Titel Logo
Kirchheimer Nachrichten
Ausgabe 18/2026
Aus dem Rathaus wird berichtet
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg informiert:

Thomas Giese ist der Klimaschutzmanager des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. (Quelle: Landkreis Hersfeld-Rotenburg)

Viola Löppmann verstärkt die Stadtverwaltung Rotenburg seit Anfang April als Klimaschutzmanagerin. (Quelle: Stadt Rotenburg)

Bei der Stadt Bebra ist unter anderem Julian Schulze für das Klimaschutzmanagement zuständig. (Quelle: Stadt Bebra)

Andreas Altmann arbeitet bei der Stadtverwaltung Bad Hersfeld im Bereich Klimaschutz. (Quelle: Stadt Bad Hersfeld)

Bei der Firma Libri bekam die Delegation rund um Landrat Torsten Warnecke interessante Einblicke in den Alltag des Buchgroßhändlers in Bad Hersfeld.

Der Verfassungs- und Europaausschuss des Deutschen Landkreistags tagte Anfang dieser Woche in Bad Hersfeld. In einer Pressekonferenz unterstrichen der Ausschussvorsitzende Dr. Wolfgang Buschmann (Landrat im Kreis Schleswig-Flensburg), Landrat des Kreises Hersfeld-Rotenburg Torsten Warnecke und Dr. Klaus Ritgen, Erster Beigeordneter der Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Landkreistages, die Bedeutung des DLT.

Die Partnerschaften im Landkreis Hersfeld-Rotenburg nach Finnland und Polen werden ausgiebig gepflegt. Thomas Giese (links) und Jörg Peters sind die Beauftragten für europäische Partnerschaften beim Landkreis Hersfeld-Rotenburg und freuen sich im Herbst auf den Besuch der polnischen Delegation aus dem Landkreis Dzialdowski. Fotos: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Klimaschutz vor Ort stärken: Landkreis und Kommunen stellen ihre Klimaschutzmanager vor

Neben der Kreisverwaltung haben auch die Kommunen Bad Hersfeld, Rotenburg und Bebra ein Klimaschutzmanagement

Hersfeld-Rotenburg, 21. April 2026 - Der Klimaschutz gehört zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Um den Klimaschutz in der Region aktiv voranzubringen, arbeiten der Landkreis sowie dir Kommunen eng zusammen. Eine wichtige Rolle übernehmen dabei die Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager, die in den Verwaltungen Projekte initiieren, koordinieren und gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen sowie weiteren Akteuren umsetzen.

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg und in den Kommunen Bad Hersfeld, Rotenburg und Bebra sind derzeit Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager tätig. Sie entwickeln Maßnahmen zum Schutz des Klimas, begleiten deren Umsetzung und stehen als Ansprechpartner für Fragen rund um Energieeinsparung, erneuerbare Energien und nachhaltige Entwicklung zur Verfügung. Zum diesjährigen Earth Day stellen Kreis und die drei Kommunen ihr Klimaschutzmanagement vor.

Beim Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist Thomas Giese seit Dezember 2023 als Klimaschutzmanager tätig. Seine Arbeitsgrundlage ist das integrierte Klimaschutzkonzept des Landkreises, dessen Umsetzung der Kreistag Ende 2021 beschlossen hat. Bereits jetzt wurden viele Projekte zur Verbesserung des Klimas umgesetzt. So haben die Umstellung auf LED-Beleuchtung, energetische Sanierungen und intelligente Heizungssteuerung in kreiseigenen Liegenschaften, wie dem Landratsamt oder Schulgebäuden, zur Einsparung von Energie beigetragen. Außerdem wurde ein Fahrradhaus gebaut und in die Erzeugung von PV-Strom investiert.

