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Kalbacher Nachrichten
Ausgabe 36/2026
Wasserampel
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Informationen aus der Wasserversorgung

Wasserampel bleibt zunächst weiterhin auf ROT

- Jeder Tropfen zählt -

Die anhaltende Trockenheit stellt unsere Region seit vielen Wochen vor große Herausforderungen. Nachdem erste Kommunen in unserem Landkreis bereits zu drastischen Maßnahmen greifen und offizielle Notverordnungen erlassen mussten, ist die Lage in Kalbach aktuell auf einem verkraftbaren Niveau.

Dass wir die Situation bisher stabil halten konnten, verdanken wir unserem vorausschauenden Handeln: Wir haben die Wasserampel rechtzeitig auf ROT geschaltet. Dieser Schritt signalisiert, dass unsere Trinkwasserreserven stark beansprucht werden und wir rechtzeitig alle gemeinsam gegensteuern müssen, um gesetzliche Verbote oder Engpässe zu verhindern.

Die Verbrauchszahlen der vergangenen Monate haben bestätigt, dass die bisherigen Maßnahmen Wirkung gezeigt haben. Zwar lag der Wasserverbrauch witterungsbedingt über dem täglichen Jahresmittelwert, bewegt sich jedoch noch nicht im Bereich der berechneten Spitzentageswerte bzw. an der grenzwertigen Belastung unserer Wassergewinnungsanlagen.

Leckagen, alternde Leitungsstrukturen und unbemerkte Schäden an Hausanschlüssen führen Jahr für Jahr dazu, dass kostbares und aufwendig aufbereitetes Trinkwasser ungenutzt im Boden versickert. Durch gezielte Investitionen in das Leitungsnetz, dem Einbau von hochmodernen Wasserzählern sowie dank der akribischen Rohrbruchsuchen unserer Mitarbeiter in der Wasserversorgung konnte die Gemeinde die Wasserverluste insbesondere in den letzten 10 Jahren trotz des fortschreitenden Alters der Infrastruktur und immer extremerer klimatischer Bedingungen auf einem stabilen Niveau halten. Insbesondere im letzten Jahr konnten wir die Verluste von durchschnittlich 26% auf nahezu 20% reduzieren und unterschreiten diese Zahl voraussichtlich sogar im laufenden Jahr.

 

Wasserversorgung Gemeinde Kalbach – Auszüge Wasserbilanzen seit 2011

 

Jahr

Gewinnung

Eigenbedarf

Abgabe

Verkauf

Verluste

 

 

m³/a

m³/a (ca. 6%)

m³/a

m³/a

m³/a

%

2010

390.260

23.416

366.844

263.999

102.845

28,0

2011

394.866

23.692

371.174

265.224

105.950

28,5

2012

415.262

24.916

390.346

267.362

122.984

31,5

2013

408.020

24.481

383.539

261.309

122.230

31,9

2014

384.500

22.768

361.732

265.572

96.160

26,6

2015

383.933

23.036

360.897

272.668

88.229

24,4

2016

353.732

20.863

332.869

260.657

72.212

21,7

2017

354.777

21.287

333.490

263.961

69.529

20,8

2018

380.605

22.836

357.769

271.643

86.126

24,1

2019

373.989

23.748

350.241

263.491

86.750

24,8

2020

385.672

21.715

363.957

277.696

86.261

23,7

2021

369.549

24.163

345.386

262.291

83.095

24,1

2022

392.675

22.435

370.240

265.418

104.822

28,3

2023

395.424

24.078

371.346

272.510

98.836

26,6

2024

436.599

26.196

410.403

274.848

135.555

33,0

2025

377.094

23.496

353.598

275.261

78.337

22,2

2026

 

 

 

 

zu erwarten

<20%

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ziel

<10%

*Im Kalenderjahr 2024 kam es zu überdurchschnittlich vielen Rohrbrüchen, die nicht unmittelbar behoben werden konnten und deshalb die Wassergewinnungsanlagen entsprechend mehr fördern mussten (Anstieg Wassergewinnung führt linear auch zu höheren Verlustwerten). In diesem Zusammenhang mussten in 2024 und 2025 überdurchschnittlich viele Absperrarmaturen und Schieberkreuze erneuert werden, um die Suche nach Rohrbrüchen besser eingrenzen zu können.

 

 

Das Kalbach eine attraktive Wohnortgemeinde ist, zeigt die Entwicklung unserer Einwohnerzahlen im Betrachtungszeitraum. Mehr Einwohner bedeuten jedoch ganz automatisch auch einen höheren Wasserbedarf d.h. Investitionen in die Infrastruktur, damit die Versorgungssicherheit für alle Haushalte auch in Zukunft absolut stabil bleibt.

Aber auch die Bürgerinnen und Bürger können einen wichtigen Beitrag leisten. Auch wenn in den vergangenen 3 Wochen entsprechend Niederschläge gefallen sind, appellieren wir weiterhin dringend an das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen.

Die Wasserampel bleibt zunächst weiterhin auf ROT, denn bis sich die Grundwasserlage nach der langen Hitze- und Dürreperiode entspannt, muss es noch deutlich öfter und mehr regnen. Entscheidend für eine Grundwasserneubildung sind hauptsächlich die Wintermonate, an denen mehr Niederschläge zu erwarten sind, die Verdunstung geringer ist und Pflanzen und Bäume weniger Wasserbedarf benötigen.

Wir bitten Sie deshalb, nach wie vor sehr umsichtig mit unserem Trinkwasser umzugehen wie bisher die mit der roten Wasserampel verbundenen Empfehlungen dringend zu beachten:

•

Auf die Bewässerung von Gärten und Rasenflächen sollte verzichtet werden.

•

Die Verwendung von Trinkwasser zum Waschen von Fahrzeugen, zur Außenreinigung von Gebäuden, Terrassen oder ähnlichen Anwendungen sollte unterlassen werden.

•

Das Befüllen von Pools, Zisternen oder sonstigen Wasserspeichern mit Trinkwasser sollte unterlassen werden.

•

Falls Sie dringend größere Mengen Trinkwasser entnehmen müssen, z. B. bei Bautätigkeiten aus Standrohren, bitten wir Sie, dies vorab mit uns abzustimmen.

„Liebe Bürgerinnen und Bürger,

durch Ihren weiterhin verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser leisten Sie einen wichtigen Beitrag dazu, unsere Wasserversorgung auch bei anhaltender Trockenheit sicherzustellen.

Einen wichtigen Schritt zur konsequenten, fortlaufenden Leckortung und der daraus resultierenden Reduzierung unserer Wasserverluste hat die Gemeinde bereits im letzten Jahr in den Ortsteilen Eichenried, Veitsteinbach und Heubach durch den Einbau von rund 500 neuen elektronischen Hauswasserzählern vollzogen. Diese Zähler verfügen über sogenannte Geräuschlocker mit einer akustischen Leckageerkennung und sind im Stande, Leckagen nicht nur am Zähler, sondern auch in den angrenzenden Anschluss- und Versorgungsleitungen zu erkennen.

Für 2027 sind die Zählerwechsel für die Ortsteile Oberkalbach und Uttrichshausen eingeplant.

Das Thema Trinkwasserversorgung steht im Mittelpunkt unserer kommunalen Zukunftsvorsorge und die konsequente Reduzierung von Wasserverlusten im Leitungsnetz bleibt weiterhin eine Kernaufgabe, um Kalbach dauerhaft krisenfest und zukunftssicher aufzustellen“.

Mark Bagus
Bürgermeister