weiß ich: Die Aufmerksamkeit ist vielleicht nicht mehr ganz am Anfangsniveau - deshalb will ich mich kurz fassen, aber dennoch ein paar wichtige Gedanken mitgeben.
Zunächst einmal: Ihr, die Jugendlichen hier, leistet etwas Besonderes. Es ist nicht selbstverständlich, seine Freizeit dafür einzusetzen, sich in einer Gemeinschaft zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen und sich für andere einzubringen. Genau das tut Ihr in der Jugendfeuerwehr - und darauf könnt Ihr wirklich stolz sein.
In der Jugendfeuerwehr lernt man Dinge, die weit über das hinausgehen, was man vielleicht auf den ersten Blick sieht. Ihr lernt, im Team zu arbeiten, Euch aufeinander zu verlassen und gemeinsam Herausforderungen zu meistern. Ihr lernt, Verantwortung zu übernehmen - und ja, auch, Verantwortung zu tragen. Und einige von Euch machen vielleicht schon erste Erfahrungen darin, andere anzuleiten, Entscheidungen zu treffen und Führung zu übernehmen.
Das sind Fähigkeiten, die Euch ein Leben lang begleiten werden - ganz egal, welchen Weg Ihr später einmal einschlagt.
Gleichzeitig seid Ihr die Zukunft unserer Feuerwehren. Die Jugendfeuerwehr ist die beste Vorbereitung auf den späteren Dienst in den Einsatzabteilungen. Ohne engagierten Nachwuchs kann eine Feuerwehr auf Dauer nicht bestehen - und deshalb ist Euer Engagement so wichtig für unsere Gemeinde.
Aber die Feuerwehr ist noch viel mehr als das, was wir im Einsatz sehen. Natürlich ist sie da, wenn es brennt oder wenn Hilfe gebraucht wird. Aber sie ist auch ein ganz wichtiger Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens. Die Feuerwehr ist ein Ort der Gemeinschaft, der Kameradschaft und des Zusammenhalts - im Dorf, in der Gemeinde und darüber hinaus.
Und genau deshalb möchte ich Euch auch ermutigen: Erzählt in Euren Freundeskreisen von der Jugendfeuerwehr. Nehmt Freunde mit, sprecht sie an, zeigt ihnen, was Ihr hier macht. Denn je mehr mitmachen, desto stärker wird diese Gemeinschaft.
Ich selbst habe übrigens auch einmal genau da gesessen, wo Ihr heute sitzt. Ich war in der Jugendfeuerwehr - und erst vor ein paar Wochen hat mir ein guter Freund ein altes Foto geschickt. Darauf waren wir als Jugendliche zu sehen, zusammen mit dem damaligen Bürgermeister von Alsfeld. Wir hatten Mitte der 90er Jahre den Stadtpokal gewonnen.
Damals trugen wir noch diese blauen Kombis mit dem roten Kragen - vielleicht kennt das der ein oder andere noch. Das ist jetzt rund 30 Jahre her, aber ich erinnere mich immer noch sehr gerne an diese Zeit zurück.
An den Wochenenden sind wir mit dem Feuerwehrauto losgefahren - ein alter Ford Transit aus den 70ern - über die Landstraßen in die Nachbarorte zu Wettkämpfen. Dort haben wir uns mit anderen Jugendlichen getroffen, hatten spannende Wettbewerbe und vor allem viel Spaß. Morgens gab es frische Brötchen mit Mett oder Fleischwurst, später vielleicht eine Eszett-Schnitte - und mittags dann Pommes, Steak oder Currywurst.
Das waren einfache Dinge, aber genau diese Momente bleiben im Gedächtnis. Die Gemeinschaft, das Miteinander, die Erlebnisse - das sind Erinnerungen, die einen ein Leben lang begleiten.
Und es ist schön zu sehen, dass damals wie heute viele Mädchen mit dabei sind. Das zeigt, dass die Feuerwehr für alle da ist - und dass Engagement keine Frage des Geschlechts ist.
Natürlich ist es so, dass sich Wege im Leben verändern. Manche hören nach der Jugendfeuerwehr erst einmal auf, weil sie eine Ausbildung beginnen, studieren oder wegziehen. Aber die Erfahrungen und Erinnerungen bleiben - und nicht selten führt genau das irgendwann wieder zurück zur Feuerwehr.
Zum Schluss möchte ich mich ganz ausdrücklich bei denjenigen bedanken, ohne die das alles hier gar nicht möglich wäre:
Bei den Betreuerinnen und Betreuern, den Jugendwarten und der Führung unserer Freiwilligen Feuerwehren. Sie investieren viel Zeit, viel Engagement und oft auch persönliche Energie, um Euch eine so gute Kinder- und Jugendarbeit zu ermöglichen.
Das ist alles andere als selbstverständlich - und dafür gebührt Ihnen großer Dank und Anerkennung.
Liebe Jugendliche, bleibt dabei, habt weiterhin Freude an dem, was Ihr tut, und tragt die Begeisterung weiter.
Denn Ihr seid nicht nur die Zukunft der Feuerwehr - Ihr seid ein wichtiger Teil unserer Gemeinschaft.
Vielen Dank.