„Ich bin der Überzeugung, dass wir Menschen ein lebenswertes Umfeld brauchen. Nur wenn wir gemeinsam die Klima-Probleme in den Griff bekommen, werden wir dies weiterhin erreichen können“, betont Giese. Ziel seiner Arbeit sei es, gemeinsam mit verschiedensten Akteuren konkrete Lösungsansätze zu entwickeln und den Klimaschutz im Landkreis weiter voranzubringen: „Dieses Ziel ist aber nicht allein durch die Zusammenarbeit von Kommunen zu erreichen. Jeder Einzelne muss schauen, wo er oder sie ansetzen kann, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen.“

Mit dem Ziel, den Klimaschutz in sämtlichen Bereichen des täglichen Lebens in Bad Hersfeld voranzubringen, arbeitet Andreas Altmann. Der 61-jährige arbeitet seit Dezember 2024 im Bereich Klimaschutz, gemeinsam mit drei weiteren Kolleginnen und Kollegen. Wie der Landkreis hat auch die Stadt Bad Hersfeld ein Integriertes Vorreiter-Konzept erstellen lassen, auf dessen Basis die Stadt mit Blick auf den Klimaschutz in die Zukunft geführt werden soll.

Drei große Themen, die Andreas Altmann vor diesem Hintergrund in seiner täglichen Arbeit begleiten sind die kommunale Wärmeplanung, die Erhebung von Daten zu von der Stadt verursachten Verbräuchen und daraus entstehender Emissionen sowie die Förderung des Einsatzes erneuerbarer Energien.

„Damit der Klimaschutz auch flächendeckend und in allen Bereichen zum Tragen kommt, stehe ich mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen Fachbereiche im Austausch. Denn beispielsweise auch in den Bereichen Bauen, Verkehr und Wohnen gibt es viel zu tun“, sagt Andreas Altmann. Die Aufgabenbereiche energetische Sanierung der Bestandsgebäude sowie PV-Anlagen werden von seinem Kollegen Torsten Wiegand federführend verantwortet.

Die Stadt Rotenburg ist seit 2010 hessische Klimaschutzkommune. Derzeit laufen die Arbeiten an einem integrierten Klimaschutzkonzept und der Ableitung von konkreten Maßnahmen, die Rotenburg zukunftssicher machen sollen. „Vernetzung sehen wir als einen Schlüssel zum Erfolg und zur Verstetigung von Klimaschutzprojekten an“, sagt Viola Löppmann, die seit Anfang April dieses Jahres die Stelle der Klimaschutzmanagerin der Stadt Rotenburg innehat.

„Jede Kommune hat zwar ihre eigenen Herausforderungen – wenn wir interkommunal zusammenarbeiten, haben wir jedoch einen deutlich größeren Handlungsspielraum und auch eine stärkere Präsenz. Klimaschutzmaßnahmen kommen langfristig allen zugute“, so Löppmann. „Die aktuelle Weltlage sollte uns einmal mehr verdeutlicht haben, wie sinnvoll es ist, sich von fossilen Energieträgern unabhängig zu machen und mit den vorhandenen Ressourcen intelligent zu haushalten.“ Die Energieversorgung der Stadt sei ein zentrales Handlungsfeld. Dabei solle der Wandel für die Rotenburgerinnen und Rotenburger nachvollziehbar und positiv spürbar werden.

Bei der Stadt Bebra sind Julian Schulze und Torsten Sternberg für das Klimaschutzmanagement zuständig. Julian Schulze ist seit 2023 in diesem Bereich tätig und verantwortet insbesondere das Projektmanagement sowie die strategische Ausrichtung des kommunalen Klimaschutzes. Torsten Sternberg, der seit 2024 Teil des Teams ist, bringt seine fachliche Expertise vor allem im Bereich der energetischen Sanierung und der energetischen Bewertung städtischer Immobilien ein und unterstützt darüber hinaus bei weiteren Projekten. Zu den bereits erfolgreich abgeschlossenen Projekten zählen unter anderem die Erstellung eines kommunalen Klimaschutzkonzeptes, die kommunale Wärmeplanung sowie die Umsetzung der „aufsuchenden Energieberatung“.

