Bei sonnigem Wetter starteten die Senioren der Gemeinde Kalbach zu einer abwechslungsreichen Fahrt ins Taubertal. Erste Station war Tauberbischofsheim. Am Busparkplatz wurden die Gäste vom Stadtführer Franz-Otto Dürr herzlich begrüßt.
Der Weg führte vorbei an historischen Gebäuden zum Alten Rathaus. Bereits im Treppenaufgang konnten die Senioren Bilder und Medaillen der erfolgreichen Olympioniken aus Tauberbischofsheim bewundern, darunter auch Dr. Thomas Bach und viele weitere bekannte Sportler.
Im großen Sitzungssaal angekommen, bot sich den Gästen aus Kalbach ein besonderer Blick auf den historischen Marktplatz. Auch die Wappen der umliegenden Gemeinden, die dort zu sehen sind, fanden großes Interesse.
Stadtführerin Ilse Schwarz gab anschließend einen interessanten Einblick in die Geschichte und Entwicklung der Stadt. Tauberbischofsheim kann auf eine rund 1250-jährige Geschichte zurückblicken und gehört damit zu den ältesten Städten des Taubertals. Bereits im Jahr 735 nach Christus gründete der Heilige Bonifatius in der Stadt ein Frauenkloster, dem die Heilige Lioba vorstand.
Die Geschichte der Stadt war von zahlreichen politischen Veränderungen geprägt. Tauberbischofsheim gehörte zeitweise zu Würzburg und zu Mainz. Noch heute erinnert das Mainzer Rad im Stadtwappen an diese Zeit. Später kam die Stadt zum Großherzogtum Baden und gehört heute zum Land Baden-Württemberg.
In zwei Gruppen ging es anschließend auf einen Rundgang durch die historische Altstadt. Dabei wurden unter anderem das Stadtschloss, die Kirche und das Hospital besichtigt. Auch die prächtigen Stadthäuser ehemaliger Winzerfamilien konnten von außen bewundert werden. Die Begeisterung über die vielen historischen Eindrücke war den Kalbacher Senioren deutlich anzusehen.
Eine besondere Überraschung erwartete die Gruppe auf dem Marktplatz von Tauberbischofsheim: Plötzlich begrüßte der Kalbacher Bürgermeister Mark Bagus die Senioren persönlich. Die Freude war groß, dass das Gemeindeoberhaupt die Reisegruppe für einige Zeit begleiten konnte. Nach einem Besuch im Rathaussaal und angeregten Gesprächen mit den Teilnehmern setzte die Gruppe ihre Fahrt fort.
Nächstes Ziel war der Nudelhof Berres in Gerolzahn. Dort konnten die Senioren die große Vielfalt und Kreativität der angebotenen Produkte bestaunen. Natürlich wurde auch kräftig eingekauft, sodass viele leckere Erinnerungen an diesen Besuch mit nach Hause genommen wurden.
Die Reise führte weiter nach Walldürn zur bekannten Basilika. Bereits während der Fahrt erzählte Bruno Fischer die Geschichte des Heiligen Blutes von Walldürn.
Der Überlieferung nach verschüttete im Jahr 1330 ein Priester während einer Messe den Kelch. Auf dem darunterliegenden Tuch, dem sogenannten Korporale, soll sich daraufhin das Blut Christi abgezeichnet haben. Diese Überlieferung begründete die besondere Bedeutung Walldürns als Wallfahrtsort.
Bei einem kleinen Rundgang durch die Altstadt konnten die Senioren weitere historische Gebäude und Denkmäler kennenlernen. Nach dem Besuch verabschiedete sich Bürgermeister Mark Bagus von der Gruppe, da am Abend noch eine Gemeindevertretersitzung auf seinem Terminkalender stand.
Anschließend ging die Fahrt über Osterburken weiter zum Schloss Merchingen. Während der Busfahrt wurden die Teilnehmer über die Hungersnot im Bauland im Jahr 1660 informiert. Damals herrschte eine extreme Trockenheit: Es fiel kaum Regen und die Getreidefrüchte vertrockneten bereits auf den Feldern.
Um dennoch Nahrung zu gewinnen, wurde das Getreide damals bereits im grünen Zustand geerntet und in einer sogenannten Darre getrocknet. Auf diese Weise entstand der heute bekannte Grünkern, der noch immer eine Spezialität der Region ist. Bis heute finden im Bauland regelmäßig Grünkernfeste statt.
Am Schloss Merchingen wurden die Kalbacher Senioren vom Altbürgermeister Horst Weber und dem Vorsitzenden des Fördervereins Schloss Merchingen, Klaus Leimbach, herzlich begrüßt.
Herr Weber berichtete über die Geschichte des imposanten Schlosses. Es wurde im Jahr 1593 von Johann Erasmus von Aschhausen erbaut und galt als eines der größten zusammenhängenden Schlossgebäude der Region. Im Laufe der Jahrhunderte war das Gebäude stark in die Jahre gekommen und wurde in den 1980er-Jahren umfassend restauriert.
Heute befinden sich im Erdgeschoss unter anderem der Rittersaal und im Obergeschoss ein weiterer Saal. In einem Anbau wurde zudem ein Hotel eingerichtet. Die gesamte Sanierung kostete rund fünf Millionen Mark. Ein großer Teil der Arbeiten wurde durch Eigenleistung erbracht. Die Stadt Ravenstein beteiligte sich damals lediglich mit rund 100.000 Mark.
Der Vorsitzende des Fördervereins Schloss Merchingen und Heimatmuseums, Klaus Leimbach, informierte die Gäste über die Bewirtschaftung und Verwaltung des historischen Gebäudes. Besonders beeindruckend war für die Kalbacher Senioren, dass die gesamte Arbeit rund um das Schloss von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern getragen wird.
Ob Verwaltung, Arbeiten am Schloss, Service oder Küche - überall engagieren sich Menschen freiwillig und mit großem Einsatz für den Erhalt dieses besonderen Kulturdenkmals.
Anschließend führten Altbürgermeister Horst Weber und Vereinsvorsitzender Klaus Leimbach die Gäste in zwei Gruppen durch das Schloss und zeigten ihnen die zahlreichen Sehenswürdigkeiten.
Im historischen Rittersaal wurden die Kalbacher Senioren anschließend mit einem guten Essen der Metzgerei Peter Maurer kulinarisch verwöhnt. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Service sorgten freundlich und aufmerksam dafür, dass es den Gästen an nichts fehlte. Dafür gab es von allen Seiten ein herzliches Dankeschön.
Für eine besondere musikalische Einlage sorgte Altbürgermeister Horst Weber, der zwei Lieder zum Besten gab. Dabei ließen sich auch einige Senioren von der guten Stimmung anstecken und stimmten fröhlich mit ein.
So ging ein wunderschöner und erlebnisreicher Tag zu Ende. Die Fahrt ins Taubertal bot den Kalbacher Senioren nicht nur viele interessante historische Eindrücke, sondern auch Begegnungen, gute Gespräche, kulinarische Genüsse und jede Menge Freude.
Es war ein schöner und rundum gelungener Tag für uns alle. Die vielen schönen Eindrücke und gemeinsamen Erlebnisse werden sicher noch lange in Erinnerung bleiben.
Text: B. Fischer / Bilder: H. Rensch