„Aktuell arbeiten wir an verschiedenen Maßnahmen, darunter die Koordination von Projekten im Bereich erneuerbarer Energien, der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf geeigneten Dachflächen sowie die Umsetzung von Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept und der kommunalen Wärmeplanung“, so Schulze und Sternberg. Weitere Schwerpunkte liegen in der Förderung klimafreundlicher Mobilität, der Erstellung von Sanierungsfahrplänen sowie in Informations- und Bildungsangeboten wie dem Projekt „Heldenbohne“, das den Anbau und die Nutzung regionaler Hülsenfrüchte fördert.

 

 

 

 

 

Landräte aus dem gesamten Bundesgebiet im Landkreis zu Gast

Verfassungs- und Europaausschuss des Deutschen Landkreistags diskutierte über Zukunftsfragen und bekam spannende Einblicke in die regionale Wirtschaft

Bad Hersfeld, 23. April 2026 – Insgesamt 13 Landräte trafen sich Anfang der Woche in Bad Hersfeld als Europa- und Verfassungsausschuss des Deutschen Landkreistags (DLT). Der Fokus lag dabei auf der Staats- und Verwaltungsmodernisierung, dem Bürokratieabbau sowie auf dem Katastrophen- und Zivilschutz.

„Es ist uns eine Freude, den Verfassungs- und Europaausschuss des DLT in unserem Landkreis begrüßen zu dürfen. Die Landkreise sowie die Städte und Gemeinden sind die staatliche Ebene mit direkten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern für deren Bürgerinnen und Bürgern. Leider müssen wir nicht selten den Rückzug von Bund und Land als direkte Ansprechpartner ausgleichen. Die Digitalisierung darf nicht zu direkter Unerreichbarkeit von überörtlichen Behörden führen“, erklärte Landrat Torsten Warnecke, der als hessisches Ausschussmitglied auch Gastgeber sein durfte.

In einer Pressekonferenz unterstrich der Ausschussvorsitzende Dr. Wolfgang Buschmann (Landrat im Kreis Schleswig-Flensburg) die Bedeutung des regelmäßigen Austausches und der Interessenvertretung der Landkreise auf Bundesebene. Der Deutsche Landkreistag sei die „zentrale Steuereinheit der Landkreise in Deutschland“. Zugleich gehe es darum, Gesetze und politische Vorhaben daraufhin zu prüfen, „ob Gesetze, die sich in der Theorie gut anhören, praktisch überhaupt umsetzbar sind“. Gerade dieser Praxisbezug sei für die Arbeit des Ausschusses von zentraler Bedeutung, so Buschmann. Und dabei sei man sich landes- und parteiübergreifend einig.

Wichtige Handlungsempfehlungen aufgestellt

Inhaltlich lag der Fokus vor allem auf der Staats- und Verwaltungsmodernisierung, Bürokratieabbau sowie auf dem Katastrophen- und Zivilschutz. Dabei wurden aus Sicht der Landkreise wichtige Positionen und Handlungsempfehlungen zu aktuellen Zukunftsfragen erarbeitet.

Landrat Torsten Warnecke machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass viele der diskutierten Themen mit der Frage der Finanzierung kommunaler Aufgaben verbunden seien. „Wer bestellt, muss auch bezahlen“, betonte er. Der Bund könne nicht immer neue gesetzliche Vorgaben machen, während die Landkreise als bürgernahe Ebene die finanziellen Folgen tragen müssten. Gerade deshalb komme dem Deutschen Landkreistag eine wichtige Rolle zu, wenn es darum gehe, kommunale Interessen zu bündeln und praktikable Vorschläge in politische Debatten einzubringen.

Dr. Klaus Ritgen, Erster Beigeordneter der Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Landkreistages, hob die fachliche Arbeit des DLT hervor. Der Verband begleite Gesetzgebungsvorhaben eng und stehe im regelmäßigen Austausch mit dem Bund – etwa mit dem Bundeskanzleramt und den Ministerien. „Wir bringen die Perspektive der Landkreise kontinuierlich in politische Entscheidungsprozesse ein – durch Stellungnahmen, Gespräche und kurzfristige Abstimmungen“, so Ritgen.

Neben dem fachlichen Austausch zwischen den Landräten besichtigten die Ausschussteilnehmer am Montagabend ein regionales Unternehmen. Bei der Firma Libri in Bad Hersfeld konnten die Beteiligten interessante Einblicke rund um den Buchgroßhändler gewinnen. Der Technologiesprung einzelne Buchausgaben herstellen zu können, beeindruckte die Landräte sowie ihre Mitarbeitenden und die DLT-Verantwortlichen sichtbar.

Hintergrund zum Deutschen Landkreistag

Der Deutsche Landkreistag (DLT) vertritt 11.000 Kommunen, gut 96 Prozent der Fläche und mit 57 Millionen Einwohnern damit knapp 69 Prozent der Bevölkerung Deutschlands. Insgesamt sind 294 Landkreise Mitglied beim DLT.

Zum Deutschen Landkreistag gehören sieben Fachausschüsse: Der Hauptausschuss, der für Verfassung und Europa, der für Finanzen, der für Wirtschaft und Verkehr, der für Kultur, der für Umwelt- und Planung sowie der für Soziales und Gesundheit. Dem föderalen Aufbau der Bundesrepublik entsprechend ist auch der Deutsche Landkreistag föderal organisiert.

 

 

 

Partnerschaften verbinden Länder und Kulturen in Europa

Landkreis Hersfeld-Rotenburg pflegt Verbindungen nach Polen und Finnland – regelmäßiger Austausch ist dabei von großer Bedeutung

Hersfeld-Rotenburg, 24. April 2026 – Der letzte Sonntag im April ist traditionell der Welttag der Partnerschaften. Auch der Landkreis Hersfeld-Rotenburg pflegt internationale Beziehungen. Mit der finnischen Stadt Hyvinkää und dem polnischen Landkreis Dzialdowski gibt es einen stetigen Austausch und jährliche gegenseitige Delegationsbesuche. Während im vergangenen Jahr zwei Delegationen aus dem Landkreis in den Norden und Osten Europas reisten, wird im Herbst eine polnische Gruppe in den Landkreis kommen. Im Jahr 2027 wird eine Delegation aus Hyvinkää erwartet.

„Es ist wichtig, dass ein regelmäßiger Austausch stattfindet. Nicht nur im Hinblick auf den Austausch von Politik und Verwaltung. Der Austausch beispielsweise zwischen Sportvereinen, Feuerwehren und Kulturengagierten ist der Kern. Wieder einmal ist das ehrenamtliche Tun und Schaffen, das gegenseitige Können und Wertschätzen, das Entscheidende“, erklärt Landrat Torsten Warnecke zur Bedeutung der Partnerschaften.

Hintergrund

Die Partnerschaft mit der finnischen Stadt Hyvinkää (rund eine Stunde entfernt von der Hauptstadt Helsinki) besteht seit 1971. Also schon vor der Gebietsreform. Die offizielle Partnerschaft, inklusive einer Urkunde, wurde gemeinsam im Jahr 2000 bekräftigt. Im gleichen Jahr knüpfte der Landkreis Hersfeld-Rotenburg die ersten Kontakte in den polnischen Landkreis Dzialdowski. Knapp zwei Jahre später wurde dann die Partnerschaft offiziell besiegelt. Im gleichen Jahr reiste dann erstmals eine offizielle Delegation der Kreisverwaltung in den Landkreis, der rund zwei Autostunden von der Hauptstadt Warschau entfernt liegt.

„Gerade in diesen angespannten Zeiten ist es wichtig, dass die europäischen Partner solche Verbindungen pflegen. Sowohl dem Landkreis, als auch unseren finnischen und polnischen Freunden liegt viel an dem regelmäßigen Austausch. Die Vorbereitungen für die Delegation aus dem Landkreis Dzialdowski läuft auf Hochtouren. Als Landkreis freuen wir uns jetzt bereits auf schöne gemeinsame Tage im Herbst“, berichten die Beauftragten für europäische Partnerschaften des Landkreises, Thomas Giese und Jörg Peters.